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Reportage über JVA: Mit der Kamera im Wittlicher Knast

(Wittlich) Ein Fernsehsender zeigt eine Reportage über den Alltag in der Justizvollzugsanstalt Wittlich. Fünf Tage lang hat ein Team gefilmt. Zu sehen sein wird der Beitrag Ende November.

14.11.2017
Petra Willems
Nicht alltäglichen Besuch hatte kürzlich die Justizvollzugsanstalt (JVA) Wittlich: Fünf Tage lang war ein dreiköpfiges Fernsehteam zu Gast in der Anstalt. Der Grund: der Dreh einer Reportage für den Fernsehsender N24. „Anfang des Jahres“, so Anstaltsleiter Jörn Patzak, sei das Team auf ihn zugekommen mit der Anfrage, die Reportage drehen zu dürfen. Nachdem die Formalitäten geklärt waren, kam das dreiköpfige Team – Kameramann, Assistent und Redakteur – zum Dreh nach Wittlich. Der dauerte zuweilen etwas länger. „Es waren auch Tage dabei, da war das Team von 5.30 bis 19.20 Uhr im Einsatz“, sagt Patzak. Gedreht worden sei in fast allen Bereichen der Anstalt: auf der Abteilung, also dort, wo die Gefangenen untergebracht sind, in den Wirtschaftsbereichen der Anstalt, im Krankenhaus der JVA und auch in Bereichen wie der Postkontrolle. 

Zudem hat das Fernsehteam mit einigen Häftlingen gesprochen, die teilweise sehr persönliche Erfahrungen preisgegeben haben, und natürlich auch mit Bediensteten. Für die hat Jörn Patzak ein großes Lob: „Das Team hat fantastisch mitgearbeitet.“ 

Während des Drehs musste das Fernsehteam strenge Vorgaben beachten, denn aus Datenschutzgründen dürfen nicht alle Gefangenen in der Reportage ungepixelt gezeigt werden. 
Auch deshalb hat Anstaltsleiter Jörn Patzak den Rohentwurf des Films auch vorab zu sehen bekommen. Und ist davon und auch von der Arbeit der Fernsehleute begeistert: „Es war sehr spannend, daran mitzuwirken. Das Fernsehteam war sehr professionell.“ 

Vorab haben Patzak und das Fernsehteam sich nach der ersten Kontaktaufnahme getroffen, Absprachen getroffen und ein minutiöses Programm ausgearbeitet, was wann und wo gefilmt werden kann. 
Mit der Reportage, die den Alltag in der Justizvollzugsanstalt realistisch darstellen soll, verknüpft Patzak auch die Hoffnung, „dass der Film zeigt, wie die Arbeit hinter den Mauern wirklich ist“. 
Insgesamt zieht er ein positives Fazit der Dreharbeiten: „Es hat zwar unheimlich viel Zeit gekostet, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht.“ 

EXTRA

DIE JVA IM FERNSEHEN 
Der Sender N24 zeigt die Reportage über die Justizvollzugsanstalt an mehreren Sendeterminen. Bisher stehen fest: Auf N24 wird der Film am Montag, 27. November, 20.05 Uhr, und Dienstag, 28. November, 1.05 Uhr, gezeigt. Auf dem Kanal N24 Doku sind bisher folgende Termine geplant: Montag, 27. November, 21.15 Uhr, Dienstag, 28. November, 2.05 Uhr und Mittwoch, 29. November, 5.30 Uhr. Mit folgendem Text wird die Reportage, die den Titel „Eine Kleinstadt hinter Gittern – Die Gefängnisanlage Wittlich“ trägt, in der Programmvorschau des Senders zusammengefasst: In der größten Haftanstalt von Rheinland-Pfalz in Wittlich sind 600 männliche Strafgefangene inhaftiert. Der Komplex aus JVA, Jugendstrafanstalt, Krankenhaus und Bildungszentrum misst die Größe von 25 Fußballfeldern. 
Mit seiner Vielzahl an Einrichtungen ist der Wittlicher Gefängniskomplex einmalig in Deutschland. Wie sehen Alltag und Zukunftspläne der Inhaftierten aus, wie die Ausbildung ihrer Angestellten? Die Reportage gewährt private Einblicke hinter „schwedische Gardinen“ in der Eifel.
 

EXTRA

DIE JUSTIZVOLLZUGSANSTALT WITTLICH
 
In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wittlich sind vom Landgericht Trier verurteilte Gefangene untergebracht, die eine zwei- bis fünfjährige Haft absitzen müssen, sowie Gefangene, die vom Landgericht Koblenz zu einer bis zu zweijährigen Haftstrafe verurteilt wurden. 
In den offenen Vollzug dürfen Männer ab einem Jahr noch zu verbüßender Freiheitsstrafe, die vor dem Landgericht Trier ausgesprochen wurde.
Die in den Betrieben wie Bäckerei oder Gärtnerei der JVA hergestellten Produkte werden teilweise auch an die Öffentlichkeit verkauft. Produkte der Eigenbetriebe gibt es in der JVA-Gärtnerei, Trierer Landstraße 78, sowie auf regionalen Ausstellungen. Mit den Waren aus der Bäckerei werden alle Justizvollzugsanstalten im Land beliefert. 
In der benachbarten Jugendstrafanstalt (JSA) bleiben die Gefangenen im Schnitt zwischen zwölf und 14 Monaten. Die Mindesthaftzeit sind sechs Monate, die Höchststrafe zehn Jahre, in extremen Ausnahmefällen sind im Jugendstrafrecht auch bis zu 15 Jahre möglich. Im offenen Vollzug bietet die JSA sieben Haftplätze an.