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Das Image soll aufpoliert werden

(Bitburg) Die Friseure gehen in die Offensive: Sie streben einen bundesweiten Einstiegslohn von 8,50 Euro für ihre Beschäftigten an. Dazu sollen auf Bundesebene Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi geführt werden. In der Region Trier ist das Lohnniveau hoch.
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Bitburg. Es ist ungewöhnlich für eine Arbeitgebervertretung, dennoch setzen sich die Friseurinnungen in Deutschland für einen Einstiegslohn von 8,50 Euro für die Beschäftigten im Friseurhandwerk ein. Sie wollen damit sowohl ihre soziale Verantwortung für ihre Angestellten dokumentieren als auch das Image der Friseurbranche aufpolieren.
Die deutschen Friseure ärgern sich. Immer dann, wenn von schlechter Bezahlung die Rede ist, werden sie genannt. "Wir fordern einen anständigen Einstiegslohn für die Beschäftigten im Friseurhandwerk von 8,50 Euro. Wir sind Vorreiter und wir werden uns im Februar mit 15 anderen Landesverbänden an einen Tisch mit der Gewerkschaft Verdi setzen und genau dieses Ziel verfolgen," sagte Dirk Kleis, Geschäftsführer der Friseurinnung Westeifel sowie des Landesverbandes Friseure & Kosmetik Rheinland, dem Trierischen Volksfreund anlässlich des Tags der Friseure in Bitburg. Dorthin hatte die Friseurinnung Rheinland auch zu Landesmeisterschaften und zum Lehrlingsfrisieren eingeladen.
Die Branche kennt auch strukturelle Probleme. Von über 80 000 eingetragenen Friseurbetrieben bundesweit arbeiten mehr als 20 000 unter einer Jahresumsatzgrenze von 17 500 Euro. Diese Betriebe beschäftigen keine Mitarbeiter und bilden nicht aus. Aufgrund der geringen Umsätze können die Dienstleistungen ohne Mehrwertsteuer angeboten werden. Dies führt zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen.
Aber auch der Preisdruck durch die Billigketten macht den etablierten Friseurbetrieben große Probleme. Nicht zuletzt gebe es zu viel Schwarzarbeit.

Lohn- und Preisdynamik


"Wir als Landesverband Rheinland sehen es als unsere Pflicht an, für unsere Mitgliedsbetriebe und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter faire Löhne auszuhandeln. Letztendlich erwarten wir uns von diesem Schritt aber auch eine Lohn-, und damit auch eine Preisdynamik", erklärt Guido Wirtz, vorsitzender Landesinnungsmeister Rheinland.
Im Klartext: Wenn die Beschäftigten mehr Geld für ihre Arbeit bekommen, muss der Kunde auch höhere Preise akzeptieren. Das Lohnniveau in der Region Trier sei hoch.
Dies liege an der Vollbeschäftigen und an der Konkurrenzlage zu Luxemburg, sagten die Innungsmeister.


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