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aus unserem Archiv vom 02. Januar 2013
Autor: Harald Jansen, Quelle: Stadtverwaltung Wittlich Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Wittlich Drucken  E-Mail

In Wittlich ist die halbe Welt versammelt

Die Zeiten, in denen die Ur-Wittlicher unter sich blieben, sind lange vorbei. Menschen aus mehr als 80 Ländern leben inzwischen in der Stadt. In der Kindertagesstätte am Jahnplatz wird diese Vielfalt als Chance angenommen.

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Wittlich. Wenn Wittlicher sich am 1. Januar begegnet sind, dann haben sie sich ein "Frohes Neues Jahr" gewünscht. Oder sie sagten "Une Bonne Année", "Mutlu Yillar", aber auch "A legjobb kívánságotat az új évhez" oder "Sretna Nova Godina". Menschen aus mehr als 80 Nationen mit ganz unterschiedlichen Muttersprachen leben in der Stadt.
Eine Aufstellung der Stadtverwaltung zeigt, wie international Wittlich ist. Fünf Brasilianer, eine Laotin, 22 Niederländer, fünf Spanier oder 15 Österreicher. Die Liste der Wittlicher mit einem ausländischen Pass ist lang. Ziemlich genau zehn Prozent der gut 19 000 Einwohner haben keine deutsche Nationalität. Zwei Wittlicher haben übrigens gar keine, bei sechs Menschen ist die Nationalität ungeklärt.

Größere religiöse Vielfalt


Dass sich hinter diesen Zahlen und Pässen Menschen verbergen, wird an mehreren Stellen in der Stadt offensichtlich. Seit einigen Jahren ist beispielsweise der Tabakschuppen in Bombogen auch Anlaufstelle für junge Wittlicher, deren Eltern oder Großeltern in der früheren Sowjetunion geboren wurden und die als Spätaussiedler in Wittlich eine neue Heimat gefunden haben.
Mit den Wittlichern aus anderen Ländern ist auch die religiöse Vielfalt größer geworden. Bis zur Preußenzeit gab es neben den Katholiken nahezu ausschließlich nur Mitglieder der jüdischen Gemeinde.
Mit den preußischen Beamten kamen die ersten Protestanten in die Stadt. Inzwischen gibt es auch drei Moscheen in der Stadt für die zahlreichen Moslems, die als Gastarbeiter kamen und Wittlicher geworden sind.
Doch nicht allein das Minarett an der Moschee in der Schlossstraße zeigt, wie vielfältig Wittlich ist. Der wohl internationalste Ort in der Stadt befindet sich unweit des Rommelsbachs: die Kindertagesstätte Jahnplatz. Michaela Habscheid arbeitet dort seit 1985 und hat miterlebt, wie das Thema Integration zu einem immer wichtiger werdenden Teil der Arbeit geworden ist. Habscheid ist inzwischen Leiterin der Einrichtung und sagt "Von unseren 110 Kindern haben mehr als 70 eine andere Herkunftssprache."

18 Sprachen in der Kita


Diese Tatsache lässt sich natürlich nicht ignorieren. Am Jahnplatz wird die Mehrsprachigkeit auch als Chance betrachtet. Die Einrichtung nimmt unter anderem an einem Programm des Europarats teil und ist eine Schwerpunkt-Kita Sprache und Integration.
18 verschiedene Sprachen sind es aktuell, die von Kindern und den Erziehern gesprochen werden. Manuela Habscheid und ihr Team vertreten die Auffassung, dass "ein Kind seine Muttersprache kennen muss, um Deutsch lernen zu können." Zudem sollte das Kind die Erfahrung machen, dass seine Muttersprache akzeptiert wird.

Güle, Güle und Da swidania


Dementsprechend gibt es unter anderem eine Tafel in der Einrichtung, die darüber Auskunft gibt, welche Sprachen dort gesprochen werden.
Folgerichtig ist es eine Selbstverständlichkeit, wenn beim Abholen der jungen Wittlicher nicht nur ein freundliches "Auf Wiedersehen" zu hören ist, sondern auch ein "Güle, Güle", "Hasta la vista" oder ein "Da swidania".
In loser Reihenfolge stellt der Trierische Volksfreund in nächster Zeit Menschen vor, die in Wittlich heimisch geworden sind und aus anderen Ländern stammen.
Extra
Wittlich International: Neben mehr als 17 100 Wittlichern mit deutschem Pass leben rund 1900 Menschen mit anderer Nationalität in der Stadt. Nachfolgend die zehn stärksten Nationen: Türkei: 510 Bürger Ungarn: 155 Serbien und Montenegro: 154 Rumänien: 120 Polen: 115 Kosovo: 82 Russland: 67 Bulgarien: 67 Frankreich: 65 Slowakei: 30 In Wittlich sind offiziell 24 US-Amerikaner gemeldet. Deren Zahl dürfte jedoch höher liegen. Mitglieder der US-Streitkräfte unterliegen nicht der Meldepflicht und tauchen deshalb auch in keiner Einwohnerstatistik auf. Jeweils ein Wittlicher hat einen Pass aus Ägypten, Australien, Belgien, Chile, Dänemark, Indonesien, Irland, Jugoslawien, Kirgisistan, Kolumbien, Laos, Madagaskar, Malaysia, Montenegro, Mosambik, Ruanda Schweden, Slowenien, Somalia, Sowjetunion oder aus Weißrussland. har Quelle: Stadtverwaltung Wittlich




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