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Hospizlauf 2017: Große Hitze, glückliche Läufer (Fotos + Video)

(Koblenz/Trier) Teilnehmerrekord beim heißesten Hospizlauf aller Zeiten – 1033 Läufer und Radfahrer sind auf den 190 Kilometern zwischen Koblenz und Trier aktiv. TV-Reporter Rainer Neubert war dabei. Er berichtet in Wort, Fotos und bewegten Bildern.

09.07.2017
Rainer Neubert
Als sich die Freitreppe am Deutschen Eck in Koblenz am Freitagmittag für das traditionelle Gruppenbild vor dem Start des Hospizlaufes mit immer mehr Läufern füllt, deutet zwar nichts mehr auf das schwere Unwetter am Vorabend hin. Das Wetter sollte aber auch in den folgenden 24 Stunden des 14. Benefizlaufes für das Hospizhaus Trier eine wichtige Rolle spielen. Statt Unwetter ist es die Hitze, die den insgesamt 1033 Läufern und Radfahrern auf der 190 Kilometer langen Strecke entlang der Mosel viel abverlangt und besonders auf den ersten fünf der 20 Etappen für ungewöhnliche viele Ausfälle sorgt. 

„Hoffentlich wird das nicht noch schlimmer“, bangt Ralf Haas. Er hat während des Laufs das Sagen im ehrenamtlichen Organisationsteam hat. Zwölf Läuferinnen und Läufer wird er bis zum frühen Abend in seinem Begleitfahrzeug aufsammeln. Am schlimmsten erwischt es einen Läufer, der ohne medizinische Hilfe nicht mehr auf die Beine kommt. Aber auch er wird 20 Stunden später lachend mit mehr als 400 anderen Läufern auf der Ostallee die letzten Meter zum Hospizhaus genießen. 

Der 14. Hospizlauf seit seiner Premiere vor knapp anderthalb Jahrzehnten wird dann viele kleine Heldengeschichten erlebt haben. Damals ging es dem Ultraläufer Jörg Engel bei seinem 190 Kilometer langen Sololauf darum, auf die Hospizbewegung hinzuweisen. So eine Höchstleistung erscheint an diesem heißen Wochenende unmöglich. Aber der 27-Jährige Martin Müller aus dem großen Team des Brüderkrankenhauses will es dennoch versuchen. Das hat er vor dem Start angekündigt und sich auch von den skeptischen Blicken der erfahrenen Tempoläufer nicht beirren lassen. Aber die Hitze und das moderate Tempo von 6:30 Minuten pro Kilometer sind zermürbend. Dem drahtigen BKT-Läufer versagen nach neun Stunden und etwas mehr als 70 Kilometern die Beine „Das kam wie ein Schlag", sagt er enttäuscht.

 Einfacher haben es die neun Staffeln, in denen sich Läufer abwechseln. Es ist ein Lauf für heimliche Helden wie Jürgen, der mit der Laufstaffel seines Vereins aus Trier-Olewig am Ende mehr als 60 Kilometer addiert und nebenbei auch noch die Mitarbeiter seines Büros in Schwung gebracht haben wird. „Mir machen Steuern Spaß“, ist auf den eigens gedruckten Shirts der Kanzlei zu lesen. Das irritiert nur so lange, bis klar ist, womit das Team sein Geld verdient.

Beim Hospizlauf gibt es kleine Helden wie Timo (9), der sich vorgenommen hat, seinen Vater während der 24 Stunden auf dem Fahrrad zu begleiten. 97 lange Kilometer wird er am Ende bewältigt haben. Da sind die vielen freiwilligen Helfer, die laufen, bei der perfekten Verpflegung assistieren oder Getränke reichen. Die Azubis der Berufsfeuerwehr Trier zapfen jeden Hydranten an auf dem Weg, um kühlende Wasserduschen zu ermöglichen. Da ist „Streuselkuchen-Petra“, die um 6?Uhr in Pieport mit der Bäckerei Thome für Kaffee und Streuselkuchen sorgt und es den Lauffreunden Leiwen vormacht, die zwei Stunden später am Wassertretbecken ein großes Buffet auftischen. Ralf Haas ist von so viel Unterstützung begeistert: „Unser 14-köpfiges Orgateam dankt den vielen Helfern und Sponsoren“, sagt er nach der umjubelten Ankunft am Hospizhaus. 

Welche große Aufmerksamkeit die Veranstaltung findet, zeigt dort auch die Zahl der Ehrengäste: Schirmherr Bischof Ackermann ist da. Die aus Schweich stammende Bundesfamilienministerin Katarina Barley., Polizeipräsident Rudolf Berg und der Trierer Kulturdezernent Thomas Schmitt. 

Temperaturen, Schweißverlust und Teilnehmerzahl haben neue Rekordmarken gesetzt. Ob auch die Spendensumme eine Höchstmarke erreichen wird, muss sich zeigen. Noch kann gespendet werden. 


Spendenkonto: DE25 5855 0130 0007 0203 99, Sparkasse Trier. Verwendungszweck: Hospizlauf 2017