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Abgespecktes Konzept, neuer Name

HSG Wittlich veranstaltet trotz Rückzugs des Hauptsponsors wieder Top-Handball-Turnier

(Wittlich) 14-mal seit 1999 hatte die Handball-Spielgemeinschaft (HSG) Wittlich den Stelioplast-Cup veranstaltet, das über Jahre bestbesetzte Frauen-Handball-Turnier Deutschlands. Der Namenssponsor sprang nun ab, aber das Turnier wird es auch 2014 geben - am 2./3. August unter dem Namen Wittlicher Handball-Cup.

15.04.2014
Björn Pazen
Wittlich. "Warum nicht ein hochkarätig besetztes Frauen-Handball-Turnier zum Start der Saisonvorbereitung ins Leben rufen?" Diese Idee hatte die HSG Wittlich im Jahr 1998. Man nutzte unter anderem die Kontakte zu den Trierer Miezen (damals noch Zweitligist), fand einen Namensgeber und Hauptsponsor - und präsentierte 1999 erstmals den Stelioplast-Cup. Aus der Idee wurde mit den Jahren das bestbesetzte Frauen-Handballturnier Deutschlands. Zur nationalen Elite, die alljährlich am Start war, gesellten sich internationale Topmannschaften.

Weltstars in Wittlich


Alleine dreimal war der dreifache Champions-League-Sieger Viborg HK am Start, im Jahr 2010 traten sogar beide späteren Champions-League-Finalisten Larvik (Norwegen) und Itxako (Spanien) in Wittlich an. 2012 war die ungarische Nationalmannschaft Turniersieger, die vier Monate später EM-Bronze gewann.
Nur einmal, im Jahr 2008, musste der Stelioplast-Cup ausfallen, weil die Spielerinnen aller Topmannschaften sich in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Peking befanden. 2013 markierte dann einen weiteren Meilenstein in der Turniergeschichte: Erstmals wurde nicht mehr in der BBS-Halle gespielt, sondern in der neuen Wittlicher Mehrzweckhalle Eventum. Ein lang gehegter Wunsch ging in Erfüllung. Doch 2013 markierte auch aus anderer Sicht einen Wendepunkt: "Der langjährige Namensgeber des Turniers hatte uns mitgeteilt, dass er nicht mehr Hauptsponsor sein würde", sagt der HSG-Vorsitzende Axel Wei nand zum Rückzug des Binsfelder Unternehmens Stelioplast.
Die Zukunft des Turniers, dessen Etat sich im fünfstelligen Bereich bewegt und dessen Überschüsse komplett in die HSG-Jugendarbeit gehen, war gefährdet. "Wir hatten viele Gespräche mit heimischen Unternehmen", berichtet Vorstandsmitglied Dietmar Beckhäuser. Am Ende gab es zwar keinen neuen Namensgeber, aber durch die Unterstützung speziell von drei Unternehmen (Bitburger Braugruppe, Toto Lotto Rheinland-Pfalz und Elsen-Logistik) kann das Turnier nun fortgeführt werden.

Fünf Bundesligisten am Start


Nun firmiert das Turnier, das in diesem Jahr am 2./3. August wieder im Eventum stattfindet, als Wittlicher Handball-Cup. "Wir sind froh, dass es weitergeht, allerdings findet das Turnier in abgespecktem Rahmen statt", sagt der HSG-Vorsitzende Axel Wei nand. Heißt: Die nationalen Topmannschaften sind weiterhin vertreten, es wird aber nur einen internationalen Teilnehmer geben. Rekordsieger HC Leipzig und Bayer Leverkusen sind - wie immer seit 1999 - auch 2014 wieder mit dabei, dazu kommen die Trierer Miezen, die Vulkanladies Koblenz-Weibern und der Buxtehuder SV. "Den internationalen Starter, vermutlich aus Dänemark, werden wir in den kommenden Wochen vermelden können", sagt Weinand.
Das Turnier ist mittlerweile so in den Köpfen der Handballfans verankert, dass die HSG schon im Winter Anfragen erhielt, wann denn gespielt wird und wer aufläuft. Allein aus Leipzig kommen traditionell 40 bis 50 Fans nach Wittlich. "Wir hoffen, dass dieses Interesse so bleibt", meint Beckhäuser. Auch der Wechsel ins Eventum sei von allen Mannschaften begrüßt und von den Fans gut angenommen worden. Weinand: "Das Wichtigste ist, dass es weitergeht."

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