region/wittlich

Unfall am Kreuz Wittlich: Dramatischer Einsatz für 70 Rettungskräfte

Schwerer Unfall am Kreuz Wittlich: Mehrere Autos prallen ineinander – Mann wird beim Versuch, die Unfallstelle abzusichern, überfahren

(Wittlich) Erst gegen drei Uhr am Dienstagmorgen war die A.1 bei Wittlich wieder vollständig befahrbar: Ein Massenunfall mit einem Toten und mehreren Verletzten hatte zu einer Sperrung des Fahrstreifens Richtung Norden geführt. Dabei kam ein Mensch ums Leben. Der Sachschaden beträgt schätzungsweise 185.000 Euro. Dossier zum Thema: Topthemen

13.01.2015
Hans-Peter Linz
Der Morgen danach: Eine unerwartete vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern überrascht den Autofahrer, der von Trier kommend am Kreuz Wittlich eine LKW-Kolonne überholt. Normalerweise ist hier kein Tempolimit. Die Straße steigt an und führt in eine leichte Linkskurve, was sie schwer einsehbar macht. Rechts stößt die Auffahrspur der A 60 hinzu.

An der Stelle, an der der Autofahrer den Fuß vom Gas nehmen muss, zeugen auf die Fahrbahn gesprühte farbige Markierungen, Bremsflecken und Ölflecken von der tödlichen Massenkarambolage, die sich an dieser Stelle am Montag gegen 18 Uhr ereignet hat. Ein Mensch stirbt dabei, einer wird schwer verletzt, sechs weitere haben leichte Verletzungen. Fünf Autos stoßen zusammen. Der Gesamtschaden beträgt 185.000 Euro.

Was war an diesem Abend, an dem weder Regen noch Nebel die Verkehrslage beei nträchtigen, geschehen? Noch ermittelt die Polizei und sucht Zeugen, um den Tathergang genau zu rekonstruieren.

Der Hergang des Unfalls: Nach den ersten Erkenntnissen der Ermittler könnte sich der Unfall so ereignet haben: Ein mit drei Männern (16, 17 und 18 Jahre) besetzter Opel Astra  aus dem Raum Neuwied fährt auf der .A.1 in Richtung Koblenz. Dieser prallt aus bisher nicht geklärter Ursache in die Mittelschutzplanke und kommt auf der Fahrbahn zum Stillstand. 

Ein nachfolgender 54-jähriger Fahrer eines VW Passat aus dem Raum Daun kann ihm ausweichen und hält zirka 50 Meter dahinter auf der Überholspur. 

Ein weiterer nachfolgender 45-jähriger Audi-Fahrer aus dem Raum Daun kann zunächst noch dem Opel Astra ausweichen und streift dann aber den auf der Überholspur stehenden VW Passat. Er hält auf der Standspur.
Ein nun folgender 51-jähriger Fahrer eines VW Golf aus Luxemburg kann vermutlich zunächst auch dem Opel Astra ausweichen und prallt danach frontal auf das Heck des auf der Überholspur stehenden VW Passat.

Danach kommt ein 57-jähriger Fahrer aus dem Raum Wittlich mit seinem Daimler Benz die A-1 entlang und prallt gegen den Opel Astra, um danach mit dem VW Passat zusammenzustoßen. Dabei schleudert der Wagen über die Fahrbahn. Hierbei erfasst dieser vermutlich den Fahrer des VW Golf, der die Unfallstelle absichern will und verletzt diesen tödlich. 

Der Daimler Benz stößt daraufhin noch gegen den auf der Standspur stehenden Audi und kommt zum Stillstand. Die drei Insassen des Opel Astra werden bei dem Unfall leicht verletzt, ebenso die Fahrer des VW Passat, des Audi und des Daimler Benz. Seine Beifahrerin trägt schwere Verletzungen davon. Der Fahrer des VW Golf, der helfen wollte, die Unfallstelle abzusichern, stirbt.

Die Autobahnpolizei Schweich, das Deutsche Rote Kreuz mit sechs Krankenwagen und einem Notarzt, die Feuerwehren aus Salmtal und Hetzerath, die Autobahnmeisterei Wittlich, ein Gutachter sowie ein Bergungsunternehmen verbringen die Nacht damit, den Unfall aufzunehmen, die Opfer zu versorgen und die Trümmer zu beseitigen.-

Die Rettungskräfte:  Stephan Christ, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Wittlich-Land, kam gerade von dem vorangegangenen Unfall auf der A 1 bei Hasborn (der TV berichtete gestern) nach Hause, als der Alarm schon wieder losging und er sich auf den Weg machen musste: „Die Lage vor Ort war am Anfang chaotisch. Fahrzeuge und Fahrzeugteile lagen auf 130 Meter verteilt. Manche Autos waren schwer beschädigt, da lag eine Achse neben dem Auto, von einem Motorblock war das Getriebe völlig abgerissen. So groß war die Wucht des Aufpralls. Die Personen sind herumgelaufen, standen noch unter Schock.“

Die Hauptarbeit der Feuerwehr bestand darin, die Unfallstelle zu sichern und auszuleuchten, damit Gutachter und Polizei die Spuren sicherstellen konnten. Das habe sich bis Mitternacht hingezogen, erst danach konnten die Fahrzeuge abgeschleppt und die Fahrbahn gereinigt werden. „Das ging bis 2.50 Uhr am Morgen. Die Feuerwehr Salmtal war bis zuletzt vor Ort“, sagt Christ. Insgesamt waren etwas 70 Rettungskräfte bis in den frühen Morgen im Einsatz.-

Die Reaktionen: Wie die Autobahnpolizei Schweich dem Trierischen Volksfreund mitteilt, hat es bisher an dieser Stelle keine übermäßige Unfallhäufung gegeben. Das vorübergehende Tempolimit am folgenden Tag an der Unfallstelle habe man wegen der beschädigten Leitplanke eingerichtet. Das sei eine Routinevorgang. 

Auch Winfried Valerius, Leiter der Autobahnmeisterei in Wittlich, bestätigt dem TV gegenüber, dass diese Stelle bislang völlig unverdächtig gewesen sei. Es habe keinen Unfallschwerpunkt gegeben. Ihm macht eher der Abschnitt der A1 bei Hasborn Sorgen: „Dort hatten wir ja auch am Montag einen Unfall, und es gab bereits mehrere Vorfälle. Das soll auf der nächsten Unfallkommission besprochen werden. Dabei werden wir uns Gedanken über ein Tempolimit an dieser Stelle machen müssen.“

Zeugen des Verkehrsunfalles können sich bei der Autobahnpolizei in Schweich unter 06502/9165-0 oder pastschweich@polizei-rlp.de melden.

 

Empfehlungen

Kommentare