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Da geht gar nichts mehr

(TRIER) Erneutes Heimdebakel für Trierer Handball-Miezen: 29:35 gegen Aufsteiger Hannover-Badenstedt.

08.05.2017
Björn Pazen
TRIER Die Luft ist raus. Seit Wochen. Aber eine solche Leistung ist nicht einmal damit zu erklären, dass es um nichts mehr geht. Was die Trierer Handball-Miezen am Sonntagmittag in der ersten Hälfte (11:19) gegen die HSG Hannover-Badenstedt ablieferten, grenzte phasenweise an Arbeitsverweigerung. Der 32:26-Auswärtssieg in Kleenheim am vergangenen Wochenende war ein kurzes Strohfeuer, nun setzte sich die Talfahrt des ehemaligen Tabellenzweiten mit dem 29:35 fort.
Und so war es wie immer seit Mitte Februar: Die Gäste feiern - in diesem Fall sogar den Klassenerhalt - die Miezen ziehen mit langen Gesichtern von dannen. "Wenn eine Mannschaft gewinnen muss, und eine andere ohne Druck spielt, passiert so etwas. Das Spiel hatten wir zur Pause verloren. Wenn du 19 Gegentore kassierst und phasenweise mit zehn Treffern hinten liegst, ist nichts mehr möglich", sagte Trainerin Cristina Cabeza. "Dennoch bin ich mit der Saison zufrieden, wir haben frühzeitig den Klassenerhalt gesichert, das war unser Ziel."
Zwar standen der MJC-Trainerin nach dem Ausfall von Anke Greinert nur drei Feldspielerinnen als Wechseloptionen zur Verfügung, aber das darf keine Ausrede sein. Nach dem 3:3 tauchte die MJC für zehn Minuten komplett ab, Trier produzierte Fehlpässe und Fehlwürfe in Serie - und der bis gestern abstiegsgefährdete Aufsteiger schlug eiskalt zurück. Die jüngste Mannschaft der Liga war viel spritziger, agiler, aktiver und motivierter, die Miezen ergaben sich ihrem Schicksal, kassierten vier Treffer in Folge. Doch es wurde noch schlimmer: Als die MJC nicht nur im Angriff versagte, sondern auch die Abwehrarbeit einstellte, setzte sich Hannover kurz vor der Pause auf 19:9 ab.
Torfrau Jessica Kockler, die nach rund 20 Minuten durch Melanie Eckelt ersetzt wurde, versuchte von der Bank ihre Mannschaftskameradinnen lautstark aus der Lethargie zu wecken, aber es half nichts. Zwar machte Trier aus einem 13:23 ein 20:27 in der 44. Minute, auch weil Eckelt einige wichtige Bälle abwehrte, aber die Fehlerquote blieb zu hoch, um die Partie noch einmal zu drehen.
Und als in der Schlussphase einige unnötige Zeitstrafen hinzukamen, weil die Triererinnen einfach in der Defensive zu spät kamen, war die Messe gelesen. Nach dem 21:31 gegen Ketsch Ende März gab es ein weiteres Heimdebakel gegen einen Aufsteiger. Das 29:35 war die fünfte Heimniederlage seit 18. Februar in Folge, und in den vergangenen zehn Spielen sind 4:16 Punkte die matte Ausbeute. Die einzige positive Zahl: Mit neun Treffern (davon fünf Siebenmetern) hat Dora Simon-Varga ihr Torkonto auf 196 ausgebaut.
DJK/MJC Trier: Kockler, Eckelt - Petrovska (2), Sattler (3), Houben (0), Czanik (1), Müller (2), Weibelova (7), Zrnec (3), Simon-Varga (9/5), Welter (2)