Der SV Mehring und die Sportfreunde Eisbachtal haben einen langen Anlauf genommen, um den Sprung ins Entscheidungsspiel zu schaffen. Am 11. August 2011 war der erste Spieltag der Saison in der Fußball-Rheinlandliga, nun wird in Polch (Samstag, 16 Uhr, Rasenplatz Maiwaldstadion) der Meister dieser Klasse und damit der Aufsteiger in die Oberliga ermittelt.
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Pechvogel in der Hinrunde: Nach unzähligen vergebenen Chancen im Spiel gegen die Sportfreunde Eisbachtal sitzt Mehrings Stürmer Sven Simon betrübt am Boden und wird von Florian Lorenz getröstet. Das 0:0 vom 16. Oktober 2011 wird es am Samstag nicht geben.TV-Foto/Archiv: Sven Eisenkrämer
Mehring. Wenn Eisbachtals Trainer Dirk Hannappel mit seiner Bemerkung, Mehring sehe das Spiel im Gegensatz zu seiner Elf "mehr als Pflicht an", etwas bewirken wollte, dann ging der Schuss nach hinten los. "Wir alle haben diese Worte wohl vernommen", sagt Hannappels Pendant Michael Schmitt, "sie hatten die gewünschte Wirkung."
Als Beispiel führt Schmitt eine Szene aus dem Training an, die sich am Donnerstag zutrug. "Ein Spieler humpelte nach einem Zweikampf leicht. Auf meine Frage, ob er sich verletzt habe, antwortete er mit Nein." Und fügte dann hinzu: "Und wenn, würde ich es nicht sagen." Das wäre vielleicht unklug, zeigt aber, dass bei den Moselanern schon im Vorfeld des Finales im Titelkampf der unbedingte Wille erkennbar ist, diesen letzten Schritt jetzt auch noch zu gehen.
Steiniger Weg
Der Weg bis in dieses letzte, entscheidende Spiel war steinig. Das zu Saisonbeginn ausgegebene Ziel Meisterschaft war bereits nach dem Trainerwechsel von Wolfgang Hoor zu Michael Schmitt und dessen Premiere nicht mehr realisierbar. Acht Punkte Rückstand wies Mehring auf den damaligen Spitzenreiter Rot-Weiß Koblenz nach 20 Spieltagen auf, drei waren es auf Eisbachtal. Trotz der dann folgenden Aufholjagd gab es weitere Rückschläge mit bis zu fünf Punkten Rückstand.
Was Mehring nun doch noch nach vorne gebracht hat, war vor allem der Glaube an die eigene Stärke. "Den hat uns der Trainer vermittelt", sagt Sturm-Ass Achmed Boussi. In Polch trifft die beste, weil kreativste Offensive der Liga auf die zweitbeste Defensive. 17:8 Tore hat Mehring in den drei letzten Spielen erzielt, Eisbachtal 8:2. Wenn denn das eherne Gesetz, dass die Offensive Spiele, aber nur die Defensive Meisterschaften gewinnt, liegt der Vorteil bei Eisbachtal.
"Alles Makulatur", sagt Schmitt, "heute zählt nur die Tagesform, der Augenblick, die mentale Stärke." Keiner kann den anderen noch überraschen, jeder weiß um die Qualitäten aber auch die Schwächen des anderen.
Schmitt hat die Qual der Wahl beim Personal. Bis auf Christoph Eifel (Innenbandverletzung im Knie) und Christian Mai (Schambeinentzündung) steht ihm der ganze Kader zur Verfügung.
"Die Vorbereitung auf Rasen war schön. Den Spielern hat es richtig Laune gemacht." Und dann richtet er noch eine Grußadresse nach Eisbachtal: "Wir werden in diesem Spiel alles geben und dennnoch dabei Spaß haben."
Sollte das Spiel unentschieden enden, wird um zwei mal 15 Minuten verlängert. Steht auch dann noch kein Sieger fest, wird der Meister vom Elfmeterpunkt ermittelt.
Die Busse, die der Verein für seine Anhänger zum Spiel einsetzt, sind voll besetzt. Abfahrt ist um 13.30 Uhr am Hotel Zum Moseltal in Mehring.
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