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aus unserem Archiv vom 21. August 2012
Autor: Clemens Beckmann Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Wittlich Drucken  E-Mail

100.000 schwitzende Säubrenner

Die tropischen Temperaturen haben manch potenziellen Gast von der Wittlicher Säubrennerkirmes ferngehalten. Darunter litt speziell am Sonntag der Rummelplatz. Die Befürchtungen der Hilfsdienste waren unbegründet. Sie hatten relativ wenig zu tun. Organisator Leo Kappes hielt zum letzten Mal die Fäden in der Hand.

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Wittlich. Wäre der Erfolg der Wittlicher Säubrennerkirmes nur an der Zahl der gerösteten Schweine zu messen, würden Beteiligte und Organisatoren in diesem Jahr von einem durchschnittlichen Fest reden. 104 Säue wurden von Samstag bis Montagabend verarbeitet, der Rekord liegt bei 123. Doch 2012 ist ein anderer Maßstab anzulegen. Das heißeste Wochenende des Jahres hat manche potenziellen Gäste von einem Besuch abgehalten. "2003 war es auch heiß, aber von den Temperaturen her dürfte das Rekord gewesen sein," sagt Leo Kappes (Stadtverwaltung Wittlich), der die Kirmes seit 1970 organisiert und dies heuer letztmals tat.
Die Besucherzahlen sind nur zu schätzen. Bis zu 120 000 seien es in Jahren mit idealem Wetter (20 bis 22 Grad, kein Regen), berichtet Kappes. Die am Dienstagabend mit dem Familientag auf dem Rummelplatz zu Ende gegangene Kirmes taxiert er auf 100 000 Besucher.
Den Hilfsdiensten (Rotes Kreuz, Malteser) schwante vorher nichts Gutes. Es gab die Befürchtung haufenweise Menschen mit Kreislaufproblemen und hohem Alkoholspiegel betreuen zu müssen. Doch die Gäste seien vernünftig gewesen, berichten Alexander Becht (Rotes Kreuz) und Klaus Braband (Malteser). 26 Besucher mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Einige hatten sich an Scherben verletzt, andere Kreislaufprobleme. Etwa 200 Menschen wurden ambulant vor Ort behandelt, viele wegen Insektenstichen. Bis zu 40 Hilfskräfte waren in Spitzenzeiten im Einsatz.
Auch die Polizei spricht von einem ruhigen Verlauf mit lediglich zwei Schlägereien. Zwei Führerscheine wurden bei Kontrollen kassiert. Erfreulich: Das bei Jugendlichen beliebte Kampftrinken hat es nicht gegeben. Das dürfte auch am Wetter gelegen haben. Nach Auskunft von Hans-Jürgen Riemann (Polizei Wittlich) spielen dabei aber auch die verstärkten Kontrollen eine Rolle. Seit einigen Jahren darf kein Alkohol mehr mitgebracht werden.

Viele positive Rückmeldungen


Es gebe Besucher, die an allem herumnörgeln. Er habe aber schon viele positive Rückmeldungen bekommen, zum Beispiel über das Musikprogramm am Montagabend, sagt Leo Kappes. Die Stimmung sei außergewöhnlich gut gewesen.
Einer der Anziehungspunkte ist der Rummelplatz. Das heiße Wetter habe auch dort zu Umsatzeinbußen geführt, erläutert Leo Kappes. Das tue ihm persönlich leid. Besonders für viele kleine Schausteller sei die Säubrennerkirmes ein Höhepunkt im Jahr.
Seit 50 Jahren dreht sich in Wittlich beispielsweise das Riesenrad der Familie Schneider. "Die Kirmes ist immer gut besucht", sagt Jutta Schneider. Aber am Sonntag sei es einfach zu heiß gewesen. "Da kommen sonst viele Familien", sagt die Chefin.
Zum Saubraten gehören auch kühle Getränke. Die Besucher griffen angesichts der Hitze vermehrt zu Sprudel. "Im Großen und Ganzen sind wir aber zufrieden", sagt Heinz Zender, Sprecher der Wittlicher Winzergemeinschaft. "Es hätte schlimmer kommen können, wenn es zum Beispiel geregnet hätte." Der Schauer am Montag habe nicht geschadet.
Egal wie lang gefeiert wird, morgens präsentiert sich die Stadt blitzblank: Der Servicebetrieb der Stadtwerke sorgt dafür, dass die Spuren der Nacht verschwinden. Besonders in der Karrstraße, neue Feiermeile der Jugend, ist der Einsatz der Kehrmaschine gefragt. Das Flaschenpfand hat aber dazu beigetragen, dass die Scherbenmenge kleiner geworden ist.
Und Leo Kappes wird die Säubrennerkirmes in Zukunft als Besucher erleben. "Dann kann ich auch mal ein Glas Wein mehr trinken", sagt er.

 




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