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Tiefer gelegt wird diesmal die Straße

WITTLICH. Die alte Bahntrasse zwischen Wittlich und Wengerohr ruht schon jahrelang. In Höhe St. Paul soll ein Kreisverkehrs die zukünftigen Verkehrsströme besser und auch um Wengerohr herum lenken. Das Problem, die Schienen überbauen zu müssen, entfällt.

14.03.2007
Von unserer Redakteurin
SONJA SÜNNEN
Dass jemals wieder ein Zug auf den alten Gleisen verkehrt, glaubt kein Mensch. Jedoch hatten die Planer bislang sicherstellen müssen, dass die Schienen theoretisch reaktiviert werden können. Dazu erklärt Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Dienstellenleiter und Leiter des Projektbüros beim Landesbetrieb Mobilität Trier (LBM TR) auf TV-Nachfrage: "Die ursprüngliche Planung sah im Bereich des Anschlusses B 50 alt/L 53 neu bei St. Paul nicht nur einen Kreisverkehrsplatz vor, sondern auch ein Brückenbauwerk über die alte, nicht mehr in Betrieb befindliche Bahnstrecke Wittlich-Wengerohr."

Lange Suche nach "vernünftiger" Lösung

Schon der gesunde Menschenverstand vermutet: Das wird teuer. "Da die Wahrscheinlichkeit der Reaktivierung der Bahnstrecke äußerst gering war, kam die Initiative aus unserem Hause, alle Hebel in Gang zu setzen, kein Bauwerk bauen zu müssen, welches später unnötig sein würde", sagt Hans-Michael Bartnick und erklärt das Vorgehen: "Dafür wurde von unserer Seite ein so genanntes Plangenehmigungsverfahren für die Umplanung der Ortsumgehung Wittlich-Wengerohr gewählt. Durch die so genannte Konzentrationswirkung kann damit auch die Entwidmung der Gleisanlage geregelt werden."

Durch die Umplanung entfällt das zuvor notwendige Brückenbauwerk, und der Kreisverkehr kann eine Etage, das sind sechs Meter tiefer gelegt werden. Offiziell wurde die gute Nachricht im Februar im Stadtrat Wittlich vorgestellt. In den Sitzungs-Unterlagen ist auch dokumentiert, wie lange man schon an einer "vernünftigen" Lösung für diesen Knotenpunkt, der Teil der Umgehung Wengerohr ist, arbeitet und welche bürokratischen Hürden zu nehmen waren.

In der Erläuterungen heißt es: "Im Mai 2005 wurde vom Zweckverband Schienenpersonal-Nahverkehr Rheinland-Pfalz Nord die Zustimmung zur Aufgabe und Entwidmung der Schienenverbindung Wittlich Hbf und Wittlich-Stadtmitte erteilt. Hierdurch wird die Absenkung und Verschiebung des Kreisels St. Paul möglich. Im Rahmen der Konzentrationswirkung erfolgt im Rahmen der Plangenehmigung für die Umplanung des Kreisels St. Paul auch die Freistellung der Bahnstrecke zwischen Wittlich-Wengerohr und Wittich-Stadtmitte von Bahnbetriebszwecken gemäß § 23 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes." Kurz: Der Zug für Züge ist endgültig und vor allem offiziell abgefahren. Der Vorteil für die Umgehung ist: Es muss nicht in die Höhe und auch weniger in die Breite gebaut werden. Immerhin mussten zudem Rampen für die Brücke geplant werden, die jetzt auch entfallen. Hans-Michael Bartnick vom LBM sagt: "Die dadurch reduzierte Flächeninanspruchnahme führt zu einem positiven Ökokonto, welches unmittelbar für die ergänzende Planungsmaßnahme im Zuge der L 53 vom ,Aldi bis hinter die A1’ aufgebraucht wird."

L52 soll in Höhe Feuerwache ausgebaut werden

Wenn der St. Paul-Kreisel gebaut wird, soll zeitgleich ab der L 52, Höhe Feuerwache ausgebaut werden. Das hatte die Stadt Wittlich gewünscht. Im Stadtrat wurde die neue Lösung begrüßt. Laut Hans-Michael Bartnick soll dieses Projekt mit Verkehrskreisel beim Aldi-Zentrallager möglichst in diesem Jahr realisiert werden. Zuvor war in diesem Bereich nur eine normale Linksabbiegespur geplant. Der Kreisverkehrsplatz St. Paul gehört zu Bauabsichten des Landesbetriebs im Jahr 2007. Der Streckenbau der L 52 neu/ L 53 neu/Kreisel werden in einem Auftrag ausgeschrieben und vergeben. Beim Landesbetrieb erwartet man, dass "in der zweiten Jahreshälfte der Kreisverkehrsplatz in einem sinnvollem Zeitkorridor" hergestellt werden kann. Was das alles kostet? Dafür muss das Ergebnis der Ausschreibung abgewartet werden.

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