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Handball: Trierer Miezen kassieren derbe Klatsche gegen Tabellenführer

Einbruch nach der Halbzeitpause - Große Abstiegsnöte bleiben nach 22:34-Pleite

(Trier) Eine Halbzeit lang durften die Trierer Miezen von der Sensation träumen. Mit vier Toren führten die Zweitliga-Handballerinnen zwischenzeitlich gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Neckarsulmer SU in der Arena. Doch dann kam der Einbruch – ein kolossaler. Am Ende setzte es eine deutliche 22:34-Niederlage.

23.01.2016
Florian Schlecht
Ganz unterschiedliche Gefühlswelten boten sich nach der Schlusssirene in der Arena. Während die Spielerinnen von Neckarsulm vor ihrer Bank hüpften und sich in den Armen lagen, ließen die Miezen-Spielerinnen die Köpfe hängen. „Die erste Halbzeit war gut, dann haben wir viele Fehler gemacht“, fasste Trainerin Cristina Cabeza das Spiel zusammen. Ein Sieg für die Triererinnen wäre sportlich gesehen ein kleines Wunder gewesen. Aber eins, das sie dringend gebraucht hätten. Sieben Punkte Rückstand sind es nach wie vor auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Auch Konkurrent Mainz/Budenheim verlor am Abend (27:32 gegen Koblenz/Weibern).

Die Miezen präsentierten sich zu Beginn gut erholt von der Pleite beim Tabellenletzten Kirchhof, bei dem sie den Sieg durch einen desaströsen 0:12-Lauf in der zweiten Halbzeit hergeschenkt hatten. Lucia Weibelova gelang das erste Tor des Tages. Das entfachte Euphorie. Lange ärgerten die Miezen den ungeschlagenen Tabellenführer. Einen 2:3-Rückstand wandelten sie in ein 6:3 um. Die Abwehr packte hart zu,  Jessica Kockler stand nach einem Autounfall als überragender Rückhalt im Tor – und vorne nutzten die Miezen ihre Chancen. Als Judith Derbach den Ball nach einem Pfosten-Abpraller gedankenschnell ins Tor warf, stand es 9:5. „Wir haben das Spiel kontrolliert“, staunte Cabeza. Der Gäste-Trainer verneinte die Sicht nicht. Seine Mannschaft habe Trier lange unterschätzt, kritisierte er.

Doch die Qualität in Reihen von Neckarsulm reichte, um für den Schlendrian nicht bestraft zu werden. Der Tabellenführer verkürzte auf 9:8. Und profitierte davon, dass sich bei Trier die technischen Fehler und vergebenen Würfe häuften. Die bittere Folge: Noch vor der Pause ging Neckarsulm mit 12:14 in Führung - und nahm damit den Schwung aus dem Miezen-Spiel. Ohne große Gegenwehr zog der Aufstiegsfavorit im zweiten Durchgang davon.  „Wir waren müde“, gestand Trainerin Cabeza, deren Spielerinnen dem hohen Aufwand der ersten Hälfte Tribut zollten. Der Gegner zeigte kein Mitleid, nutzte seine Gelegenheiten und gewann letztlich haushoch. Beste Miezen-Werferin war Lucia Weibelova mit sechs Treffern, die sich in der Schlussphase mit ihren Toren noch gegen die deutliche Pleite wehre.

Das nächste Spiel der Triererinnen ist am Samstag, 30. Januar, 19.30 Uhr, in der Arena. Wieder kommt ein Schwergewicht an die Mosel. Gegner ist dann der Tabellenzweite TV Nellingen. Cabeza weiß aber bei einem Blick auf die Tabelle, dass auch gegen starke Kontrahenten ein Erfolg gelingen muss. „Wir brauchen dringend Punkte.“

Tore für die Miezen: Lucia Weibelova (6 / davon ein Siebenmeter), Joline Müller (5), Caroline Thomas (4), Lindsey Houben (3), Judith Derbach (2), Tina Welter, Yevheniya Knoroz (je 1).

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