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Handball-Länderspiel der Frauen: Unentschieden gegen Schweden beim letzten Testspiel vor der EM

(Trier) Nach einem 10:20-Pausenrückstand haben die deutschen Handballerinnen am Sonntag die Arena mit 1723 Zuschauern zum Kochen gebracht: Am Ende standen eine irre Aufholjagd, ein 28:28 und viele zufriedene Gesichter. Vor 1723 Zuschauern in Trier drehen

27.11.2016
Björn Pazen
Oberbürgermeister Wolfram Leibe war zum wahren Frauenhandballfan geworden: „Das war riesig, damit war zur Pause wahrlich nicht mehr zu rechnen gewesen, ein ganz tolle Werbung für den Sport und auch unsere WM-Spiele in Trier.“ Zur Pause hörte sich das am Sonntag beim Frauen-Handball-Länderspiel Deutschland – Schweden in der Arena noch ganz anders an. „Die sind aber schlecht“, war eine oft gehörte Meinung über die deutschen Handballerinnen, die eine katastrophale erste Hälfte an den Tag gelegt hatten.

Beim Halbzeitstand von 10:20 war allen 1723 Fans in der Arena klar, dass die weiße Weste deutscher Nationalmannschaften in Trier wohl nach sechs Siegen erste Flecken erhalten würden. Zu schlecht waren die Deutschen, die am Vorabend in Hamm/Westfalen noch bravourös gekämpft und ein 24:24 gegen den EM-Gastgeber erreicht hatten. „Ich wurde nicht lauf, denn plötzlich war unser ganzes Projekt gefährdet“, sagte Bundestrainer Michael Biegler zu seiner Kabinenpredigt eine Woche vor dem EM-Start.

Doch seine Ansprache kam an – die Arena Trier erlebte eine Aufholjagd, wie man sie in 13 Jahren wohl noch nie gesehen hatte. Dank der überragenden Torfrau Dina Eckerle (Thüringer HC), die in 40 Minuten 17 Würfe abwehrte, verkürzte die deutsche Mannschaft Tor um Tor, die Fans wurden frenetischer, standen in der Schlussphase auf ihren Sitzen und feuerten die DHB-Frauen an. Zwei Minuten vor dem Ende war beim 27:27 der Ausgleich geschafft, am Ende rettete Eckerle das 28:28 und damit de n Nimbus der Unbesiegbarkeit von deutschen Nationalteams.
„Die zweite Halbzeit von Trier gibt uns mächtig Rückenwind für die EM, das war Selbstvertrauen pur“, sagte Kapitänin Anna Loerper, die aber auch zugab: „Natürlich war die erste Hälfte auch genau das, was wir bei der EM nicht machen dürfen.“ Den Fans in Trier hat es gefallen – und auch den vielen Gästen, die das WM-2017-Organisationsteam nach Trier eingeladen hatte. „So macht Handball Spaß“, sagte Peter Josef Schmitz, Präsident des Handballverbands Rheinland. Und auch die von Ex-Mieze Megane Vallet betreute französische Delegation freut sich auf ein Wiedersehen bei der WM, wenn Frankreich im Falle der Qualifikation in Trier spielt. Am Sonntag präsentierten die Metzer schon ihre Männer-WM-Spiele im Januar 2017.

Etwas mehr Zuschauer hätte dieses atemberaubende Spiel allerdings verdient gehabt. Aber möglicherweise war die Konkurrenz aus Weihnachtsmärkten und Verkaufsoffenen Sonntagen zu groß. „Wir hoffen darauf, dass wir vor der WM noch ein weiteres Länderspiel nach Trier holen können“, meinte Arena-Boss Wolfgang Esser. 

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