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aus unserem Archiv vom 11. Dezember 2012
Autor: Bernd Wientjes Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Lautzenhausen Drucken  E-Mail

Höhere Gebühren sind "very, very bad"

Der Chef der irischen Fluggesellschaft Ryanair, Michael O\'Leary, lehnt es ab, höhere Gebühren auf dem Flughafen Hahn zu zahlen - auch nicht freiwillig. Ryanair fliegt im nächsten Sommer drei neue Ziele vom Hunsrück an.

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Lautzenhausen. Als Ryanair-Chef Michael O\'Leary am Dienstag auf dem verschneiten Hahn landet, hat er wohl nicht die Fanfare gehört, die die irische Fluggesellschaft immer dann abspielt, wenn einer ihrer Flieger mal wieder pünktlich irgendwo gelandet ist. Mit satter einstündiger Verspätung kommt der 51-Jährige zur Pressekonferenz ins Tagungszentrum des Flughafens gehetzt. Wie immer betont lässig gekleidet, kariertes Hemd, Ärmel aufgekrempelt, Jeans.

Immer wieder Unwahres


Kaum sitzt er neben Hahn-Geschäftsführer Jörg Schumacher, beginnt der für seine markigen Sprüche und abstrusen Ideen bekannte Manager mit der Vorstellung des Sommerflugplans - während seine Sprecherin Henriette Schmitt noch verzweifelt versucht, die Präsentation auf dem Laptop zu starten. Immer wieder treibt er sie an, schneller zu machen: "Quick, quick". Zeit ist Geld. Von dem hat Ryanair jede Menge - 560 Millionen Euro Gewinn hat die irische Fluggesellschaft im vergangenen Jahr gemacht. Eigentlich genug Geld, um dem finanziell notleidenden Hahn mit einer freiwilligen Abgabe von 1,50 Euro pro Passagier finanziell unter die Arme zu greifen, wie in den vergangenen Tagen spekuliert worden ist. Während O\'Leary über derlei Spekulationen nur lächelt, reagiert Hahn-Chef Schumacher gereizt. "Wir können uns diese Nachricht nicht erklären." Aber es werde ja immer wieder Unwahres über den Hahn geschrieben, etwa dass er kurz vor der Pleite stehe. "Ryan air wird nicht mehr als bisher auf dem Hahn bezahlen", macht Schumacher klar. Man wolle Kosten sparen und Geld verdienen, und nicht unnötig ausgeben, sagt O\'Leary. Was wohl auch ein klares Signal nach Mainz ist. Kürzlich hat Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) ein Gutachten über die Zukunft des Hahn vorgestellt, in dem gefordert wird, alle Gebühren, auch die Start- und Landegebühren zu erhöhen. Das wäre "very, very bad" (sehr, sehr schlecht), kommentiert O\'Leary kurz und knapp solche Planspiele. Konkreter wird er aber nicht. Vor drei Jahren hat er dem Hahn gedroht, ihm den Rücken zu kehren, als es um eine Passagiergebühr, den sogenannten Hahn-Taler, gegangen ist. Diese harte Haltung Ryanairs bekommen derzeit Budapest, Madrid und Barcelona zu spüren. Weil die Iren nicht bereit sind, mehr zu zahlen, streichen sie dort kurzerhand Strecken und ziehen Flugzeuge ab. Zu hohe Kosten seien auch der Grund, warum Ryanair kein Interesse daran habe, ab Luxemburg zu fliegen, sagt O\'Leary. Statt über höhere Gebühren für den Hahn nachzudenken, sollten die Politiker und auch die Medien besser den Hahn unterstützen und nicht schlechtreden, fordert O\'Leary.
Mehr Gewinn durch mehr Passagiere und nicht durch höhere Gebühren, lautet seine Formel. Daher werde Ryanair ab April drei neue Ziele vom Hahn aus anfliegen: die griechische Insel Korfu, das kroatische Rijeka und Tanger in Marokko. Andere Ziele wie etwa das spanische Girona oder das italienische Pescara sollen wöchentlich öfter als im vergangenen Sommer angeflogen werden.

Neue Ziele, weniger Strecken


400 Flüge auf 54 Strecken pro Woche will Ryanair damit im nächsten Jahr vom Hahn aus anbieten. Im vergangenen Sommer waren es noch 56 oder 55 Strecken, genau weiß das auch Ryanair-Sprecherin Schmitt nicht: "Es fallen immer Ziele weg und kommen neue hinzu." Dass es im nächsten Jahr weniger seien, hänge mit der Streichung der Flüge nach Budapest und Madrid zusammen, sagt sie. 2,5 Millionen Passagiere, so viele wie in diesem Jahr, will Ryanair 2013 vom und zum Hahn transportieren. Es könnten auch eine Million mehr sein, wenn die "dumme deutsche Steuer" wegfallen würde, ereifert sich O\'Leary. Er meint die Ticketsteuer von mindestens acht Euro je Passagier.
Nach einer halben Stunde bläst O\'Leary zum Abflug. Weiter geht es nach Weeze. Von dort will Ryan air im nächsten Jahr gleich acht neue Ziele anfliegen.
Extra
Ryanair spare nicht an der Sicherheit. So reagierte der Chef der irischen Fluggesellschaft, Michael O\\'Leary, auf die Vorwürfe im Zusammenhang mit einem Zwischenfall auf einem Ryanair-Flug vom englischen Manchester nach Memmingen im Allgäu im September. Das Flugzeug mit 141 Menschen an Bord hat im September auf dem Weg von Manchester nach Memmingen rund sieben Kilometer von dem Flugplatz entfernt viel zu schnell an Höhe verloren und flog zeitweise nur 140 Meter über dem Boden. Starker Rückenwind sei Schuld daran gewesen, sagte O\\'Leary gestern auf dem Hahn. Der Zwischenfall habe nichts damit zu tun, dass Ryanair Kosten spare. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) stuft den Zwischenfall als "schwere Störung" ein, also als einen Beinahe-Unfall. wie




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