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Frauen-Handball: Dramatisches Remis für die Trierer Miezen im Abstiegs-Krimi

(Trier) Dank des elften Treffers von Caroline Schmele drei Sekunden vor dem Ende und einer unglaublichen Aufholjagd haben die Trierer Handball-Miezen einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf der Bundesliga errungen. Gegen den Drittletzten TuS Metzingen hieß es am Samstagabend 32:32, nachdem die MJC zur Pause noch 11:18 hinten gelegen hatte.
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Der Jubel unter den 1498 Fans in der Arena Trier kannte kein Ende mehr, Trainer Jörn Ilper lief mit geballter Siegerfaust übers Feld, die Spielerinnen lagen sich in den Armen: Dank unbändiger Moral und trotz einer katastrophalen Viertelstunde vor dem Halbzeitpfiff haben die Trierer Miezen einen glücklichen, letztlich aber verdienten Punkt gewonnen. Nach dem 32:32 (11:18) gegen den Drittletzten Metzingen bleiben die Miezen allerdings Vorletzter, einen Punkt hinter den Schwaben.

Nach einem ausgeglichenen Start bis zum 10:10 nach 16 Minuten verlorenen die Triererinnen plötzlich komplett den Faden: Technische Fehler, Ballverluste, allein vier Pfosten- oder Lattentreffer, weitere vergebene Chancen – und die Metzinger nutzten jede Chance eiskalt. Innerhalb von 13 Minuten legten sie eine 7:0-Serie vor, führten scheinbar uneinholbar 18:11 zur Pause, nachdem sich vor allem Caroline Schmele in einer knallhart geführten und häufig ruppigen Partie unendlich viele Fahrkarten vor der Pause geleistet hatte.

Doch die Top-Torschützin wurde schließlich von der tragischen Figur zur Heldin. Ihre Mannschaft baute sie wieder auf, Trier spielte in der Abwehr wie verwandelt, legte ein viel höheres Tempo vor, war im Angriff viel entschlossener.  Die Miezen kämpften sich Tor um Tor heran, beim 22:25 (47.) betrug der Rückstand nur noch drei Treffer, doch sieben Minuten vor dem Ende war der Punkt fast schon komplett außer Reichweite, als die Gäste 31:26 führten.

Aber dann: Angetrieben von Schmeles Treffern insgesamt acht Toren in Hälfte zwei und trotz der roten Karte gegen Abwehrchefin Andrea Czanik war beim 30:32 zwei Minuten vor Ende wieder alles drin. Metzingen wurde in Unterzahl nervös, vergab alle Chancen – während Schmele zunächst auf 31:32 (56 Sekunden vor dem Ende) verkürzte und schließlich mit ihrem elften Treffer drei Sekunden vor Ultimo das nicht mehr für möglich gehaltene Remis sicherte. „Das war Herz, Wille und Leidenschaft“, sagte Trainer Ilper, „wenn man in 60 Minuten nie geführt hat, muss man mit einem Punkt zufrieden sein.“

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