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Trierer Miezen mit Auswärtsspiel - Warum Zivile Jurgutyte von einem Erstliga-Spitzenteam zu den Trierer Miezen wechselte

(Trier) Eine Europapokalsiegerin und Nationalspielerin beim Zweitliga-Schlusslicht? Geht nicht? Doch! Nach einer langen Verletzungspause wagt die Litauerin Zivile Jurgutyte bei den Miezen ihren Neustart - und will helfen, den Klassenerhalt zu schaffen. Um 19.30 Uhr treten die Miezen in Herrenberg an.

19.02.2016
Björn Pazen
Trier. Noch lebt sie mit ihrem Freund in einem Hotel, wo sie am Montag auch ihren 29. Geburtstag feiern wird. In der nächsten, spätestens übernächsten Woche soll sie aber in ihre Wohnung einziehen - dann wird Zivile Jurgu-tyte richtig sesshaft in Trier.
Dass die erste Litauerin im Miezen-Trikot an der Mosel landet, hat sie erstens ihrer Managerin zu verdanken und ist zweitens die Folge einer schweren Knieverletzung.

Im Sommer 2014 war Jurgutyte vom französischen Klub Mios Bigamos zum aufstrebenden Bundesligisten SG Bietigheim gewechselt. Noch vor ihrem ersten Pflichtspiel zog sich die Sportlehrerin einen Kreuzbandriss zu, fiel die komplette Saison aus. Mittlerweile hatten die Schwaben ihren nicht schwach besetzten Kader weiter verstärkt - Jurgutytes Chancen auf viele Einsatzzeiten sanken also weiter.

Also kam kurz vor Ende der Transferperiode der Kontakt nach Trier - zu dem Verein, von dem sie bis dato nicht allzu viel wusste: "Sie haben letztes Jahr in der Bundesliga in Bietigheim gespielt, da hatte ich sie das einzige Mal gesehen", sagt die litauische Nationalspielerin, deren Motto nun ein ganz einfaches ist: "Ich will doch nur spielen."
"Ich denke, ich kann den Miezen mit meiner Erfahrung im Abstiegskampf helfen", glaubt die Spielmacherin. Ihre Karriere begann sie beim litauischen Rekordmeister Egle Wilnius, mit dem sie auch Champions League spielte. Mit Mios Bigamos gewann sie 2011 den europäischen Challenge-Cup.

Nun will sie ihren Neustart in den verbleibenden Miezen-Spielen erfolgreich angehen: "Diese Mannschaft darf nicht absteigen, wir können das schaffen, auch wenn die Zeit natürlich knapp ist", sagt sie. Ihre Knieverletzung ist so weit ausgeheilt: "Ich trainiere hart, um wieder richtig fit zu werden." Nach nur drei Trainingseinheiten gab Jurgutyte vergangenen Samstag beim 19:24 in Haunstetten ihr Debüt - zwei Tage, nachdem sie sich in Bietigheim verabschiedet hatte. "Mir fehlt natürlich noch die Spielpraxis, aber ich bin guten Mutes, dass das schnell geht. Wir haben in diesem Spiel viel zu viele Fehler gemacht, mich eingeschlossen."

Finanziell muss sie natürlich Abstriche machen - aber das ist ihr egal. Noch sei es zu früh, um zu sagen, ob sie über die Saison hinaus bei den Miezen bleibt - das ist natürlich auch von der Tatsache abhängig, in welcher Liga die MJC ab Sommer spielt. "Aber Trier ist eine tolle Chance für mich." Vorstand Jürgen Brech hat ihr mittlerweile im Schnelldurchlauf die wichtigsten Trierer Sehenswürdigkeiten und die Innenstadt gezeigt. "Eine schöne Stadt", meint Jurgutyte.
Extra
Mit der Partie beim Tabellenvierten SG H2Ku Herrenberg setzen die Miezen am heutigen Samstag (Anwurf: 19.30 Uhr) ihre Serie von Auswärtsspielen fort. Im Schwabenland ist die MJC krasser Außenseiter, denn zuhause hat die abwehrstarke SG bislang erst zwei Partien verloren. Im Hinspiel unterlagen die Miezen zuhause mit 19:27, zuletzt gelangen Herrenberg vier Siege in Folge. Beim Tabellenletzten hofft man dennoch auf eine Trotzreaktion nach der unnötigen 19:24-Heimniederlage: "Wir dürfen nicht ständig die gleichen Fehler machen", fordert Trainerin Cristina Cabeza: "Die Chance auf den Klassenerhalt ist gering, nur sie ist nach wie vor am Leben." In Herrenberg steht ihr der komplette Kader zur Verfügung. BP

DJK/MJC Trier (Kader): Kockler, Eckelt - Sattler, Vallet, Derbach, Mohr, Jurgutyte, Knoroz, Thomas, Czanik, Müller, Houben, Weibelova, Welter

 

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