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Basketball: Gladiators-Co-Trainer Simon Frey im Volksfreund-Porträt

Basketball: Gladiators-Co-Trainer Simon Frey im TV-Porträt

(Trier) Er studiert Mathematik, trainiert den Gladiators-Nachwuchs und ist mit 24 Jahren der Co-Trainer von Triers Zweitliga-Basketballern: Simon Frey.

18.02.2016
Marek Fritzen
Vorhin nach der Vorlesung in der Uni hatte Simon Frey eine halbe Stunde Luft. Die Zeit hat er genutzt, hat sich in die Mensa gesetzt, den Laptop aufgeklappt und den nächsten Gegner analysiert. Er will wissen, was da am Sonntag auf seine Jungs zukommt, will sie optimal vorbereiten, das gehört für ihn einfach dazu.

"Selbstorganisation ist alles", sagt Frey. "Das lebe ich vor, und das erwarte ich auch von meinen Jungs." Seine Jungs, das sind die Young Gladiators, das Junioren-BBL-Team (JBBL) von Basketball-Zweitligist Gladiators Trier, Altersdurchschnitt 14,5 Jahre. Mit den jungen Gladiatoren geht’s am Sonntag gegen den TV Langen. Es ist das zweite von zehn Spielen in der Relegation. Von sechs Teams steigen zwei aus der JBBL ab. Das erste am vergangenen Wochenende gegen die SG Rheinhessen konnten die Gladiatoren für sich entscheiden.

"Der Sieg hat uns einen Schritt weitergebracht, aber für eine Tendenz ist es noch viel zu früh", sagt Frey. Nach dem Spiel wollten seine Jungs einen Jubelkreis mit ihrem Coach auf dem Feld bilden, erzählt Frey. Doch er hat sich rausgehalten. Das ist nichts für ihn. Er bleibt lieber im Hintergrund.

Simon Frey ist 24 Jahre alt und eigentlich Student. Er macht gerade seinen Master in angewandter Mathematik an der Universität Trier. Durch drei Klausuren muss er noch, dann geht’s an die Masterarbeit. Seinen Bachelor hat er in Wirtschaftsmathematik gemacht. "Mathe", sagt Frey, "ist mir immer leichtgefallen, neben Chemie und Sozialkunde hatte ich auch Mathematik als Leistungskurs. Da habe ich mich dann für das Studium entschieden". Wenn Frey nachmittags aus der Uni kommt, geht’s für ihn in die Halle, dann steht das Training mit seinen JBBL-Jungs auf dem Programm. Und auch wenn Frey mittags in die Uni fährt, kommt er aus der Halle - vom Vormittags-Training des Trierer Zweitligateams.

Zwei Spiele vom Gegner


Denn neben seiner Tätigkeit als JBBL-Trainer ist der gebürtige Trierer auch als Co-Trainer der Pro-A-Mannschaft aktiv. Seit Saisonbeginn steht er Headcoach Marco van den Berg zur Seite, der keinen hauptamtlichen Co-Trainer nach Trier mitbrachte.

Frey sitzt bei Spielen mit auf der Bank, ist beim Training dabei und zuständig für das Scouting - in anderen Worten: Er ist van den Bergs Videospezialist. "Ich stelle die Analysen zusammen", sagt Frey, "dafür schaue ich mir zwei bis drei Spiele der kommenden Gegner an, schneide offensive und defensive Aktionen der Teams zusammen - zudem stelle ich Videos zur Nachbesprechung unserer Spiele bereit". Das alles läuft online: Die fertigen Sequenzen lädt der 24-Jährige auf eine Videoplattform im Internet, auf die Marco van den Berg und die Spieler Zugriff haben. "Sie können sich die Sequenzen schon zur Vorbereitung zu Hause anschauen", erzählt Frey.

In den Trainingseinheiten vor den Spielen steht dann ein Fernsehgerät in der Halle, auf dem sich die Spieler die Videos des kommenden Gegners anschauen und die passenden Instruktionen von Coach van den Berg danach direkt auf dem Trainingsfeld umsetzen können. Der Niederländer schätzt Freys Arbeit. Er sagt: "Simon ist ein super Junge, er unterstützt mich sehr. Ich kann mich immer auf ihn verlassen."

In Landesliga aktiv

Frey hat früher für die MJC Trier gespielt, Landesliga, höher nicht. "Spielen war nicht so Meins, ich habe lieber trainiert", sagt er heute mit einem Lächeln. Wahrscheinlich ist er schon damals mehr Trainer als Spieler. Irgendwann - "ich glaube, ich war damals 18 Jahre alt" - übernimmt er seine erste Mannschaft - die U12 der MJC. "Rainer Loch hat mich damals gefragt, ob ich Lust hätte, die U12 zu übernehmen", erinnert sich Frey.

Danach geht alles ziemlich schnell: Er sammelt Erfahrung als Co-Trainer der JBBL-, NBBL- und Regionalligateams der TBB Trier. Vor zwei Jahren übernimmt er dann das JBBL-Team der TBB als Headcoach. Mittlerweile besitzt er die B-Trainerlizenz, zudem hat er sich für den Lehrgang zur A-Lizenz beworben.

Er habe in Trier das Glück gehabt, so betont er, von vielen Trainern viel lernen zu können: "Josip Bosnjak, Frank Baum, Henrik Rödl, Marco van den Berg haben mich alle geprägt - Henrik Rödl zum Beispiel unterstützt mich nach wie vor in meiner Arbeit als JBBL-Coach, ich kann ihn immer ansprechen, das hilft mir natürlich sehr."

Kann er sich denn vorstellen, mal als Headcoach in der ProA oder BBL zu trainieren? "Ich bin gerade in einer entscheidenden Phase: Ob ich nach meinem Studium zum Beispiel als Wirtschaftsprüfer arbeite oder ob ich beim Basketball bleibe, weiß ich noch nicht, das muss ich noch für mich entscheiden."
Extra
Für die Gladiators Trier steht am Freitagabend das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm: Um 20 Uhr tritt das Team von Trainer Marco van den Berg beim Tabellendritten Kirchheim Knights an. Nach der enttäuschenden Niederlage in Baunach am vergangenen Sonntag fordert der Niederländer: "Die Spieler müssen anders auftreten, ich erwarte einen kämpferischen Auftritt von Beginn an." Kirchheim ist seit sechs Spielen ungeschlagen und hat mit Aufbauspieler Richie Williams (durchschnittlich 15 Punkte und acht Assists pro Spiel) einen der Stars der Pro A im Team. Im Hinspiel gewannen die Schwaben überlegen in der Arena Trier mit 79:62. Bitter für die Gladiators: Neben Center Kilian Dietz (Rückenprobleme) wird auch Aufbauspieler Kwadzo Ahelegbe (Achillessehnenreizung) ausfallen. "Das ist schade, aber wir haben auch schon in Gotha in der Vorrunde gezeigt, dass wir auswärts ohne wichtige Spieler bestehen können", sagt van den Berg. Bereits am Sonntag, 21. Februar, muss Trier erneut auswärts ran: Dann geht es um 17 Uhr gegen die Baskets Essen. mfr Beide Spiele werden live im Internet gezeigt: www.sportdeutschland.tv

 

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