Das Duell zwischen Nationalmannschaftscenter Tibor Pleiß und seinem Gegenüber John Bryant weckt selbst in der NBA Interesse. Schließlich wird beiden Spielern eine Karriere in der besten Liga der Welt zugetraut.
Pleiß wurde vor zwei Jahren bereits von den Oklahoma City Thunder gedraftet und könnte in diesem Sommer den Wechsel über den großen Teich wagen. Bryant fiel 2009 bei der großen Talentbörse der NBA zwar durch, mit seinen starken Leistungen in dieser Saison hat der Amerikaner aber auch in der Heimat für Schlagzeilen gesorgt. Nicht ausgeschlossen, dass der wertvollste Spieler der Hauptrunde (MVP) mit etwas Verspätung doch noch zu Hause Karriere macht.
«Natürlich ist die NBA nach wie vor ein Traum von mir. Aber wir werden sehen, was kommt», sagte Bryant vor dem ersten Endspiel in der Bamberger Stechert Arena. Auch Pleiß will sich nicht damit beschäftigen, was in Zukunft passiert. «Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Gegenwart. Wir wollen den nächsten Titel», sagte der 22-Jährige.
Die BBL tituliert den Vergleich zwischen Pleiß und Bryant als «Schlacht der Türme». Hier der 2,15-Meter-Riese Pleiß, da der vier Zentimeter kleinere aber 127 Kilogramm schwere Bryant. Es wird heiß hergehen unter den Körben in der Best-of-Five-Serie der beiden derzeit besten deutschen Teams.
Dreimal standen sich Bamberg und Ulm in dieser Saison bereits gegenüber, stets hieß der Sieger Bamberg. Doch sowohl im Hinspiel in der «Freak City» als auch im Pokal-Halbfinale hatten die Ulmer den Double-Gewinner der vergangenen beiden Jahre am Rande der Niederlage. «Wir waren dieses Jahr schon zweimal knapp dran, sie zu schlagen und werden alles geben, dies zu schaffen», versprach Ulms Trainer Thorsten Leibenath. Dennoch sieht er sein Team in der Rolle des Außenseiters. «Wir brauchen das perfekte Spiel, um sie zu besiegen.»
Denn die Bamberger sind trotz ihrer fünf Titel in Serie noch lange nicht satt. Neben der historischen Chance auf das «Threepeat», also drei Double-Gewinne aus Meisterschaft und Pokal nacheinander, treibt den Branchenprimus noch etwas anderes an. Bei der Wahl zum besten Trainer und besten Spieler der Saison gingen die Franken leer aus. Stattdessen holten sich Bryant und Ulms Coach Leibenath die begehrten Auszeichnungen - was nicht jeder in Bamberg als gerecht empfand.
Besonders der Amerikaner PJ Tucker hatte sich gute Chancen auf den MVP-Titel ausgemalt - und ist daher nun besonders heiß. «Ich zweifle keine Sekunde am Titel», sagte der athletische US-Boy im Interview mit «sport1.de». Gleiches gilt für Pleiß, der wie auch Casey Jacobsen, Predrag Suput oder Anton Gavel bereits an den vergangenen Titeln beteiligt war. «Wir werden noch eine Schippe drauflegen», versprach der Center - auch im Duell mit Bryant.
Der kann mit Rückenwind ins Finale gehen. Das Basketball-Magazin «BIG» wählte den kalifornischen Lockenkopf soeben zum besten Center der Liga. Pleiß kam in dem Ranking nur auf Platz sieben.
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