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Säubrennerkirmes: Tierschützer wollen Reitkarussell per Online-Antrag verbieten

(Wittlich) Tierliebhaber haben eine Online-Petition gegen das Ponykarussell auf der Säubrennerkirmes gestartet. Ihr Ziel ist es, das Geschäft zu verbieten. Doch ihre Chancen auf Erfolg gehen gegen Null.

18.08.2016
Petra Willems
Die einen mögen es, die anderen hassen es: das Ponykarussell auf Rummelplätzen. Auch auf der Säubrennerkirmes wird das Ponyreiten an diesem Wochenende angeboten — und ruft Tierschützer auf den Plan. 

Im Internet wurde eine Online-Petition gestartet, die sich an Wittlichs Bürgermeister Joachim Rodenkirch und den Stadtrat richtet. Das Ziel: Ponyreiten auf der Kirmes zu verbieten. Bis gestern Abend hatten mehr als 1200 Menschen die Petition unterzeichnet. 

 Nach Auskunft von Stadt-Pressesprecher Jan Mußweiler hat es auch in den vergangenen Jahren immer wieder entsprechende Anfragen gegeben, zum Beispiel 2012 vom Förderverein Eifeltierheim. Mußweiler: „Aus diesem Grund hatten wir seinerzeit den Verein eingeladen, um sich die Stallungen, den Paddock, die zur Verfügung stehende Wiese und den Gesundheitszustand der Ponys anzusehen.“ 

Dem seien die Vorsitzende des Vereins und eine Begleiterin nachgekommen, zudem konnten sie Fragen an den Betreiber und die Stadt stellen. Beide Frauen, die grundsätzlich gegen ein Ponykarussell seien, hätten anerkannt, dass sich der Betreiber „größte Mühe gebe, die Ponys bestmöglich unterzubringen“. Zudem und hätten sie festgestellt, dass die Tiere in einem guten Zustand seien. Eine weitere Besichtigung habe es nicht mehr gegeben, obwohl der Betreiber seine Bereitschaft dazu erklärt hatte. 

Das Thema „Reitpalast“ an der Kirmes ist laut Mußweiler vonseiten der Stadt zudem 2012 in dem zuständigen Gremium unter Hinzuziehung des Veterinäramts der Kreisverwaltung beraten worden. Mußweiler: „Damals fiel das Votum zugunsten des Ponykarussells aus, da die Nachfrage bei Kindern und Familien nach wie vor sehr groß ist. Zudem ist der Betrieb gesetzlich zulässig.“

Außerdem unternehme der Betreiber freiwillig vieles zum Wohl der Tiere. 
Eine Reaktion der Stadt auf die Online-Petition wird es nicht geben, das sie „keine rechtliche Wirkung entfalte. Die Gemeindeordnung sieht für einen solchen Fall den Einwohnerantrag vor, auch wenn die Vergabe von Standplätzen an der Säubrennerkirmes grundsätzlich keine Angelegenheit des Stadtrats ist.“ Einen solchen Antrag können Einwohner Wittlichs unterstützen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben. 

Im Frühjahr dieses Jahres hat es zur Kirmes im Trierer Messepark ebenfalls eine solche Petition gegeben. Damals regte sich vor allem im sozialen Netzwerk Facebook enormer Widerstand. Verboten wurde das Ponykarussell nicht.