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13.10.2017

Tag der Entscheidung für Kloster Himmerod

(Großlittgen) Am Samstag sagt Abt Johannes, ob die Eifeler Zisterzienserabtei noch eine Zukunft hat.

Wie geht es weiter mit der personell ausgedünnten Eifler Zisterzienserabtei Himmerod? Wird der Konvent aufgelöst, oder wird aus dem fast 900 Jahre alten Kloster eine Art Niederlassung der Himmerod vorgesetzten Westerwälder Abtei Marienstatt?

Die Entscheidung soll am Samstag bekanntgegeben werden, sagte der Himmeroder Abt Johannes Müller auf Anfrage unserer Zeitung. Zuvor will der 52-jährige Zisterzienser noch Triers Bischof Stephan Ackermann persönlich darüber informieren, wie das Kongregationskapitel in Sachen Himmerod entschieden hat.

In dem Kapitel sitzen die Äbtissinnen und Äbte von 19 selbstständigen Zisterzienser-Klöstern aus sechs Ländern. Bei der am Freitag  zu Ende gegangenen fünftägigen Tagung in der Schweiz sollte auch über die Zukunft des Eifeler Klosters entschieden werden. Abt Johannes hatte schon im Vorfeld deutlich gemacht, dass nach seiner Ansicht „nur noch ein Wunder“ den Konvent retten könne.
 
In der geografisch im Dreieck zwischen Bitburg, Daun und Wittlich gelegenen riesigen Abtei leben gerade einmal fünf Mönche, und die sind nach Angaben von Insidern auch noch heillos untereinander zerstritten. Der Abt formuliert es etwas frommer, sagt lieber, dass „die Crux des Konvents auch der seit langem ausgeprägte starke Individualismus“ sei.
 
Wenn die Eifeler Ordensgemeinschaft aufgelöst wird, gehen die Immobilien und Grundstücke an das Bistum. Dort heißt es zwar, man wisse um den Wert von Himmerod als geistliches Zentrum. Doch konkrete Zusagen werde man vorerst keine machen, verlautete inoffiziell aus dem Generalvikariat.
 
Sicher scheint aber etwas anderes zu sein: Der bekannteste Himmeroder Zisterzienser, Pater Stephan Raimund Senge (83), soll angeblich auf jeden Fall in der Abtei wohnen bleiben.