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26.04.2007

Tote Strecke sorgt für Wirbel

Vom Stadtrat in den Ortsbeirat, zurück in den Stadtrat: Das Schicksal einer alten Bahnbrücke in Wengerohr beschäftigt auch außerhalb der offiziellen Gremien: Einige Kommunalpolitiker wollen die Brücke erhalten und kritisieren, die Verwaltung habe unvollständig informiert (der TV berichtete).

Wittlich. (sos) Will die Stadt die alte Brücke alias "Eisenbahnüberführungsbauwerk" über die B 50 in Wengerohr haben? Ergibt eine Nutzung etwa als Radwegverbindung Sinn? Lässt man besser die Finger davon, auch wegen der Kosten? Muss jetzt eine Entscheidung fallen, oder wird sonst der Bau der Ortsumgehung Wengerohr blockiert?

Zur Vorgeschichte: Für eine Ratssitzung im März stand die Brücke zu Debatte. Der Ausschus hatte zuvor empfohlen, sie nicht zu übernehmen. Das Thema wurde verschoben, um den Wengerohrer Ortsbeirat entscheiden zu lassen. Der wollte die Brücke nicht.

Jetzt muss der Stadtrat entscheiden. In der Beschlussvorlage steht:

"Im Zuge der Plangenehmigung für die Umplanung der Landesstraße 53, Umgehung Wittlich Wengerohr (Kreisel St. Paul) ist auch die Freistellung und Entwidmung der ehemaligen Bahntrasse zwischen Wittlich-Stadtmitte und dem Stadtteil Wengerohr erforderlich." Und zur ehemaligen Bahntrasse gehört auch die Brücke über die B 50 in Wengerohr. Der DLR Mosel empfehle zwar, die Brücke zu erhalten, etwa um den Maare-Mosel-Radweg damit zu ergänzen, aber aus Sicht der Stadtverwaltung sei die Brücke weder als Rad- und Wirtschaftsweg noch für Fußgänger sinnvoll, auch seien Umbau- und Unterhaltungskosten zu berücksichtigen.

Die Ortsumgehung wird gebaut

Im März erklärte Karl Daus, Stadtverwaltung, dem Stadtrat, der Landesbetrieb Mobiliät (LBM) dränge auf eine Entscheidung, weil die Entwidmung der Bahnstrecke erst möglich sei, wenn das Schicksal der alten Brücke geklärt sei. Doch was hat die Brücke in Wengerohr genau mit der Ortsumgehung zu tun? In der Stadtratsitzung im Februar war doch erst die frohe Botschaft verkündet worden, mit dem Kreisel Höhe St. Paul könne begonnen werden. Er müsse auch nicht mehr höher gelegt (über die alten Schienen) werden, weil die Freistellung (Entwidmung) der Bahnstrecke voran gekommen sei. Die gute Nachricht bestätigt Michael Bartnick vom LBM erneut: Im Sommer sollen die Arbeiten beginnen. Für die Strecken L 52neu/L 53neu/Kreisel St. Paul seien die Auschreibungsunterlagen verschickt: "Die Ortsumgehung wird gebaut." Und im besten Fall sei es so, dass die Frage nach der Brücke keinen Einfluss habe. Aber die alte Brücke hinge als Torso rechtlich in der Luft.

Das Ganze sei "ein Spezialfall mit Kettenwirkung". Auch die Bahn wolle wohl nicht die Strecke hinten entwidmen, wenn weiter vorne nicht geklärt sei, was passieren soll. "Der LBM Trier hat die rechtliche Prüfung in der Sache veranlasst. Ein Ergebnis wird in der ersten Maiwoche erwartet", sagt Franz Peters, LBM, weil im schlimmsten Fall auch keine Plangenehmigung ausgesprochen werden könne. Denn, so informiert Franz Peters weiter zur Entwidmung der Bahnstrecke: "Diese Freistellung umfasst auch die in Rede stehende Eisenbahnüberführung über die B 50 in Wengerohr. Unabhängig davon, wann und welche Entscheidung der Stadtrat Wittlich hinsichtlich einer weiteren Verwendung des Bauwerkes trifft, wird dieses Gegenstand der Freistellung sein. Zur Vermeidung von Gleistorsi ist es unabdingbar erforderlich, dass die Freistellung den kompletten Streckenabschnitt umfasst."

Entscheidung vor Erlass der Fertigstellung empfohlen

Auf die Problematik, dass mit der Entwidmung rechtliche Auswirkungen in Bezug auf die Eisenbahnüberführung einhergehen könnten, habe der LBM Trier die Stadtverwaltung hingewiesen und deshalb eine Entscheidung über die weitere Verwendung der Brücke vor Erlass der Freistellung empfohlen.

Der Ratsbeschluss aber habe auf den zeitlichen Ablauf und den Umfang der Freistellung keinen direkten Einfluss, denn, so sagt Franz Peters weiter: "Die Plangenehmigung wurde der Planfeststellungsbehörde zwischenzeitlich zur Genehmigung vorgelegt. Darüber hinaus wird derzeit die Submission als Grundlage für den Baubeginn im Sommer 2007 betrieben."

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