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aus unserem Archiv vom 16. Mai 2012
Autor: Christina Bents Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Klausen Drucken  E-Mail

Des Schusters deftige Scherze

In den 50er und 60er Jahren sind viele Gläubige in den Wallfahrtsort nach Klausen gepilgert. Oft kamen die Pilger zu Fuß von weit her. Wenn ihr Schuhwerk kaputt war, konnte ihnen gleich am Ortseingang geholfen werden. Der dort ansässige Schuster hatte einen ganz eigenen Humor.

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Klausen. "Wo der Schuster Pitta war, da war immer was los", sagt Arnold Junk, Friseurmeister aus Pohlbach noch heute, wenn das Gespräch auf Peter Gansen, der den Hausnamen "Schuster Pitta" hatte, kommt. Junk hat nur einige Meter von Gansen entfernt gewohnt. Seit vielen Jahren lebt Gansen nicht mehr, aber an seine gute Laune und seinen Schalk erinnern sich die Klausen-Pohlbacher auch heute noch gerne.

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Mit der Batschkapp und der Zigarre hat er in seiner Werkstatt gesessen, in der er eine alte Nähmaschine, ein Fußgestell und einen Ofen hatte. Hinter dem Tisch, an dem er gearbeitet hat, waren ein Regal mit verschiedenen Pinnen, die früher unter den Schuhen waren, Absätze und Schuhriemen. In einem weiteren Raum verkaufte er auch Schuhe.
In den Marienmonaten Mai und September, wenn besonders viele Fußpilger unterwegs waren, hatte er in seiner Werkstatt immer viel zu tun. Dem einen oder anderen Kirchgänger sind die Schnürsenkel durchgerissen, dort ist die Sohle abgegangen oder ein Absatz war abgebrochen. Schließlich sind damals, ähnlich wie heute, 100 000 Pilger in Gruppen zwischen 30 und 300 Menschen, nach Klausen gekommen. Anhand der angezündeten Kerzen und der Anmeldungen im Pfarramt geht man von diesen Zahlen aus. Die Pilger, die den weitesten Weg auf sich genommen haben, kamen aus dem 170 Kilometer entfernten Walldorf.
Beim Schuster konnten die Pilger etwas erleben. Im Krieg hatte Pitta sein Bein verloren. Anstelle eines natürlichen hatte er nun ein Holzbein. Wenn Pilger in seine Werkstatt kamen - oft vom langen Weg erschöpft -, um sich die Schuhe reparieren zu lassen, hat Pitta sich nett mit ihnen unterhalten. Dabei hat er an den Sohlen geschnitten und sich plötzlich ohne Vorankündigung das Messer in den Oberschenkel gerammt.

Erst mal einen trinken


Nicht wenigen Pilgern versagten da Kreislauf und Nerven. Viele sind einfach umgefallen. Der ein oder andere musste anschließend in einer der damals 15 Gaststätten des Ortes erst mal einen auf den Schrecken trinken gehen. Und es konnte gut sein, dass ihm Schuster Pitta dort wieder begegnete. Denn zu seiner dicken Zigarre hat auch Pitta gerne ein Bierchen getrunken. chb




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