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Ärger in Altrich - Wenn Pendler und Schüler stehen bleiben

Ärger in Altrich: Eine Straßensperrung, kein Bus und keine Informationen

(Altrich/Wittlich/Trier) Weil morgens im Schülerverkehr keine Busse durch Altrich gefahren sind und deshalb viele Schüler und Fahrgäste stehen blieben, hat sich Manfred Gessinger an den TV gewandt. Wir haben bei der Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft nachgehört, warum das der Fall war.

26.02.2016
Petra Willems
Altrich/Wittlich/Trier. Weil es auf der Strecke zwischen Klausen und Altrich eine Straßensperrung gab, wurde Altrich morgens, im Pendler- und Schülerverkehr, nicht von Bussen angefahren. Manfred Gessinger musste deshalb seinen Enkel mit dem Auto zur weiterführenden Schule in die Kreisstadt bringen — und wandte sich an den TV.

Der Fall: Manfred Gessingers Enkel stand an jenem Morgen, wie an jedem Schultag, an der Bushaltestelle in Altrich und wartete, wie viele andere Schüler, gegen 7 Uhr auf den Bus, der ihn nach Wittlich bringen sollte. Dort besucht der Schüler die Kurfürst-Balduin-Realschule plus. Doch der Bus kam nicht. Als auch der spätere Bus von Altrich nach Wittlich nicht durch den Ort fuhr, benachrichtigte Oliviers berufstätige Mutter ihren Vater Manfred Gessinger, der seinen Enkel mit seinem Privatauto zur Schule brachte. Gessinger wandte sich an den TV. "Mein Enkel hat mit etwa 20 weiteren Teenagern gewartet. Als nichts passiert ist, rief mich meine Tochter an und bat mich, dass ich ihn nach Wittlich in die Schule fahre." Das hat Gessinger nach eigener Auskunft zwar gerne gemacht, fragt sich aber: "Heute sind oft beide Elternteile berufstätig. Was machen denn die Kinder, die niemand nach Wittlich fahren kann? Bleiben sie alleine zu Hause?" Und: Wieso sei niemand informiert worden über den Busausfall?

Die Recherche: Ursel Hansen von der Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft (RMV) in Trier antwortet wie folgt auf die Anfrage des TV: "Die besagte Sperrung war kurzfristig, wir waren nicht darüber informiert worden." In diesem Fall habe die RMV keine Möglichkeit, die Fahrgäste in den betroffenen Orten zu benachrichtigen. Hansen: "Sobald wir von solchen Ausfällen erfahren, informieren wir jedoch die Schulen." Diese Information kommt vom Kundenservice der RMV, der wiederum die entsprechende Meldung von der Fahrleitung direkt erhält.
Generell wird auch die Kreisverwaltung umgehend informiert, sollte es zu Busausfällen kommen, wie die RMV über die Verwaltung, in deren Zuständigkeit der Schülertransport liegt, mitteilt. Der Verkehrsmanager habe den oben genannten Fall im Kundencenter frühzeitig gemeldet.
Busfahrer könnten, so die RMV, bei außerplanmäßigen Sperrungen in Abstimmung mit der Fahrleitung abwägen, ob Umleitungen gefahren werden können. Die Fahrleitung prüft in solchen Fällen, ob zum Beispiel kurzfristig Ersatzbusse eingesetzt werden, Ruftaxis losgeschickt werden oder ob die Fahrt ausfallen muss. In Spitzenzeiten sei ein kurzfristiger Ersatz kaum möglich.
Sind der RMV Straßensperrungen vorher bekannt, gebe es zum Beispiel Baustellenfahrpläne, an die auch die Dienstpläne der Fahrer angepasst seien, sagt Ursel Hansen. Dazu brauche man etwa 14 Tage Vorlaufszeit, um zum Beispiel die Dienstpläne zu koordinieren.
Die Reaktion: Manfred Gessinger genügen die Antwort der RMV und die Maßnahmen nicht. "Es bringt ja nichts, wenn nur die Schulen informiert werden. Man muss ja davon ausgehen, dass die Eltern berufstätig sind und morgens nicht zu Hause sind. Dann sind die Kinder sich selbst überlassen."
Meinung
Höhere Gewalt

Wenn Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel für den Weg zu Schule, Arbeitsplatz oder einem wichtigen Termin nutzen wollen und Bus oder Bahn nicht oder nicht nach Plan fahren, ist das ärgerlich. Aber in manchen Fällen gibt es dafür keinen Schuldigen. Dann ist es höhere Gewalt, wie es so schön heißt. So wie in diesem Fall, als eine kurzfristige Sperrung den Verkehr zwischen Klausen und Altrich lahmgelegt hat. Frust und Ärger bei den Fahrgästen waren vorprogrammiert, der Stress beim Anbieter ebenfalls. Wenn alles reibungslos läuft, ist das also beiden Seiten lieber. Egal, ob im Busverkehr oder bei anderen Dienstleistern. Das darf man nicht vergessen. p.willems@volksfreund.de

 

 

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