Wenn es einen Stürmer gibt, der den Namen Knipser verdient, dann ist das Andreas Neuerburg. Nach insgesamt 54 Toren in den zurückliegenden beiden Spielzeiten in der Bezirksliga hat der Bitburger Kapitän auch heuer schon wieder sechsmal gelocht. Doch für den gebürtigen Bitburger ist die persönliche Torausbeute nur sekundärer Natur.
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Ab durch die Mitte: Andreas Neuerburg ist Kapitän des FC Bitburg (schwarzes Trikot). Hier spielt er Markus Schmitz und Tim Diederichs von der SG Ellscheid aus. TV-Foto: Hans Krämer
Bitburg. Seit Winter 2010 ist Andreas Neuerburg, von allen nur "Moppy" gerufen, Kapitän beim FC Bitburg. Für ihn keine Selbstverständlichkeit. "Meine Aufgabe ist es, den ganz jungen Spielern zu helfen, sie an das Seniorenteam heranzuführen. Doch ich habe auch Aufgaben neben dem Platz zu leisten", sagt Neuerburg. "So bei der Planung von Ausflügen, gemeinsamen Essen oder so. Ich sehe mich als Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft."
Abgezockter Vollstrecker
Dabei ist der Vollblutstürmer auch gerade erst 24 Jahre jung, aber schon ein abgezockter Vollstrecker. Seine Ziele beim FCB definiert er so: "Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga wollen wir eine gute Rolle spielen und in der Spitzengruppe mitmischen. Weil die Mannschaft noch sehr jung ist und einen weiteren Reifeprozess durchmachen muss, ist es noch zu früh, vom direkten Wiederaufstieg als Ziel zu sprechen. Wir haben keinen Druck, wollen unter die ersten fünf und Spaß am Fußball haben".
Der Bitburger Sturm-Leader ist ein Angreifer durch und durch, einer, der nicht lange überlegt und nicht viele Chancen braucht. Letztes Jahr lochte er in der Bezirksliga 25-mal ein - im Jahr davor waren es 29 Treffer. "Wer die Tore bei uns macht, ist eigentlich egal, Hauptsache sie fallen", spricht sich der 24-jährige Bürokaufmann und Computerspiele-Liebhaber von der Hauptverantwortung für die besonderen Erfolgserlebnisse frei.
Zuvor bei Eintracht Trier II
Über die Qualität der A-Liga sagt der BVB- und FC Barcelona-Fan nur Gutes: "Die Liga hat richtig Qualität. Hier wird einem nichts geschenkt. Jeder Sieg muss hart erkämpft werden." Mit halber Motivation ginge nichts. "So kam die 1:5-Niederlage gegen Geichlingen auch zur richtigen Zeit - danach waren wir gewarnt und hellwach."
Mit vier Jahren begann die Karriere des kleinen, aber schnellen Stürmers in der F-Jugend beim SV Fließem. Über die Station FC Bitburg ging es dann für etwas mehr als ein Jahr zu Eintracht Trier. Neuerburg stand im Oberliga-Kader, wurde zu Beginn der Saison direkt gegen Mainz 05 II, Hauenstein und Engers eingewechselt. Mit der Eintracht gewann der Rechtsfuß und Dribbelkünstler den Rheinland-Pokal. "Als ich dann zum FC Bitburg zurückkehrte, sind wir gleich in die Bezirksliga aufgestiegen. Nur drei Monate vorher spielte ich im Eintracht-Trikot im Rheinlandpokal gegen meinen alten Verein. Das war ein ganz komisches Gefühl. Doch unter Herbert Herres habe ich eine Menge gelernt", erinnert sich der manchmal "lauffaule Kopfballmuffel". Von seinen Trainern in der Jugend, Jürgen Reuter und Norbert Mohr, spricht der Bitburger Kapitän in höchsten Tönen. Auch sein jetziger Coach, Reiner Roth, sei ein Fachmann, der ihn das Spielverständnis lehrt.
"Das Reizvolle am Stürmer-Dasein ist, dass man ein Spiel ganz allein entscheiden kann." Über seine Zukunft hält sich der 24-Jährige bedeckt. "Ich kann noch fünf, sechs Jahre auf gutem Niveau Fußball spielen. Es ist immer reizvoll, höherklassig zu spielen, doch momentan konzentriere ich mich auf den FC Bitburg. Ich will das Image des Vereins mit meinem Auftreten auf und neben dem Platz fördern."
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