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Vier sind schon weg: Übergabe von Kloster Himmerod hat begonnen

(Großlittgen) Das Bistum übernimmt die Abtei Himmerod von den Zisterziensern, die Übergabe hat bereits begonnen. Die Mehrzahl der zuletzt dort lebenden Mönche hat die Eifel bereits verlassen.

13.11.2017
Petra Willems
Wer nach Himmerod kam, der hat meist innere Ruhe und Einkehr gesucht. In der Abtei in der Eifel dürfte derzeit jedoch nach Meinung vieler eine zu große Ruhe herrschen. Denn von den sechs Mönchen, die zuletzt in der Abtei gelebt haben, haben bereits vier die Abtei nahe Großlittgen verlassen, wie Bistumssprecherin Judith Rupp auf TV-Anfrage mitteilt. Nach TV-Informationen dürfte es sich bei den verbleibenden beiden Mönchen um Pater Stephan Senge, der angekündigt hatte, auch nach dem Weggang des Ordens in Himmerod zu bleiben, und Pater Johannes Müller, vormals Abt des Zisterzienserkonvents im Kloster Himmerod, handeln. 

Das Bistum Trier wird die Gebäude, die zu der Abtei gehören, nach dem Weggang der Kongregation der Zisterzienser übernehmen, der Übergabeprozess hat bereits begonnen (der TV berichtete). Bischof Stephan Ackermann und der Abtpräses Pater Anselm van der Linde haben Pater Johannes Müller und Domkapitular Reinhold Bohlen beauftragt, den Übergabeprozess zu organisieren. 

Bis jetzt wurden nach Mitteilung von Bistumssprecherin Rupp bereits erste Gespräche mit beteiligten Personen und Gruppen geführt. Dazu gehört unter anderem der Förderverein der Abtei, der sich vor fast genau sechs Jahren, am 19. November 2011 gegründet hatte, als die Wirtschaftsbetriebe der Abtei insolvent waren. 

„Aus diesen Gesprächen werden sich dann Aufgaben und die weiteren Schritte im Zusammenhang mit der Übergabe ergeben, etwa mit Blick auf die regelmäßige Feier von Gottesdiensten, auf ein spirituelles Angebot sowie auf die Wirtschaftsbetriebe oder die Nutzung der Gebäude“, so Judith Rupp weiter.

 Die Gastfreundschaft des „geistlichen Ortes“ Himmerod solle erhalten bleiben. Und im Hinblick auf Veranstaltungen in der Abtei, die sich immer für die Öffentlichkeit geöffnet hat, soll ebenfalls bald Klarheit herrschen. „Die Frage der Durchführung von Veranstaltungen wird zeitnah geklärt“, teilt die Bistumssprecherin mit. 

Wann die endgültige Zukunft und weitere Nutzung der Abtei geklärt ist, steht zurzeit allerdings noch nicht fest.
 „Es gibt derzeit keinen Zeitpunkt, bis wann die Übergabe abgeschlossen sein soll“, antwortet Rupp auf eine TV-Anfrage. 
Info
DIE ZISTERZIENSER UND DIE ABTEI HIMMEROD

Die Zisterzienser gehören zu den strengsten Orden der katholischen Kirche. Gebet, Schweigen, Einsamkeit und Arbeit stehen im Vordergrund. Ursprungskloster ist das französische Kloster Cîteaux. Im Jahre 1112 trat Bernhard von Clairvaux ein und sorgte später für eine weltweite Verbreitung des Zisterzienser-Ordens. Bernhard gründete 68 Klöster, darunter auch die Abtei Himmerod, die 1138 geweiht wurde. 
Heute gibt es weltweit 159 Klöster mit rund 2300 Mönchen und Nonnen.