sport/basketball/tbb

Gekommen, um zu bleiben - Gladiators-Aufbauspieler Simon Schmitz im TV-Porträt vor Heimspiel gegen Köln

(Trier) Sieben Siege aus neun Spielen im Jahr 2016: Diese Bilanz wollen die Gladiators Trier heute Abend gegen Köln (20 Uhr/Arena Trier) ausbauen. Der TV hat sich vor dem Duell mit Triers Aufbauspieler Simon Schmitz getroffen.

26.02.2016
Marek Fritzen
Trier. Simon Schmitz hat etwas vor in Trier. Er ist gekommen, um zu bleiben, um etwas mitaufzubauen an der Mosel. Schmitz ist keiner, der eine Saison bleibt, dann weiterzieht in eine neue Stadt. Der 26-Jährige ist das Gegenteil dessen, was in der schnelllebigen Zeit des Profisports fast nicht mehr zu existieren scheint: eine Identifikationsfigur - das jedenfalls war er bei medi Bayreuth.
Für die Franken spielt er die vergangenen fünf Jahre in der Bundesliga, die letzten drei davon als Teamkapitän. Er ist beliebt bei Fans und Mitspielern, spricht vor jedem Heimspiel bei einem lokalen Radiosender in einer eigenen Kolumne mit dem Titel "Captains Corner". Als er seinen Abschied aus Bayreuth im Sommer bekannt gibt, bricht eine wahre Fan-Trauerwelle auf Schmitz’ Facebook-Seite los. "Bayreuth war eine klasse Zeit. Wir haben es immer geschafft, die Klasse zu halten, waren im Herbst 2012 nach vier Siegen zum Saisonstart sogar mal Tabellenführer - das sind tolle Erinnerungen." Doch im Sommer entscheidet sich Schmitz dazu, seine langjährige Heimat zu verlassen. Er ist in Bayreuth nicht über die Rolle des Bankspielers hinausgekommen, "das wollte ich ändern, ich will es jetzt einfach nochmal wissen".

Das Rhein-Mosel-Duell Trier - Köln am Samstag um 20 Uhr


Daher entscheidet er sich für den Wechsel nach Trier, in sein Heimat-Bundesland, denn der Gladiator mit der Trikotnummer 9 stammt aus Bad Bergzabern an der südlichen Weinstraße. In der zweiten Liga startet er jetzt noch mal neu: Bei den Gladiators will er mithelfen, etwas Neues aufzubauen. Schmitz hat einen Zweijahresvertrag an der Mosel entschieden - wie gesagt, er ist gekommen, um zu bleiben. "Ich bin keiner, der direkt den Club wechselt, nur weil das Gras dort auf den ersten Blick grüner erscheint", sagt der Aufbauspieler. "Man sollte immer versuchen, sich durchzubeißen, auch wenn es mal nicht direkt so läuft".
In Trier läuft es am Anfang gar nicht für ihn. Eine Schambeinverletzung zwingt ihn monatelang zum Zuschauen. Doch er lässt den Kopf nicht hängen, kämpft sich zurück ins Team. Sein erstes Spiel macht er Ende Januar in Vechta. Seitdem hat er fünf weitere Spiele gemacht, spätestens bei den letzten beiden Auswärtssiegen in Kirchheim und Essen ist deutlich geworden: Schmitz wächst immer mehr in die Rolle des Führungsspielers hinein. Sein Coach Marco van den Berg betont: "Simon ist aus dem Team nicht mehr wegzudenken, er denkt nie an sich, immer an die Mannschaft."
Schmitz lebt gemeinsam mit seiner Frau in Trier. Während er neben dem Basketball per Fernstudium den Bachelor Internationales Management für Spitzensportler an der Hochschule in Ansbach macht, absolviert seine Frau derzeit ein Rechtsreferendariat. "Wir fühlen uns sehr wohl in Trier", betont Schmitz, "schön ist auch die Nähe zu meiner Familie in Bad Bergzabern".
Sportlich läuft es für seine Gladiatoren im Jahr 2016 richtig rund. Sieben von neun Spielen hat das Team seit Jahresbeginn gewonnen. "Klar ist es unser Ziel, die Play-offs zu erreichen", sagt Schmitz, "aber jetzt zählt erstmal Köln". Nachdem zum letzten Heimspiel gegen Topteam Gotha lediglich gut 1500 Zuschauer in die Arena gekommen waren, hofft Schmitz gegen die Rheinstars Köln (20 Uhr/Arena Trier) auf eine besser gefüllte Arena. "Das wäre eine Anerkennung für unsere starken Leistungen der vergangenen Wochen - wir reißen uns immer den Allerwertesten auf, und spannend sind die Partien auch immer, es lohnt sich zu kommen", sagt Schmitz und grinst.
Gegen den Aufsteiger aus Köln steht der zuletzt durch eine Grippe geschwächte Sebastian Herrera wieder im Kader. Fehlen werden allerdings weiterhin Center Kilian Dietz (Rücken) und Kwadzo Ahelegbe (Achillessehne).

Empfehlungen

Kommentare