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Maanischder Narren fürchten das Aus

(Manderscheid) In diesem Jahr feiern die Maanischder Schauten mit Kappensitzung und Umzug noch einmal richtig Karneval. Doch es könnte vorerst das letzte Mal sein, denn zahlreiche Vorstandsmitglieder wollen nach der Session aufhören. Wie es weitergeht, entscheidet sich nach der Vorstandswahl.
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Manderscheid. Der Karnevalsverein Maanischder Schauten feierte im Juni 2009 ein großes Fest. Zwei Mal elf Jahre, also 22 Jahre alt, wurde der Verein. Die legendäre Kölner Stimmungsband Bläck Fööss lockte seinerzeit 900 Besucher ins eigens aufgebaute Festzelt. Vorsitzende Petra Wallscheid erinnert sich: "Es war ein Kraftakt, der uns viele Nerven gekostet hat. Letztlich war es aber ein großer Erfolg."
Dreieinhalb Jahre später sieht die Welt der Manderscheider Narren anders aus. Karneval in dem Eifelstädtchen könnte im nächsten Jahr schon Vergangenheit sein, wenn sich nicht einige Freiwillige finden, die im Vorstand des Vereins mitarbeiten wollen. Petra Wallscheid, seit zehn Jahren Vorsitzende der Schauten und ein Teil des siebenköpfigen Vorstands - alles Frauen - wollen aufhören. Petra Wallscheid (56): "Wir sind in einem Alter, wo uns das zu viel wird. Die Luft ist raus. Es müssen Jüngere ran."

Hoffen auf die Vorstandswahl


Nach Aschermittwoch, der genaue Termin steht noch nicht fest, wird die Vorsitzende die rund 100 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung einladen. Und dann stehen Vorstands-Neuwahlen auf der Tagesordnung. "Wenn dann keiner bereit ist, mitzuarbeiten, weiß ich auch nicht, wie es weitergehen soll", sagt die Vereinsvorsitzende.
Dabei kommt das Problem nicht von heute auf morgen. Nach den Vorstandswahlen vor zwei Jahren hatte der Verein in Manderscheid Handzettel verteilt, mit der Bitte an die Bürger, sich im Vorstand zu engagieren. Doch niemand reagierte. Petra Wallscheid, die damals schweren Herzens noch einmal zwei weitere Jahre als Vorsitzende dranhängte, war enttäuscht, zumal sie gerne noch neue Leute eingearbeitet hätte.
Günter Theis, seit 2005 Sitzungspräsident, würde den Job gerne weitermachen. Er äußert aber Verständnis für die Frauen, die sich aus dem Vorstand zurückziehen wollen. Theis: "Das ist ein kleiner Verein, und zu viel bleibt an wenigen hängen." Der Vorstand habe in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet. Theis appelliert daher an die Manderscheider, sich zu engagieren, damit es auch in Zukunft Karneval in dem Eifelstädtchen gibt.
Zurzeit konzentrieren sich der jetzige Vorstand und die Mitglieder - vielleicht zum letzten Mal - auf das große Manderscheider Karnevalswochenende am 2. und 3. Februar. Am Samstag, 2. Februar, sorgen Büttenredner, Funkengarde und Showtänzerinnen für Stimmung im Festsaal des Kurhauses, und am Sonntag, 3. Februar, also eine Woche vor Fastnacht, startet ab 13.11 Uhr der große Umzug. Abschluss der Manderscheider Fastnacht ist traditionell das Verbrennen der Strohpuppe Lazarus in der Nacht von Fastnachtdienstag zum Aschermittwoch.


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