Drei Bands sind im Haus der Jugend aufgetreten und haben damit ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Organisiert wurde das Konzert von Schülern der Kurfürst-Balduin-Realschule.
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Die Band Johnsen aus Niederöfflingen ist eine von drei Musikgruppen, die ein Zeichen gegen Rassismus setzen. TV-Foto: Sebastian Gubernator
Wittlich. Das Warten hat ein Ende. Die Band Johnsen kommt auf die Bühne. Sänger Christoph Thul eröffnet das Konzert mit den Worten "Wir sind alle hier, um ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen gegen Rassismus. Und das setzen wir mit unserer Musik." Und dann setzen sie ihr Zeichen. Laut ist es und rau, genauso wie gute Rockmusik klingen muss.
Drei Bands traten im Haus der Jugend auf: Johnsen aus Niederöfflingen, Project 54 aus Trier und Destination Anywhere aus Siegen. Unter dem Schlagwort "Rock gegen Rassismus" war das Konzert von Schülern der Kurfürst-Balduin-Realschule organisiert worden. Seit 2008 setzt sich die Schule aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit ein (siehe Extra).
Mehr als 70 Leute sind zur Anti-Rassismus-Veranstaltung gekommen. Höhepunkt ist der Auftritt der Ska-Band Destination Anywhere. Zu siebt stehen die Mitglieder auf der Bühne, alle in schwarzem Hemd und mit weißer Krawatte. Frontmann David Conrad singt und tanzt im Takt zur Musik, seine Krawatte flattert, ein wenig erinnert er an Iggy Pop in seinen besten Tagen. Es ist nach Mitternacht, das Publikum hat sich inzwischen deutlich reduziert, doch die Stimmung ist ausgezeichnet.
Eines fällt auf: Über Rassismus wird an diesem Abend kaum gesprochen. Die Bands wollen zwischen den Liedern nicht die Moralkeule schwingen. "Ich fühle mich nicht in der Position, anderen Leuten was über Politik zu erzählen", sagt David Conrad. "Aber wenn wir als Band eine antirassistische Veranstaltung unterstützen können, machen wir das sehr gerne." Beim Publikum kommt die Musik gut an. "Ich fand alle Bands cool", sagt die 16-jährige Lena Rader. Und Felix Köcher, 17, ergänzt: "Die Stimmung war am Anfang ein bisschen gedämpft, aber am Ende ging\'s ab." Aus den Einnahmen bezahlt die Realschule die Bands. Was übrigbleibt, wird in neue Schülerprojekte gesteckt. Ein nächstes Konzert gegen Rassismus ist bereits in Planung. gub
Extra
Das Schülerprojekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" entstand Ende der 1980er Jahre in Belgien. Inzwischen hat es sich in mehreren europäischen Ländern verbreitet, unter anderem in Deutschland, wo sich mehr als 1000 Schulen daran beteiligen. Für dieses Projekt müssen sich mindestens 70 Prozent der Schüler und Lehrer sowie des technischen Personals mit ihrer Unterschrift verpflichten, sich gegen Diskriminierung an der Schule einzusetzen. Die Kurfürst-Balduin-Realschule Wittlich ist seit 2008 Teil des Projekts. Bereits im vergangenen Jahr haben die Schüler ein Konzert gegen Rassismus organisiert. gub
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