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aus unserem Archiv vom 05. August 2012
Autor: Christian Moeris Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Wittlich Drucken  E-Mail

Ticker: So liefen Evakuierung und Entschärfung

Die Fliegerbombe in Wittlich ist entschärft. Kurz nach 12 hatte Kampfmittelräumer Dietmar Schmid den 250 Kilogramm schweren Sprengkörper unschädlich gemacht. Die Evakuierung und Bombenentschärfung im Ticker.

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12:06 Uhr: Die Fliegerbombe in Wittlich ist entschärft. Weniger als zehn Minuten brauchte Kampfmittelräumer Dietmar Schmid, um den 250 Kilogramm schweren Sprengkörper unschädlich zu machen. „Wider Erwarten war es eine Blitzentschärfung“, sagt Dietmar  Schmid. Weil die Bombe deformiert war, hatte er sich im Vorfeld größere Sorgen gemacht. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Bombe beim Aufprall wohl gezündet hatte, aber es nicht zur Detonation gekommen war. Die 2700 Wittlicher, die in Sicherheit gebracht wurden, können nun in ihre Häuser zurückkehren.

11:57: Die Evakuierung der Sicherheitszone in Wittlich ist abgeschlossen. Um Punkt 12 Uhr beginnt die Entschärfung.

11.37 Uhr: Im Cusanus-Gymnasium, wo 66 Bewohner des Altenzentrums untergebracht sind, wird nun ein Gottesdienst gefeiert. Der Pfarrer Hartwig Honecker aus Wittlich, der den Gottesdienst zelebrieren wird, sagt: „Einige alte Leute sind ängstlich. Bei ihnen kommen Erinnerungen an die Kriegszeit hoch.“ Zwölf Malteser kümmern sich um die Leute. 

11.09 Uhr: Dietmar Schmid (67) vom Kampfmittelräumdienst Koblenz wird die Bombe entschärfen. Schmid ist ein erfahrener Kampfmittelräumer. Er hat selbst schon 150 Bomben entschärft, bei 300 Entschärfungen war er dabei. Bei der Bombe handelt es sich um eine 250-Kilogramm-US-Fliegerbombe des Typs „General Purpose Mehrzweckbombe“, der Aufschlagszünder trägt die Bezeichnung M 103. Die Entschärfung des Aufschlagszünders könnte sich nach Einschätzung von Schmid schwierig gestalten, da der Sprengkörper beschädigt ist. Welchen Sprengstoff die Bombe enthält, weiß Schmid noch nicht. Seit ihrer Entdeckung am Donnerstag wurde die Bombe von THW und privaten Sicherheitsdiensten rund um die Uhr bewacht.

11.01 Uhr: Die Evakuierung stellt für die Einsatzkräfte in Wittlich eine Herkulesaufgabe dar. 2700 Menschen - also zehn Mal so viele wie bei der letzten Bombenentschärfung - müssen in Sicherheit gebracht werden.

10.42 Uhr: Das Wittlicher Altenheim ist inzwischen komplett geräumt. 15 Einsatzwagen von DRK und Malteser Hilfsdienst haben 140 alte Menschen in Sicherheit gebracht.

10.35 Uhr: Etwa 20 Insassen der Justizvollzugsanstalt Wittlich sind bereits in Sicherheit gebracht. Dabei handelt es sich ausschließlich im Freigänger im offenen Vollzug. Sie unternehmen heute eine Wanderung zu ihrem Land-Stützpunkt.

10.18 Uhr: Eine bettlägeriger Mensch in der Evakuierungszone weigert sich, das Haus zu verlassen. Die Helfer vom Malteser Hilfsdienst reden ihm gut zu. Nichts zu machen. Nun wird die Polizei informiert.

10.04 Uhr: 70 Menschen aus der Evakuierungszone sind inzwischen an der Feuerwache in Wittlich eingetroffen. Meistens sind es Menschen, die nicht wissen, wo sie sonst hin sollen.

9.40 Uhr: Einsatzbesprechung der Feuerwehr: Martin Schmidt, stellvertretender Wehrleiter glaubt: „Um 13.30 Uhr ist die Sache erledigt, wenn alles glatt läuft.“ Die Feuerwehr hat heute ebenfalls doppelte Besetzung: 45 Leute sind insgesamt im Einsatz. 20 von ihnen gewährleisten die ureigene Aufgabe der Feuerwehr: den Brandschutz. Dennoch: „Wir werden nicht von Haus zu Haus gehen und klingeln“, sagt Schmidt. „Das können wir nicht leisten.“ Wen sich jemand weigere, die Evakuierungszone zu verlassen, werde die Polizei informiert.

9.35 Uhr: Yvonne Weiler (29) und Sohn Leon (7) aus der Kegelbahnstraße sind auch zur Feuerwache gekommen. Sie sind erst am Samstag aus dem Urlaub zurückgekommen und wurden von der geplanten Entschärfung überrascht. Leon hat seine Hausaufgaben mitgebracht. In der Feuerwache gibt es aber auch einen Fernsehraum für Kinder. Dort erklärt die „Sendung mit der Maus“, wie’s läuft.

9.15 Uhr: Wittlichs Bürgermeister Joachim Rodenkirch ist in der Einsatzzentrale an der Feuerwache eingetroffen. „Wir haben insgesamt 160 Einsatzkräfte vor Ort“, sagt Rodenkirch. Die Evakuierung läuft nach Plan. Ab 10 Uhr wird es insgesamt 20 Straßensperren geben. Dann kommt man zwar noch raus aus der Stadt, aber nicht mehr rein.

9 Uhr: Hazime Koteich (32) aus dem Libanon lebt in der Evakuierungszone. Sie weiß nicht, wohin sie und ihre vier Kinder sollen und organisiert sich ein Taxi, mit dem sie sich und ihre Kinder von der Karrstraße zur Feuerwache bringen lässt. Einmal evakuieren: 8,60 Euro.

8.50 Uhr: Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr ist in Wittlich unterwegs, um die Bewohner der Evakuierungszone auf die Evakuierung hinzuweisen. "Wohnungen sind bis 10 Uhr zu räumen. Die Aufhebung wird über Lautsprecher  bekannt gegeben", tönt es aus den Lautsprechern. Insgesamt leben 2700 Menschen in der Evakuierungszone. Zudem müssen "30 hilfsbedürftige in Sicherheit gebracht werden", sagt Rolf Becker vom Ordnungsamt Wittlich. Insgesamt sind fünf verschiedene Organisationen im Einsatz, darunter die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst, das Technische Hilfswerk (THW) und die Polizei.

8.20 Uhr: Die Evakuierung in Wittlich ist gestartet.  140 alte Menschen werden derzeit in Sicherheit gebracht. 26 von ihnen kommen ins Krankenhaus, weil sie bettlägerig sind. Alle anderen bringen DRK und Malteser Hilfsdienst ins Atrium des Cusanus-Gymnasiums. Für den Entschärfungstag wurde das Personal des Altenheims verdoppelt. Bis in den Nachmittag hinein werden die alten Menschen auch mit Essen im Cusanus-Gymnasium versorgt. 15  Fahrzeuge von DRK und Malteser Hilfsdienst sind derzeit dabei, die alten Menschen in Sicherheit zu bringen. Käthe Kuhn (89) aus Wittlich ist auch dabei. Sie hat auch 1944 den Bombenangriff an Heiligabend miterlebt und sagt: "Da kommen Erinnerungen hoch."

Die Eckpunkte der Evakuierung lesen Sie hier
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