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Miezen mit Gala zum höchsten Saisonsieg: 37:25 gegen Bremen

(Trier) Zweiter Erfolg in Serie, höchster Saisonsieg, tolle Leistung – und erstmals in dieser Saison nicht mehr Vorletzter: Mit dem 37:25 (19:11)-Erfolg gegen Werder Bremen am Samstagabend haben die Trierer Miezen im ersten Spiel unter Cristina Cabeza ein weiteres Zeichen im Abstiegskampf gesetzt.

09.01.2016
Björn Pazen
Was ein Sieg doch bewirken kann, welche Kräfte er freisetzen kann – das sahen die rund 600 Zuschauer am Samstagabend bei den Trierer Handball-Miezen. 20 Tage nach dem überraschenden 29:25-Erfolg über Bensheim/Auerbach und eine Woche, nachdem wieder Cristina Cabeza den Trainerposten übernommen hatte, legte der bisherige Zweitliga-Vorletzte eine Galavorstellung gegen Aufsteiger Werder Bremen hin. Nach der besten Halbzeit der gesamten Saison (19:12) war die Partie bereits nach 30 Minuten entschieden, und auch in Hälfte zwei spielte Trier wie entfesselt und wahrlich nicht wie ein Abstiegskandidat.
Nach dem Spiel feierten die Fans die Mannschaft mit Ovationen, die Spielerinnen hüpften wie wild über das Feld, liefen durch das Spalier der Trommler und waren teilweise selbst überrascht von dem, was sie zuvor aufs Feld gezaubert hatten.
„Die Mannschaft hat sehr gut trainiert und sich heute auch belohnt. Der Sieg ist auch der Lohn für die Arbeit meiner Vorgänger. Die Mannschaft braucht Selbstvertrauen und das hat sie heute gesammelt“, sagte Cabeza unter dem tosenden Jubel der Fans
Die Abwehr stand sicher, und im Angriff waren anfangs besonders Lucia Weibelova (fünf Treffer vor der Pause wie Joline Müller) und Judith Derbach (vier Tore vor dem Seitenwechsel in ihrem besten Saisonspiel) eiskalt. Kontinuierlich baute die MJC ihren Vorsprung von 6:3 auf 18:10 aus, die Fans feierten die Mannschaft, der fast alles gelang. Und zum ersten Mal seit Jahren hatte Trier mehr Spielerinnen auf dem Spielbericht als der Gegner (11:8) – und die zusätzlichen Optionen nutzte die MJC auch aus, vor allem im Wechsel Abwehr/Angriff, durch den sich die Leistungsträgerinnen erholen konnten. So musste Cabeza nicht einmal als Spielerin eingreifen.
Bremen hatte dem Trierer Angriffswirbel nur wenig entgegenzusetzen, mit Ausnahme von Merle Heidergott und Jennifer Börsen, die von der MJC-Defensive nur selten gestoppt werden konnten und die zusammen 17 der 25 Bremer Tore erzielten.
In der Pause schien dann auch Joline Müller ihr Zielwasser getrunken zu haben. Deutlich effektiver als vor dem Seitenwechsel und mit einem unglaublichen Tordrang steuerte die 22-Jährige Treffer wie am Fließband bei – am Ende waren es elf. So kam es, dass die MJC beim 22:13 nach nur 35 Minuten Bremen förmlich an die Wand gespielt hatte und beim 25:15 (45.) erstmals seit Jahren in einem Pflichtspiel mit zehn Toren vorne lag.
Torfrau Jessica Kockler wuchs mit insgesamt 17 Paraden über sich hinaus, die Bremerinnen sehnten nur noch den Abpfiff herbei, und bei Trier klappte in der Schlussphase alles. Alle Miezen schienen sich im vorletzten Hinrundenspiel den Frust der Vormonate von der Seele spielen zu wollen. In dieser Form ist die MJC am kommenden Samstag auch klarer Favorit beim Tabellenletzten SG Kirchhof, auf den Trier seit Samstagabend nun vier Punkte Vorsprung hat.

Statistik: DJK/MJC Trier – Werder Bremen 37:25 (19:11)
DJK/MJC Trier: Kockler, Eckelt – Thomas (5), Sattler (4), Mohr (0), Houben (1), Czanik (2), Derbach (4), Müller (11/1), Weibelova (7), Knorroz (1); Welter (2), Cabeza (n.e.)
Beste Torschützinnen Werder Bremen: Börsen (9/4), Heidergott (8/1)
 

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