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Miezen feiern souveränen 31:25-Derbysieg in Koblenz

(Koblenz) Mit dem ersten Auswärtssieg der gesamten Saison haben die Trierer Miezen sich an den letzten Strohhalm geklammert: Gegen enttäuschende Vulkanladies feierte Trier in Koblenz am Sonntag einen souveränen 31:25 (16:10)-Derby-Erfolg, bleibt aber Letzter der 2. Frauen-Handball-Bundesliga.

28.02.2016
Björn Pazen
Im Gegensatz zu den vorherigen Partien, in denen sie immer den Start verschlafen hatten, legten die Miezen in Koblenz los wie die Feuerwehr: Nach gerade einmal sieben Minuten musste der sichtlich geschockte Vulkanladies-Trainer Caslav Dincic seine erste Auszeit nehmen – Trier führte da bereits mit 5:1. Und für fünf Minuten nahmen sich seine Spielerinnen die Worte zu Herzen, trafen viermal und glichen zum 5:5 aus. Warum nicht auch so, dachte sich MJC-Trainerin Cristina Cabeza, nahm ebenfalls ihre Auszeit und nordete die Miezen neu ein.

Auch weil die Gastgeberinnen zwei Siebenmeter verwarfen, ging Trier wieder in Führung, erst langsam, dann explosiv: Denn nach dem 9:7 setzten sie sich bis zur Pause überraschend souverän auf 16:10 ab. Vor allem Caroline Thomas wollte es ihren früheren Mannschaftskameradinnen zeigen, erzielte vier ihrer insgesamt sieben Tore vor der Pause, nur Linsey Houben traf noch häufiger (fünf in Hälfte eins, sechs insgesamt). Und als die bärenstarke Slowakin Lucie Weibelova (Triers beste Torschützin mit acht Treffern) gleich nach dem Wiederanpfiff auf 17:10 erhöhte, waren die Weichen auf Sieg gestellt. 

Auch wenn die Gastgeberinnen nun alles in die Waagschale warfen, die Miezen hielten dem Druck nicht nur stand, sondern führten die Vulkanladies teilweise vor. Als erneut Houben und Weibelova für das 21:14 gesorgt hatten, zog Dincic seine nächste Auszeit-Karte. Doch es half nichts: Die Miezen-Abwehr stand sicher, der Trierer Vorsprung bewegte sich bis zur 45. Minute bei konstant sechs Treffern Differenz. Selbst ein kurzer Aufschwung durch vier Treffer in Folge von Lenka Hradilova zum zwischenzeitlichen 20:24 stoppte die Miezen nicht. Im Gegenteil: Genau diesen Weckruf hatten sie gebraucht, erneut angeführt von Caroline Thomas entschied die MJC die Partie endgültig beim 28:21 acht Minuten vor dem Ende. 

Am Ende jubelten sie wild über den ersten Auswärtssieg der Saison. Der erste Erfolg nach zuletzt sechs Niederlagen in Folge bringt die Miezen aber nur bedingt näher in Richtung Klassenerhalt: Weil Bremen sensationell gegen Rödertal gewann, beträgt der Rückstand auf den rettenden fünftletzten Platz neun Spieltage vor Schluss immer noch neun Punkte. Doch der Blick auf das Restprogramm lässt zumindest kleine Hoffnungen auf ein Happy-End  aufkommen, denn die MJC spielt bis Mitte Mai noch gegen alle Mannschaften auf den Plätzen zehn bis 15. 

DJK/MJC Trier: Kockler, Eckelt – Jurgutyte (0), Thomas (7), Sattler (2), Mohr (0), Houben (6/2), Czanik (3/2), Derbach (2), Müller (2), Weibelova (8), Knoroz (0), Vallet (1), Welter (0)
Beste Werferin Vulkanladies: Hradilova (10/6)

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