Sie sind die "Exoten" in der Regionalliga, der höchsten "Amateurklasse" im Basketball hierzulande. Die DJK/MJC Trier verfolgt seit Jahren einen ganz anderen Weg als die Konkurrenz. Angesichts der gebetsmühlenartig wiederholten Forderung nach mehr Talentförderung deutscher Spieler, der einzig richtige Weg.
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Überzeugender MJC-Akteur: Benedikt Breiling setzt sich gegen die Konstanzer Abwehr durch. TV-Foto: Hans Krämer
Trier. Der älteste Spieler im Kader von Trainer Josip Bosnjak ist Alexander Goolsby mit gerade mal 24 Jahren. "Es ist seine Mannschaft", sagt Bosnjak, und verdeutlicht damit "die Wandlung, die Alex in den letzten Jahren vollzogen hat." Als Talent wurde Goolsby schon länger gehandelt, war sogar schon zwei Jahre im Bundesliga-Kader der TBB. "Vielleicht zu früh", sagt Bosnjak, der auch schon Meinungsverschiedenheiten mit seinem Topscorer hatte, "vielleicht aber auch nicht im richtigen Umfeld."
Gute Entwicklung
Probleme, die der Vergangenheit angehören. "Alex ist auf dem Feld der Chef", sagt der Trainer, "er hat sich enorm entwickelt und übernimmt immer Verantwortung." Gerade in einem jungen Team ist das wichtig. In anderen Teams der Liga, zum Teil mit einem hohen Ausländeranteil, käme Goolsby gar nicht in die komfortable Situation, Führungsspieler zu sein.
Eine tolle Entwicklung hat auch Benedikt Breiling genommen, mit 21 Jahren noch viel jünger als Triers bester Korbjäger (Schnitt: 17 Punkte) und ein Allrounder, wie ihn die MJC gebraucht hat.
"Ich kannte ihn nicht, als er zu uns kam", sagt Bosnjak über Breiling, der früh zur Urspringschule und dann nach Luxemburg wechselte. Mit knapp zehn Punkten und sieben Rebounds hat er dem Team den notwendigen Schub verliehen und Bosnjak in der Winterpause zu einem Systemwechsel gebracht. "Wir hatten einfach mehr Optionen, die wir auch genutzt haben", sagt der 42-Jährige, "wie sich das Team und welches Selbstbewusstsein es entwickelt hat, ist sensationell."
Konzept hat sich bewährt
Zur Saisonhalbzeit schien der Klassenerhalt utopisch. Wenn es jetzt sportlich fair zugeht und man den abgewirtschafteten Saar-Pfalz-Braves keine Extra-Wurst brät und sie ohne Aufstockung in die Liga drückt, dann ist die MJC auch im nächsten Jahr sicher drin.
Bosjnak wird "mit demselben Konzept" weitermachen. "Ich werde die Mannschaft noch weiter verjüngen", kündigt er an, "ich finde es falsch, dass in dieser Liga, wo man Talente noch entwickeln kann, dritt- oder viertklassige Ausländer die Förderung deutscher Talente verhindern." Seine Meinung könnte auch als Appell an den Verband dienen, etwas zu ändern. Denn in der ersten Liga immer mehr deutsche Spieler vorzuschreiben, ihre Förderung aber zu unterbinden, ist schlichtweg paradox.
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