sport/handball

Eine HSG Eifel? - Warum nicht!

(Prüm) Der SK Prüm eilt in der Handball-Verbandsliga von Sieg zu Sieg. Gelingt nach neun Jahren die Rückkehr in die Rheinlandliga? Trainer Siegfried Garbe ist noch vorsichtig. Zugleich skizziert er eine Vision.

14.11.2017
Mirko Blahak
Prüm Unheimlich? Nein, so kommt Trainer Siegfried Garbe der Lauf seines SK Prüm nicht vor. Aber überraschend sei die optimale Punkteausbeute aus den ersten acht Spielen schon. "Die Entwicklung in den vergangenen beiden Jahren war so nicht vorhersehbar."
Die Hoffnung beim SKP, nach dem Rheinlandliga-Abstieg 2008 binnen drei Jahren wieder aufzusteigen, erfüllte sich nicht. Prüm nistete sich in der Verbandsliga ein - und kletterte dort in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt nach oben. In dieser Saison könnte der große Wurf gelingen, nachdem in der vorherigen Spielzeit die DJK/MJC Trier im Duell um Platz eins noch die Nase vorne hatte. "Wir haben unsere Abwehr stabilisiert - wir waren in der Vorsaison trotz unseres Spitzenplatzes die Schießbude der Liga. Und unsere Körpersprache ist noch mal eine andere geworden", benennt Garbe, der den SKP 2015 übernommen hatte, zwei Fortschritte.
Basis ist ein Grundgerüst von knapp zehn Spielern, die schon seit mehreren Jahren dem Prümer Spiel ihren Stempel aufdrücken. Die Akteure kommen fast ausnahmslos aus der Abteistadt und der Umgebung. Garbe: "Im Verein steckt ein Wahnsinnspotenzial. Als ich anfing, hatte ich neun Spieler zur Verfügung. Aktuell sind es 16."
Doch der 53-Jährige, der einst im Frauen- und Mädchenbereich der DJK/MJC Trier als Coach tätig war, traut dem Braten noch nicht: "Wir müssen abwarten, wie lange wir auf dem hohen Niveau spielen können." Mut macht, dass das Team in den zurückliegenden Wochen verletzungs- und krankheitsbedingte Ausfälle gut wegstecken konnte. Und was passiert, wenn der Aufstieg gelingen sollte? Garbe mahnt: "In der Rheinlandliga würde der aktuelle Kader nicht bestehen können. Dann stellt sich die Frage, inwieweit der SK Prüm Spieler von außen dazuholen könnte." Garbe, Lehrer an der Trie rer Kurfürst-Balduin-Realschule, plädiert dafür, im Fall der Fälle auch mal vorurteilsfrei über den Tellerrand zu blicken: "Vielleicht würde eine Art HSG Eifel Sinn machen, mit Spielern aus Prüm, Gerolstein und Neuerburg. Oder vielleicht bringt es etwas, sich mit dem TV Bitburg zusammenzusetzen und über eine Kooperation zwischen dessen Reserve und dem SK Prüm nachzudenken."
Das ist Zukunftsmusik, das sind Visionen. In der Gegenwart steht am 25. November das wegweisende Heimspiel gegen die TSG Biewer an. Garbe: "Sollten wir gewinnen, wäre das ein ganz großer Schritt in Richtung Meisterschaft."
Extra: GARBE MAHNT ZU WENIGER SCHIRI-SCHELTE

Siegfried Garbe ist seit mehr als 30 Jahren im Trainergeschäft. Aktuell gefällt ihm eine Entwicklung nicht: "Unter uns Trainern - da schließe ich mich ein - hat die Schiedsrichter-Schelte zugenommen. Wir sollten uns alle wieder mehr auf die Bewertung unserer Team-Leistungen konzentrieren. Die Schiedsrichter haben es schwer. Da sollten wir es ihnen nicht noch schwerer machen." (bl)