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Nachhaltigkeit: Moralische Verpflichtung, die sich rechnet

Fleischwarenhersteller Peter Sanktjohanser plädiert beim Himmeroder Forum für soziale und ökologische Ausrichtung von Betrieben

(Großlittgen) Peter Sanktjohanser ist Umweltpreisträger und Geschäftsführer der Firma Quint Fleischwaren. Beim Himmeroder Forum für Führungskräfte hat er erläutert, was in mittelständischen Unternehmen möglich ist, um ökologisches und soziales Engagement mit Wirtschaftlichkeit zu verbinden.

04.09.2011
Großlittgen. "Die Zeit ist reif für Nachhaltigkeit", sagte Volkswirt Ekkehard Nau, als er das Himmeroder Forum für Führungskräfte eröffnete.
Zwar finde in Wirtschaft und Politik ein Umdenken statt, doch schreite die Entwicklung noch zu langsam fort.
Peter Sanktjohanser, Geschäftsführer von Quint Fleischwaren in Trier und Gewinner des Umweltpreises 2011 des Landes Rheinland-Pfalz, motivierte die Führungskräfte aus der Region, ihre Unternehmen sozial, energiesparend und ressourcenschonend auszurichten.
Sanktjohanser betonte, dass die Investition in die betriebliche Umstellung nicht nur moralische Verpflichtung sei, sondern sich rechne: In seinem Betrieb sei der Krankenstand auf 2,6 Prozent gesunken, durch den Imagegewinn habe sich die Kundenbindung verstärkt und die Energiekosten seien minimiert worden.

Analyse im Betrieb


Erster Schritt sei die innerbetriebliche Analyse. Welches sind die CO-Verbraucher und die Kostentreiber? Sparsame Firmenfahrzeuge, PCs mit Stand-by-Modus, leichteres Papier für die Geschäftspost, bewussteren Umgang mit Wasser und eine optimierte Mülltrennung nannte Sanktjohanser als denkbare Maßnahmen.
Am Beispiel seines Unternehmens zeigte er Möglichkeiten für mehr soziale Verantwortung: regelmäßige Mitarbeiterfortbildungen, Mitarbeiterbeteiligungen an der Firma, verbesserte Arbeitssicherheit und Verkauf von Lebensmitteln, die in der Region gewachsen oder produziert worden sind.
Wichtig sei es, die angestrebten Ziele schnell zu erreichen und nicht zu niedrig anzusetzen. Damit die Umsetzung gelingt, riet er dazu, sich nicht nach dem Gießkannenprinzip zu engagieren, sondern zunächst einen Baustein zu fokussieren.
Auf die Nachfrage, ob der Verbraucher das Engagement wahrnehmen werde, antwortete Sanktjohanser mit einem klaren Ja. Er ist sich sicher, dass es in Deutschland bald ein Siegel für Nachhaltigkeit geben wird. sys