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Wirrwarr um Wittlicher Radweg

Ist die Querung am Kreisel St. Paul für Radfahrer zu gefährlich?

(Wittlich) Am Erdhügel ist Schluss. Er versperrt Fußgängern und Radfahrern den Weg, wenn sie auf der asphaltierten Bahntrasse in Richtung Wengerohr unterwegs sind und den St.-Paul-Kreisel überqueren wollen. Bald könnten Radfahrer dort aber wieder freie Fahrt haben.

22.02.2012
Ursula Quickert
Wittlich. Es war einmal ein Wirtschaftsweg, der sollte auch Radfahrern offenstehen. Doch weil\'s am Ende zu gefährlich war, blieb\'s ein Wirtschaftsweg. Jetzt soll\'s doch ein Radweg werden. Das ist kurz und knapp die Geschichte rund um die ehemaligen Bahntrasse zwischen Wittlich und Wengerohr parallel zur B 50.
Der geschotterte Weg wurde im Auftrag des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum bis zum Kreisel St. Paul asphaltiert, damit die angrenzenden Felder besser zu erreichen sind. Ein Wirtschaftsweg also.
Doch schon bald kam die Idee auf, auch Radfahrer könnten ihn nutzen. Dabei gibt es schon einen: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite führt der Maare-Mosel-Radweg neben der B 50 entlang, also dort, wo sich der Mitfahrerparkplatz befindet. Hinter dem Kreisel St. Paul queren die Radfahrer dann die Straße, um in Richtung Wengerohr weiterzufahren.
Das wäre mit dem neuen Wirtschafts- und Radweg nicht mehr nötig. Er beginnt in Wittlich hinter Mc Donald\'s an der Gottlieb-Daimler-Straße, Radler könnten also durchgängig auf der rechten Straßenseite zu dem Wittlicher Stadtteil und zurück fahren.
Doch mit dem St.-Paul-Kreisel gibt es in der Mitte eben einen neuralgischen Punkt. Landesbetrieb Mobilität (LBM), Polizei und die Kreisverwaltung als Straßenverkehrsbehörde haben entschieden, dass eine Querung für Radfahrer an der Abfahrt in Richtung Altrich eigentlich zu gefährlich ist, teilt LBM-Sprecher Hans-Michael Bartnick mit. Das Kernproblem wurde erst später erkannt: In unmittelbarer Nähe des Kreisels hätten für gewöhnlich Fußgänger und Radfahrer Vorfahrt, bei der weiter entfernten Querung die Autofahrer. Das sei den Verkehrsteilnehmern nicht zu vermitteln, sagt Bartnick. Die Unfallgefahr sei zu groß.
Doch die Stadt kämpft weiter für den Radweg. "Die ehemalige Bahntrasse ist der ideale Radweg von Wittlich nach Wengerohr, deshalb hält die Stadt auch an dieser Streckenführung fest", teilt Pressesprecher Ulrich Jacoby mit.
Der LBM will daher nun doch versuchen, diesem Wunsch nachzukommen - voraussichtlich mit Hilfe eines sogenannten Drängelgitters am Kreisel, an dem der Radfahrer stoppen und absteigen muss. Noch befinden sich am Ende des Wegs in Höhe der Abzweigung nach Altrich zwei Erdhaufen, damit niemand dort den Kreisel überquert.
Gebaut wurde dieser Weg übrigens, da vor allem beim Bau der A 60 Richtung Bitburg und der B 50 neu stark in die landwirtschaftlichen Flächen eingegriffen worden sei. Daher sollte das Flurbereinigungsverfahren Altrich-Platten-Wengerohr die Grundstücke neu ordnen, und auch die Wege für die Landwirte wurden neu konzipiert, um die Anbindung zu verbessern. So entstand auch dieser Weg. Gezahlt hat\'s der Bund.
Wie hoch die Kosten waren, lasse sich auf Anhieb nicht sagen, für die potenzielle Radwegenutzung seien aber keine Mehrkosten entstanden, sagt Bartnick. Wohl aber seien im Bereich der Überquerung abgesenkte Bordsteine und kleine Asphaltflächen zur Anbindung eingebaut worden.
Video unter
volksfreund.de/video

 

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