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Die Herde der Friedens-Elefanten wächst

Rose Marie Gnausch träumt davon, in der Welt den Elefanten als das Sinnbild für den Frieden zu etablieren. Mit einer Ausstellung und einem Benefizkonzert in Wittlich will die Künstlerin aus Kinheim mehr Unterstützer für ihre internationale Friedensbewegung "Elephants for Peace" ("Elefanten für den Frieden") finden.

08.04.2010
Von unserer Mitarbeiterin Sybille Schönhofen
Wittlich. Rose Marie Gnausch aus Kinheim hat eine Vision: Sie möchte den Elefanten als neues Symbol des Friedens in den Köpfen der Menschen verankern. Denn Menschen brauchten Bilder, sagt sie. Die ungeliebte Taube tauge dazu nicht. Anders der Elefant, der Sympathieträger. Er verschaffe sich Respekt ohne zu kämpfen, er räume Hindernisse aus dem Weg, sei sanftmütig, intelligent und sozial.
 
Daher hat Rose Marie Gnausch ihre Friedensbewegung vor zwei Jahren "Elephants for Peace" getauft. Bei ihren Aktionen überwindet sie mit Hilfe selbstgemachter Abbilder der sanften Dickhäuter politische Grenzen. Jeder ist aufgerufen, ein Exemplar beizusteuern, ob gestrickt, gemalt, fotografiert oder aus Pappmaché, ganz egal. Wer ihr einen Elefanten schicke, beweise "wir können alle was tun", sagt Gnausch. Dabei geht es der Künstlerin nicht um Kunst. Sie will vielmehr ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Mehrheit der Menschen friedlich ist und dadurch Hoffnung schenken.
 
In ihrer Ausstellung "Go Ganesha Go - Elephants for Peace" vom 19. bis 29. April in der Sparkasse Mittelmosel - Eifel Mosel Hunsrück zeigt sie einen Bruchteil ihrer Elefantensammlung. Damit möchte die 41-Jährige das Projekt bekannter machen und dazu aufrufen, weitere Elefanten beizusteuern. Die könnten dann bei einer der nächsten Stationen dabei sein. Zum Beispiel am 6. Juni in Schengen. Diesen Ort hat Gnausch gewählt, weil dort vor 25 Jahren fünf Staaten innereuropäische Grenzen aufhoben. An diesen "Präzedenzfall der Geschichte" möchte sie erinnern - natürlich in Begleitung der Elefanten. Sie stehen dann vor dem Europazentrum und auf der Brücke zwischen Perl und Schengen. Dazu fahren Traktoren, die mit Elefanten dekoriert sind, einen sechs Kilometer langen Korso im Dreiländereck.
 
Neben der Ausstellung in der Wittlicher Sparkasse gilt für Gnausch das Benefizkonzert am 16. Mai in Wittlich als zweite Etappe, die helfen soll, eine der großen internationalen Friedensaktionen zu realisieren. Bei dem Konzert auf dem Pariser Platz stehen die Trommler um André Käpper und die Band "Straight Life" ab 14 Uhr auf der Bühne. Die Einnahmen verwendet Gnausch, um den Transport der Elefanten zu finanzieren.
 
Mittlerweile hat Gnausch rund 1000 Elefanten gesammelt. Bis zur Aktion, die sie für 2011 in Jerusalem plant, sollen es aber mehrere tausend sein.
 
Dass "Elephants for Peace" erfolgreich ist, hat die erste Aktion im Mai 2009 im geteilten Zypern gezeigt. An den zwei Tagen, als die Elefanten an der innerzypriotischen Grenze standen, kamen Griechen und Türken dort friedlich und fröhlich zusammen.
 
Die nächste Schnittstelle, die Gnausch mit ihren Elefanten im Herbst ins Blickfeld rücken wird, liegt in Istanbul. Die Elefanten werden in der türkischen Hauptstadt die Brücke schmücken, die Europa und Asien verbindet.EXTRA Zur Person: Rose Marie Gnausch wurde 1969 am Rhein geboren. Nach ihrem Studium arbeitete sie ein Jahr als Lehrerin für Politik und Französisch. Dann zog es sie ins Ausland. In Südfrankreich studierte sie Kunst, und sie ging für mehrere Jahre nach New York, um dort Kunstgeschichte zu studieren. Anschließend arbeitete sie als Dozentin für Kunstgeschichte auf Zypern. Vor sechs Jahren kam sie an die Mosel, wo ihre Eltern leben. Ihren Beruf als Kunstlehrerin am Gymnasium Cochem und später Traben-Trarbach gab sie vor zwei Jahren auf, um sich ganz dem Projekt "Elephants for Peace" zu widmen. (sys)