region/wittlich
aus unserem Archiv vom 10. Mai 2012
Autor: Sybille Schönhofen Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Wittlich Drucken  E-Mail

Vereinsgründerin nimmt Abschied

Die Vorstandswahlen beim Förderverein Wittlicher Kulturgüter brachten eine Überraschung: Die Vereinsgründerin und stellvertretende Vorsitzende Elisabeth von den Hoff lehnte eine erneute Kandidatur als zweite Vorsitzende aus Altersgründen ab.

Podcast
Fotostrecke
Wittlich. Elisabeth von den Hoff hat einen Nachfolger bekommen. Philippe Bourassin, den der Vorsitzende des Fördervereins Wittlicher Kulturgüter, Ortwin Eich, bei der Versammlung als "fachlich kompetent und engagiert" beschrieb. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wieder gewählt. Der erste Vorsitzende Ortwin Eich und Schriftführer Herbert Rink kündigten allerdings an, in zwei Jahren ebenfalls nicht wieder anzutreten.
Als Kassenwart macht Walter Schoemen weiter, Kassenprüfer sind Dieter Burgard und Hans-Joachim Hubert. In der Kasse hat der Verein 10 000 Euro. 5000 Euro davon sollen in eine Bodenuntersuchung des Parkplatzes in der Karrstraße investiert werden. Dort werden Überreste eines Fransiskanerklosters vermutet (der TV berichtete).
Im Fall des Franziskanerklosters will der Verein schnell Fakten schaffen, statt auf eine Hängepartie zuzusteuern wie bei der römischen Villa. Sie zu erhalten war das erklärte Hauptziel des Vereins bei seiner Gründung 2005. Ortwin Eich bedauerte bei der Versammlung, dass seitdem sieben Jahre vergehen mussten, bis die Stadt ein Konzept auf den Tisch legte. "Die Villa ist heute schlechter dran als 2005", sagte Eich. Das im April vorgestellte Konzept entspreche weitestgehend den Vorstellungen des Vereins, informierte Eich die Mitglieder. Andererseits beklagte er, dass nun wieder warten angesagt sei. Kulturausschuss und Stadtrat müssen erst entscheiden, und Förderanträge müssen gestellt werden.
Nicht förderungswürdige Erhaltungsmaßnahmen müssten dagegen unbedingt sofort beginnen, appelliert der Verein, um einen weiteren Verfall zu verhindern. Schnell handeln soll die Stadt auch in Sachen Türmchen, forderte die scheidende zweite Vorsitzende Elisabeth von den Hoff. Dabei denkt sie zunächst an die äußerliche Instandsetzung des Turmes, der in seinem jetzigen Zustand ein "Schandfleck" am Eingangstor zur Stadt sei. "Die Stadt ist dazu verpflichtet", unterstrich von den Hoff.
Extra
Die römische Villa am Ufer der Lieser zählt zu den größten Villen-Anlagen nördlich der Alpen. Das 140 mal 28 Meter große Bauwerk aus dem 2. Jahrhundert ist heute eine von einer Autobahnbrücke der A 1 überspannte Ruine. Nur noch der Mittelbau, das Wohnhaus des römischen Besitzers, ist erhalten. Der nördliche Eckbau, der als Badeanlage diente, wurde während der letzten Jahrzehnte durch Unterspülungen der Lieser weitestgehend zerstört. Das südliche Eckgebäude mit den Wirtschaftsgebäuden fiel dem Autobahnbau Anfang der Siebziger Jahre zum Opfer. Seit 1984 steht die Villa unter Denkmalschutz. Im selben Jahr wurde ein Teil des Mitteltraktes aufgemauert und bekam ein Dach. Der Förderverein setzt sich unter anderem für ihre Inwertsetzung ein. In den Jahren 2005 bis 2011 ist seine Mitgliederzahl von 26 auf 88 Personen gestiegen. Sie zahlen einen Jahresbeitrag von 15 Euro. sys




Das könnte Sie auch interessieren:



Kommentare via facebook





Anmeldung
Benutzer: Passwort:
Login merken

Sie haben noch keinen Login? Hier kostenlos registrieren.
Haben Sie Ihr Passwort vergessen?