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aus unserem Archiv vom 13. Juni 2012
Autor: Sybille Schönhofen Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Wittlich Drucken  E-Mail

Rechengenie mit Macht über Zeit und Herzschlag

Ein Mann mit übersinnlichen Kräften? Gemeinsam haben Häftlinge und Gäste von außerhalb der Mauern über die genialen Rechenkünste und unerklärlichen Phänomene gestaunt, die Mentalmagier Andreas Häussler in der JVA Wittlich vorführte - ein Höhepunkt der Eifelkulturtage in Sachen Spannung.

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Wittlich. Hinter den Gefängnismauern lag in zweierlei Hinsicht Spannung in der Luft. Zum einen verbrachten Gefangene und externe Gäste gemeinsam einen Abend im Knast. Zum anderen zeigte das Bühnenprogramm scheinbar Unerklärliches. Andreas Häussler, Mentalmagier und Rechengenie, übertrumpfte beim Quadrieren und Vierfachpotenzieren ihm zugerufener zweistelliger Zahlen jeden Taschenrechner in seiner Schnelligkeit.
Das war noch berechenbar. Dann aber führte Häussler Phänomene vor, die so leicht nicht mehr erklärbar sind. Dafür fasste er die Hände seiner Mitspieler und blickte ihnen tief in die Augen. So erriet er einen Gegenstand, an den sein Gegenüber dachte und konnte nachzeichnen, was ein Gast im Verborgenen aufgemalt hatte.
Geheimnisvoll waren auch seine Experimente mit der Zeit, die er mit einer unfreiwillig komischen Frage einleitete: "Haben Sie sich schon mal Gedanken um die Zeit gemacht?" Die Gefangenen im Chor: "Nöööö". Der Lacher des Abends.
Was die Insassen gerne tun würden, übernahm Häussler für sie. Er stellte die Zeit an einer Armbanduhr auf eine ihm zugerufene Minutenzahl vor, wohlgemerkt ohne die Uhr zu berühren. Häussler hielt nicht nur Sekundenzeiger an, sondern auch den eigenen Herzschlag. Ein Rettungssanitäter fühlte seinen Puls - und dann plötzlich keinen mehr.
"Das ist nicht normal", klang das ungläubige Wispern durch die Reihen der 160 Zuschauer. Spätestens als Häussler mit drei Fragen über persönliche Vorlieben das Geburtsdatum eines Häftlings erriet, gab es Konsens im Publikum. "Das Unerklärliche sind besondere Momente in unserem Leben", sagte Häussler. Das traf auf dieses Erlebnis zu, das inspirierte und viele Fragen aufwarf.




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