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aus unserem Archiv vom 08. Mai 2012
Autor: Christian Brunker und Heribert Waschbüsch Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Trier/Wittlich/Weinsheim Drucken  E-Mail

Tarifverhandlungen: Metaller fahren harte Streikwelle

Vor der vierten Runde der Metall-Tarifverhandlungen im Südwesten sind die Fronten zwischen Arbeitgebern und der Gewerkschaft IG Metall verhärtet. Allein in der Region Trier haben sich in den vergangenen Tagen mehr als 1500 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt.

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Trier/Wittlich/Weinsheim. Mit einem Doppelschlag haben die Beschäftigten der Metallbranche in der Region Trier gestern mit Warnstreiks in der Tarifauseinandersetzung ein Zeichen gesetzt. In Wittlich bei Ideal Standard und in Weinsheim (Eifelkreis Bitburg-Prüm) bei der Firma Stihl gingen insgesamt fast 500 Beschäftigte auf die Straße. "Die Bereitschaft bei den Leuten für einen vernünftigen Tarifabschluss zu kämpfen, ist sehr, sehr groß", ist der IG-Metall-Bevollmächtigte für die Region Trier, Roland Wölfl, mit der Resonanz recht zufrieden. Dabei gingen die Mitarbeiter nicht nur für ein reales Plus in der Lohntüte auf die Straße.
"Ebenso wichtig sind unsere Forderungen, prekären Arbeitsverhältnissen und der Leiharbeit einen Riegel vorzuschieben", sagte Wölfl. Junge Menschen, die heute über Jahre hinweg nur Zeitverträge mit geringer Vergütung bekämen, seien sozial ausgegrenzt.
"Die bekommen mit einem Zeitvertrag nicht einmal eine Mietwohnung oder können sich kein Auto fianzieren, weil die Bank bei Zeitverträgen nicht mitspielt", ärgert sich der Gewerkschaftler.
Zudem fordert die IG Metall für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche 6,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben derzeit ein Angebot von drei Prozent mehr Lohn für 14 Monate vorgelgt.

Unverständnis bei Mitarbeitern


Auch bei Stihl in Weinsheim legten die Angestellten ihre Arbeit zu einem Warnstreik nieder. 90 Prozent der Nachschicht beteiligten sich an der Aktion. Man sei mit dem bisherigen Verlauf der Gespräche nicht einverstanden, sagt der Betriebsratsvorsitzende Günter Meyer.
"Das Angebot von drei Prozent über 14 Monate ist so mager, dass es eigentlich bei ‚Germanys next Topmodel\' mitmischen könnte." Angesichts der explodierenden Wirtschaft und Milliardenausschüttungen an die Aktionäre brauchten die Beschäftigten einen kräftigen Anteil an den Gewinnen der Unternehmen. "Das haben wir uns aber so was von verdient."
Die Streiks in der Region gehen auch in den kommenden Tagen weiter: Für heute hat die IG Metall die Beschäftigten der Firma Dura zum Warnstreik aufgerufen, morgen soll erneut bei Volvo (Konz) und Bilstein (Mandern) gestreikt werden.
Extra
Renate Kulik, 59, Arzfeld: "Wir setzen uns für mehr Gerechtigkeit ein. Auch die Kleinen sollen etwas vom Kuchen abbekommen und nicht nur die Großen." Wolfgang Inselberger, 41, Bitburg: "Deutschland war der Antriebsmotor der Konjunktur in Europa, die Metall- und Elektroindustrie mit ihren Mitarbeitern war der Anlasser. Und weil ohne Motor nichts geht, wollen wir jetzt mehr abhaben." Werner Hilgers, 41, Feusdorf: "Ich denke, die Wirtschaft läuft gut, von daher ist es nicht schlecht, wenn die Arbeitnehmer etwas davon abbekommen. Die 6,5 Prozent mehr Lohn sind auf jeden Fall gerechtfertigt." Marco Kruft, 44, Gerolstein: "Wir vom Prüm Türenwerk unterstützen unsere Freunde in der Nachbarschaft. Die Forderungen sind angemessen, deshalb stehen wir hier."

 

 



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