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aus unserem Archiv vom 27. Januar 2010
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Teamgeist als Firmenphilosophie

Sie entwickeln ein reales Produkt, verkaufen am realen Markt und haben reale Vorstellungen vom Unternehmertum: Schüler der Berufsbildenden Schule für Wirtschaft Trier hatten zur Hauptversammlung ihres Unternehmens Arivo11 geladen.

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Trier. (jka) Ein nervöser Vorstand, ein Lehrerzimmer als Ort des Zusammentreffens: So ganz normal war sie nicht, die Hauptversammlung von Arivo11, einem Trierer Unternehmen, das Schulordner nach individuellen Wünschen fertigt.
 
Kein Wunder. Denn die Unternehmer sind Schüler, Büro und Produktionsstätte verfügbare Klassenräume. Da ist es nur logisch, Hauptversammlungen in Lehrerzimmern abzuhalten.
 
Arivo11 ist ein von Schülern der Berufsbildenden Schule für Wirtschaft Trier (BBS) gegründetes Unternehmen, das ein Jahr lang existiert und unter realen Marktbedingungen agiert. Es ist Teil des Junior-Projekts des Instituts für Deutsche Wirtschaft Köln (der TV berichtete).
 
Die Schüler nutzten die Gelegenheit, ihren Aktionären nicht nur ihr Produkt, sondern auch ihre Motivation zu präsentieren. "Immer daheim zu sitzen und dem Vater über die Schulter zu gucken ist auch nicht das Tollste", begründet Arrigo Batton seine Teilnahme am Junior-Projekt. Es ist das unmittelbare Erleben der Unternehmenspraxis, das die Schüler fasziniert.
 
Zwar war von den prominenten Aktionären - zu ihnen gehören unter anderem Jean-Claude Juncker, Malu Dreyer und Klaus Jensen - niemand anwesend. "Wir sind aber stolz, solche Unterstützer zu haben, die sich auch weiter für unser Projekt interessieren", sagt Jonas Schwarz. Die Aktionäre erwarben für zehn Euro einen Anteil am Unternehmen - und bildeten damit das Startkapital.
 
"Wir sind jetzt so weit, dass wir produzieren und ausliefern können", erklärt Jonas Schwarz. Wie es sich für ehrgeizige Unternehmer gehört, sind auch die Schüler noch nicht vollkommen überzeugt vom Produkt: "Irgendetwas fehlt uns noch", sagt der Vorsitzende Stefan Zimmer.
 
Überzeugen konnten sie aber ihre Aktionäre, auch wenn die bisweilen kritisch nachhakten. "Ich glaube schon, dass sie die Gewinnschwelle erreichen", sagt Elgar von Klitzing, Lehrer an der BBS und frisch gewählter Kassenprüfer von Arivo11. Bis Juni haben die Schüler Zeit. Dann wird abgerechnet. Sollten sie Erlös erzielen, wollen sie ihn spenden. Wichtiger ist ihnen, beim Junior-Wettbewerb möglichst gut abzuschneiden. Den größten Gewinn haben sie ihren Aktionären bereits beschrieben. "Wir sind ein Team", sagt Stefan Zimmer. Vorstandskollegin Sarah Larsen: "Unser Ziel ist es auch, als Team aus dem Jahr auszutreten." Erkenntnisse, die auch für die reale Wirtschaftswelt von gewisser Relevanz sind.


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