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Zwei Priester für 10 000 Katholiken

(Hetzerath/Trier) Einen Pfarrer weniger haben Hetzerath, Rivenich und Sehlem seit Oktober. Dort wurde ein Geistlicher wegen Unterschlagung vom Dienst suspendiert (der TV berichtete). Inzwischen hat er die 31 000 Euro mit Zinsen ans Bistum zurückbezahlt. Seine Stelle wird neu ausgeschrieben. Die Gläubigen sammeln Unterschriften, um möglichst zügig einen dritten Pastor zu bekommen.
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Hetzerath/Trier. Der finanzielle Schaden für das Bistum ist behoben. Der Eifeler Pfarrer hat, wie angekündigt, das Geld, das er veruntreut hatte, mit Zinsen ans Bistum zurückgezahlt, wie die stellvertretende Bistumssprecherin Judith Rupp dem TV bestätigt.
Außerdem hat sich der Geistliche in einem Abschiedswort, das dem Pfarrbrief beigefügt war, schriftlich von seiner Gemeinde verabschiedet, und sein Bedauern ausgedrückt. "Es war niemals meine Absicht, "... mich auf Kosten anderer zu bereichern, (...) zumal sich der pastorale und menschliche Schaden daraus, erheblich auswirkt. Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten." In dem Brief steht auch, dass er ab dem 1. Februar seinen priesterlichen Dienst als Kooperator in der Pfarreiengemeinschaft Linz am Rhein, im Dekanat Rhein-Wied aufnimmt.

Stelle ausgeschrieben


Der Pfarreienrat, in dem Ehrenamtliche aus allen Pfarreien vertreten sind, hat sich derweil überlegt, eine Unterschriftenaktion zu starten, um möglichst schnell einen dritten Pfarrer zu bekommen.
Alleine in Dreis sind schon 700 Unterschriften zusammengekommen, und die Aktion ist noch nicht beendet. Aus dem Bistum kommt derweil die positive Nachricht, dass im aktuellen kirchlichen Amtsblatt die Stelle im Priesterteam ausgeschrieben ist. Ob sich ein Bewerber meldet, und wann die 10 000 Katholiken einen neuen Priester begrüßen können, ist noch unklar. Momentan muss die Pfarreiengemeinschaft mit zwei Priestern auskommen. Deshalb gilt ab diesem Jahr ein neues Gottesdienstmodell, das mit dem Pfarrgemeinde- und Pfarreienrat erarbeitet wurde. Ziel ist es, in allen Gotteshäusern, auch in den Filialkirchen, weiterhin Dienste anzubieten, die die verbliebenen Priester Dechant Johannes Jaax und Pater Albert Seul O.P. leisten können. Das Ergebnis: weniger Messen. Beispielsweise sind es in Klausen acht pro Monat weniger, in Hetzerath ebenfalls, und in Sehlem fällt der Gottesdienst am Werktag weg.
Matthias Philipsen, Pfarrgemeinderatsmitglied in Sehlem: "Im Großen und Ganzen ist es so gelöst, dass alle damit leben können. Es wurde mit allen versucht, eine Lösung zu finden, und alle haben einen Beitrag geleistet. Die Situation ist nun einmal so, dass wir momentan bei 10 000 Gläubigen nur zwei Priester haben."
Aber es gibt auch positive Aspekte, wie Dechant Johannes Jaax berichtet: "Wir reden viel mehr miteinander, nicht nur wegen des Alltagsgeschäfts, sondern auch, um grundsätzlich neue Wege und Ziele in den Blick zu nehmen. Es sind wichtige Entscheidungen gefallen, beispielsweise wollen wir ein gemeinsames Pfarrbüro und einen gemeinsamer Pfarrbrief verwirklichen."


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