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Einblicke in die dunklen Seiten der menschlichen Existenz

Zum Abschluss der Eifel-Kulturtage erzählt Tatortanalytiker Axel Petermann aus seinem Berufsalltag

(Wittlich) Die Eifel-Kulturtage haben ihre diesjährige Spielzeit im Großen Sitzungssaal des Amtsgerichtes in Wittlich beendet. Zu Gast war der Tatortanalytiker Axel Petermann, der in seinem Berufsleben in mehr als 1000 Tötungsdelikten ermittelt hat. Die Zuschauer lauschten sehr gespannt und beteiligten sich rege an der überaus kurzweiligen Veranstaltung.

06.10.2014
Wittlich. Seit 1999 befasste sich Axel Petermann mit der FBI-Methode des Profilings und leitete bis zu seiner Pensionierung in diesem Jahr die Dienstelle "Operative Fallanalysen" in Bremen.
Am Anfang der Veranstaltung gab er einen kurzen Überblick über seine berufliche Karriere und schilderte das Zusammentreffen mit dem österreichischen Fallanalytiker Johannes Müller, der in ihm eine Initialzündung auslöste. Von dem Moment an war ihm bewusst, welches berufliche Ziel er anvisierte: Er wollte Profiler werden. Diese Ermittlungsmethode befand sich damals noch in den Kinderschuhen.
Ihr Ziel ist es, alle Details und Informationen über den Tatort und das Opfer zu sammeln und daraus die Stärken und Schwächen des Täters zu benennen und dann in einem Profiling Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit zu ziehen. Somit befasst sich diese interdisziplinäre Ermittlungsmethode vorrangig mit dem "Was (ist passiert)" und dem "Warum (ist es passiert)". Anhand der Darstellung der Untersuchung von drei Morden führte Axel Petermann die Zuschauer im ausverkauften Sitzungssaal in die Welt der Profiler ein und machte immer wieder deutlich, dass zwischen fiktiven Stoffen wie beispielsweise im Fernsehkrimi Tatort und der realen kriminalistischen Ermittlung große Unterschiede bestehen. "Es muss halt alles in 90 Minuten geschehen sein. Und bei uns ist dies leider nicht der Fall. Unsere akribischen Ermittlungen können Wochen dauern, bis wir ein schlüssiges Profiling erstellen können. Geht es nicht auf, dann muss wieder ganz von vorne angefangen werden", merkte Petermann an.
Das Publikum erfuhr, dass neun von zehn Tötungsdelikten von Männer begangen werden und es auch geschlechtliche Unterschiede in der Vorgehensweise gibt.
Axel Petermann berichtete und erzählte in einer sehr unaufgeregten Art und Weise von den dunklen Seiten der menschlichen Existenz. Mit Leichtigkeit und großer Sachkenntnis gestaltete er dezent und inspirierend den zweieinhalbstündigen Abend.
Das Interesse an der Veranstaltung war so groß, dass sie im Rahmen der Eifel-Kulturtage im Juni 2015 im Krimicafé in Hillesheim wiederholt wird. red