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Weltmeisterschaft 2017 im Frauen-Handball: Arena Trier wird einer der sechs Spielorte

Arena ist einer von sechs Spielorten der Frauen-WM 2017 – Nähe zu Frankreich entscheidend

(Leipzig/Trier) Erstmals in seiner langen Geschichte wird Trier Spielort einer Weltmeisterschaft in einem Teamsport: In der Arena Trier finden im Dezember 2017 Vorrundenspiele der Frauen-Handball-WM statt, wie der Deutsche Handballbund am Mittwoch bekanntgab.

25.11.2015
Björn Pazen
Was 2011 in Sao Paulo als Traum begann, wurde am Mittwoch in Leipzig Wirklichkeit: Vier Jahre, nachdem Deutschland in Brasilien den Zuschlag für die Frauen-WM 2017 erhielt und erste Ideen einer Bewerbung der Arena Trier aufkamen, steht seit diesem Mittwoch fest, dass die Handballwelt nach Trier kommen wird.

Am Rande des WM-Vorbereitungsspiels gegen Polen präsentierte der Deutsche Handballbund die sechs Spielorte für das Turnier vom 1. bis 17. Dezember 2017. Und Trier ist als Vorrundenspielort dabei. Offiziell sind die Städte erst einmal Vorschläge an den Weltverband IHF, wie DHB-Generalsekretär Mark Schober betonte. Im Februar 2016 werden alle Arenen von der IHF inspiziert – dass es aber kein grünes Licht für die Arena gibt, ist unrealistisch, schließlich war Trier bereits Gastgeber mehrerer Länderspiele der deutschen Männer und Frauen

Sechs Mannschaften aus der ganzen Welt werden in Trier an fünf Spieltagen ihre Vorrundenspiele absolvieren. Die weiteren WM-Spielorte sind Leipzig (wo die deutsche Mannschaft ihre Vorrundenpartien bestreitet sowie im Falle des Weiterkommens auch das Viertelfinale), Oldenburg, Bietigheim (beide Vorrunde), Magdeburg (neben Leipzig für Achtel- und Viertelfinale) sowie Hamburg, wo das Finalwochenende mit Halbfinals, Spiel um Platz drei sowie Endspiel stattfinden.

„Trier hatte nicht nur eine sehr gute Bewerbung, sondern die Arena bietet eine sehr gute Infrastruktur und passt wegen seiner Nähe natürlich zu Frankeich“, sagte DHB-Generalsekretär Mark Schober dem Trierischen Volksfreund. Dem schloss sich DHB-Präsident Andreas Michelmann an: „Unser Ziel war, die Spielorte auf ganz Deutschland zu verteilen. Und Triers Bewerbung war absolut überzeugend.“ Auch der in Kasel bei Ruwer lebende DHB-Vizepräsident Recht, Heinz Winden, hatte sich für Trier stark gemacht. 

Die Arena Trier ist die kleinste Halle der WM-Spielorte. In ihrer Bewerbung hatten Arena-Geschäftsführer Wolfgang Esser & Co. vor allem den Fokus auf Frankreich gelegt. Metz ist nicht nur Triers Partnerstadt, sondern auch das Zentrum des französischen Frauenhandballs. „Wir werden frühzeitig alle Kontakte nach Frankreich einsetzen, um möglichst viele französische Fans nach Trier zu locken“, sagte Esser gestern in Leipzig. Viel Lob hatte es vom DHB neben der Arena selbst auch für die Hotelkapazitäten in Trier gegeben. „Und wir wollen die WM zum Beispiel auch touristisch mit dem Weihnachtsmarkt verbinden, der gleichzeitig stattfindet“, sagte Esser.

Nach der Bewerbung im Frühjahr und einer weiteren Präsentation im August waren die vergangenen Wochen vorrangig von Verhandlungen zum Thema Geld geprägt. Dabei ging es um die Verteilung der Kosten sowie eine städtische Bürgschaft bei eventuellen Verlusten. „Bei rund 2000 Zuschauern pro Tag ist das Turnier für uns wirtschaftlich“, sagte Esser am Mittwoch dem Volksfreund.

In den kommenden Wochen und Monaten sollen viele Puzzleteile zusammengefügt werden: Die regionale Vermarktung, die Suche nach freiwilligen Helfern in Handballvereinen, an der Uni oder an Trierer Schulen. Welche Mannschaften in Trier spielen, entscheidet sich bei der Auslosung im Juni 2016. 

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