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Miezen schlagen den Tabellenvierten und können weiter vom Klassenerhalt träumen

(Trier) Die Erfolgsserie der abstiegsgefährdeten Trierer Miezen hält an: Am Samstagmittag feierten die Zweitliga-Handballerinnen einen 24:19 (15:10)-Erfolg gegen den Tabellenvierten HC Rödertal und schrieben Geschichte: denn es war der dritte Erfolg in Serie, was zuletzt 2007 gelungen war.

19.03.2016
Björn Pazen
Durch diesen Heimsieg verkürzte die MJC den Abstand auf den rettenden fünfletzten Platz auf sieben Punkte. Allerdings sind auch nur noch sieben Partien zu absolvieren.

Beste MJC-Werferinnen waren die Litauerin Zivile Jurgutyte (sechs Treffer) und die Slowakin Lucie Weibelova (5). Daneben zeigte die MJC eine starke Defensivleistung, zu der Torfrau Jessica Kockler 13 Paraden beisteuerte. Bis fünf Minuten vor Schluss spielten die Triererinnen souverän auf, mussten am Ende dann doch noch einmal etwas zittern, ehe sich mit dem Schlusspfiff alle Last von ihnen erhob.

Die Gäste aus Sachsen brauchten nicht einmal einen Reisebus, um nach Trier zu kommen: Wegen vier verletzungsbedingten Ausfällen hatten die Rödertalbienen nur insgesamt acht Feldspielerinnen aufgeboten. Und dieser Mini-Kader war von Beginn an im Hintertreffen. Die Miezen hatten nach den zwei Siegen in Koblenz und Mainz enormes Selbstvertrauen, zudem wollte vor allem Jurgutyte bei ihrem Heimdebüt in Trier zeigen, was sie kann. Nach 30 Minuten standen bereits fünf Tore auf dem Konto der Spielmacherin, die im Februar aus Bietigheim gekommen war – am Ende waren es sechs.

Daneben überzeugte Kockler, die in der ersten Halbzeit ganze vier Feldtore des Tabellenvierten zuließ. Dass es dennoch 15:10 stand, lag an den sechs Siebenmetern, die Rödertal vor dem Seitenwechsel zugesprochen erhielt und die allesamt von Jurgita Markeviciute verwandelt wurden. Die Schiedsrichter zogen sich zudem wegen drei Zeitstrafen gegen Trier den Unmut der rund 400 Zuschauer zu.

Die Miezen mussten zudem einen frühen Schock verdauen: Linksaußen Hannah Sattler musste nach nur sechs Minuten mit einer schweren Knieverletzung vom Feld und wurde direkt ins Krankenhaus gebracht. Für sie kam die Luxemburgerin Tine Welter - und die fügte sich mit drei schnellen Gegenstoßtreffern gleich hervorragend ein. Mit Judith Derbach als „Staubsauger vor der Abwehr“ gelangen der MJC viele Ballgewinne – und dann ging es mit Vollgas nach vorne.

Nach 14 Minuten lagen die Miezen daher völlig verdient mit 8:3 vorne, der Fünf-Tore-Vorsprung hielt bis zur Pause (15:10). Rödertal präsentierte sich wahrlich nicht wie eine Mannschaft, die sich noch Hoffnungen auf den Bundesliga-Aufstieg machen kann.

Und nach dem Seitenwechsel ließen die Triererinnen nicht nach, bauten den Vorsprung auf 18:12 aus (35.). Rödertal steigerte sich in der Folgezeit, verkürzte auf 17:21, aber dank der Paraden Kocklers hatte die MJC weiterhin die Kontrolle über die Partie – die einfachen Tore aus der ersten Hälfte gelangen aber nicht mehr.

Als aber Andrea Czanik per Siebenmeter zehn Minuten vor dem Ende zum 23:17 traf, hatten die Miezen das Zwischenhoch der Gäste erfolgreich überstanden und die Weichen auf Sieg gestellt. Dass es am Ende noch einmal knapp wurde, lag an der nun mangelnden Durchschlagskraft im Angriff und weil Rödertal nun energisch zupackte. Aber schon 90 Sekunden vor dem Abpfiff erhoben sich die Fans von den Sitzen und feierten den Befreiungsschlag.
In zwei Wochen gastiert die MJC dann in Zwickau, und im nächsten Heimspiel am 9. April steht die „Alles-oder-Nichts-Partie“ gegen den Viertletzten Mainz-Budenheim auf dem Programm. Mit einem Sieg in diesem Spiel könnten die Triererinnen dann einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen.

Statistik: DJK/MJC Trier – HC Rödertal 24:19 (15:10)
DJK/MJC Trier: Kockler, Eckelt – Jurgutyte (6), Thomas (3), Sattler, Mohr, Houben (2/1), Czanik (2/1), Vallet, Derbach (1), Weibelova (5), Knoroz, Welter (4)

Beste Torschützinnen Rödertal: Markeviciute (10/8)



 

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