Das passende Bier zum aktuellen Monat: Maibock. Zwei Hausbrauereien aus der Region brauen noch diesen besonderen Gerstensaft. Die Tradition der Starkbiere leidet allerdings unter dem allgemeinen Trend der Verbraucher zu leichten Bieren und Mixgetränken.
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Gefragter Gerstensaft aus der eigenen Produktion: Sebastian Nguyen (links), Vertriebsleiter der Hausbrauerei Blesius Garten in Trier, und Brauer- und Mälzermeister Enrico Baesso. TV-Foto: Christian Steinbrecht
Trier/Mannebach. Christi Himmelfahrt naht und somit auch der Vatertag. Dann ziehen wieder zahlreiche Väter mit dem Bollerwagen durch die Region und genießen ihren Ehrentag. Mit im Gepäck: das eine oder andere Bier. Darunter könnte auch ein Maibock sein. Denn das traditionelle Produkt der Bierbrauerkunst wird fast ausschließlich im Monat Mai gebraut (siehe Extra).
Aromahopfen aus den USA
Trotz der jahrhundertealten Tradition dieser kräftigen Bockbiere ist es heute gar nicht so leicht, sie zu bekommen. Supermärkte in Trier hatten zwar Maibock im Verkauf, der Vorrat reichte jedoch mitunter nicht lange. Immerhin gibt es in der Region noch kleinere Hausbrauereien, die Bockbier herstellen.
In der 1998 gegründeten Hausbrauerei Blesius Garten im Trie rer Stadtteil Olewig wird unter der Marke Kraft Bräu Maibock von April bis Mai ausgeschenkt. "Das Maibock ist ein Nischenprodukt, wird aber stark bei uns nachgefragt", sagt Sebastian Nguyen, Vertriebsleiter der Hausbrauerei, im Gespräch mit dem TV.
Genaue Absatzzahlen möchte er nicht nennen. Maibock zählt von Anfang an zu den Spezialitäten des Blesius Garten. Die Brauerei schenkt ihre Biere nur in der eigenen Gastronomie aus.
Kräftiger als normales Bier
Das Maibock-Bier ist mit 6,5 Volumenprozent Alkoholgehalt kräftiger als ein normales Bier. Um diesen höheren Alkoholgehalt zu erzielen, muss dem Bier beim Brauen mehr Zucker in Form von Malz zugefügt werden. Das lässt auch den Geschmack süßer werden. Durch den höheren Zuckergehalt wird das Bier nicht nur süßer, sondern es wird auch gehaltvoller. Ein Liter Kraft Bräu-Maibock hat etwa den Nährwert eines panierten Schweineschnitzels, nämlich 600 Kilokalorien.
Fester Bestand der Braukunst
Eine andere wichtige Rolle spielt der Hopfen - wie bei allen Bieren. "Wir verwenden einen edlen Aromahopfen, der hauptsächlich in den USA genutzt und hier normalerweise nur von Hobbybrauern verarbeitet wird", erklärt Nguyen. Cascade heißt dieser Hopfen, ist besonders mild und hat ein blumig-würziges Aroma.
Im Mannebacher Brauhaus (Kreis Trier-Saarburg) stellt der Inhaber und Diplom-Braumeister Hans-Günter Felten das seit Jahrhunderten beliebte Hopfengetränk her. Auch seine Brauerei bietet ein Maibock-Bier an.
Mengen bleiben geheim
"Der Trend geht klar zu leichten Bieren und Biermixgetränken, daher schreckt mancher Gast im ersten Moment vor dem höheren Alkoholgehalt zurück", weiß der Mannebacher Braumeister aus Erfahrung.
Beim Brauen legt Hans-Günter Felten Wert darauf, dass sein Maibock-Bier eine frische Note im Geschmack hat und nicht zu süß ist: "Auf diese lange Tradition möchte ich nicht verzichten, weil es einfach mit zur Bierbraukunst dazugehört."
Welche Mengen an Bockbier vom Braumeister gebraut werden, ist ein gut gehütetes Geheimnis auch im Mannebacher Brauhaus.
Extra
Als Bockbiere werden Biere bezeichnet, die einen höheren Alkoholgehalt als sechs Volumenprozent haben. In Deutschland sind das in der Regel saisonale Biere wie Maibock und diverse Weihnachtsbiere, aber auch ganzjährige Spezialitäten wie Doppelbock und Eisbock. Beim Eisbock wird durch Gefrieren dem Bier Wasser entzogen. Durch dieses Verfahren kann das Bier nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut werden und kann trotzdem einen höheren Alkoholgehalt haben. Diese Biere wurden in den vergangenen Jahrhunderten vor allem in Klöstern gebraut. Für die dort lebenden Mönche war es eine gute Möglichkeit, über die entbehrungsreiche Fastenzeit hinwegzukommen. Das stärkste Bier der Welt, ein Eisbock, soll etwa 57,5 Volumenprozent Alkohol haben, und es wird von der bayerischen Brauerei Schroschbräu gebraut. stei
Extra
Deutschland liegt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von durchschnittlich 101,8 Litern Bier im Jahr 2010 zwar immer noch auf einem Spitzenplatz in Europa, jedoch ging dieser Wert in den letzten Jahren immer weiter zurück. Zum Vergleich: Vor 40 Jahren lag der Konsum eines Bundesbürgers im Durchschnitt um rund ein Drittel höher, bei 150 Litern. Der Trend zu leichten Bieren und Biermixgetränken in den letzten Jahren ist ungebrochen. Der Anteil von Bockbieren in Deutschland liegt bei gut einem Prozent des gesamten gebrauten Bieres. stei
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