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Laufen mit Kompass und Karte

Orientierungslauf: Ein skandinavischer Volkssport, der auch in der Region mehr Freunde finden soll

(Trier) Gleiche Ziele, verschiedene Wege dorthin: Der Orientierungslauf (OL) ist in Deutschland nicht der ganz große Renner, gemessen an den Teilnehmerzahlen. Was den Reiz des in Skandinavien sehr beliebten Sports ausmacht, sagt OL-Fan Jürgen Pfannkuchen (Trimmelter SV) vor dem Lauf in Trier. Eine Möglichkeit, diesen Sport kennenzulernen, bietet sich am Samstag, 27. April.

04.04.2013
Andreas Feichtner
Orientieren auf dem Trierer Uni-Campus? Da denkt mancher zuerst an überforderte Erstsemester, die planlos durch die 70er-Moderne stolpern. Vorbei an uniformen Gebäuden, die auf Namen wie A/B, C, DM oder V hören. Und zwischen dem Flachdach-Grau und der neuen Fremde: jede Menge Grün und immer wieder mal Aussicht ins Tal.

Wenn Jürgen Pfannkuchen vor der Universität vom Orientierungslauf und von der Orientierungswanderung schwärmt, hat er keinen Hörsaal und keine Mensasuche im Sinn. Am 27. April richtet er mit dem Trimmelter SV an der Uni den nächsten Orientierungslauf in der Region aus.

Der Diplom-Sportlehrer hat sich vorbereitet: Karte und Kompass hat er dabei, den gelb-roten Postenschirm, dazu Zange und Lochkarte. Meist wird auch ein elektronischer Chip benutzt – das sind Hilfsmittel. Konzentration, Koordination und Kondition muss der Läufer selbst mitbringen. „Es ist ein Erlebnislauf mit Köpfchen“, beschreibt Pfannkuchen die Sportart, die in Deutschland eher einsame Bahnen läuft: „In anderen Ländern hat der Orientierungslauf einen ganz anderen Stellenwert. In Skandinavien ist das ein richtiger Volkssport.“
Nicht nur durch den Wald laufen

So gibt es in Schweden einen Wettkampf mit bis zu 25?000 Teilnehmern. Pfannkuchen wäre in Trier schon mit 100 Läufern zufrieden, die sich am 27. April dann auf die für sie fremde Strecke machen werden: Die Läufer müssen die Kontrollpunkte in einer vorgeschriebenen Reihenfolge ablaufen. Kompass und Karte helfen bei der Wahl der geeignetesten Laufstrecke. Die Detail-Karte im Maßstab von 1:5000 erhalten sie erst unmittelbar vor dem Lauf. Angeboten werden eine Sprint-, Mittel- und Langstrecke, deren Länge in Luftlinie angegeben wird.

Die tatsächlich gelaufene Strecke variiert von Läufer zu Läufer. Im Gegensatz zu anderen Läufen gibt es keinen Massenstart. „Es wird mit einer Minute Abstand gestartet. Schließlich soll sich jeder Läufer selbst orientieren und nicht am anderen“, sagt Pfannkuchen, der den Sport vor 20 Jahren beim Landesturnfest in Trier kennengelernt hatte. Der Orientierungslauf ist auch als Sportart beim Deutschen Turnerbund (DTB) zu Hause, nicht bei den Leichtathleten.

Das Trierer Campus-Gelände ist keine klassische OL-Heimat. Das wären Wald und Wildnis. Inzwischen gibt es aber reichlich Varianten – eben auch in Städten oder in Parks. So findet die Deutsche Meisterschaft am nächsten Wochenende zentral im Berliner Tiergarten statt.

Beim Orientierungswandern geht es ruhiger zur Sache: Für Pfannkuchen ist es ideal, um das Gelände zu erkunden. Dabei steht das Entdecken im Vordergrund, nicht die Zeit, die man für die Strecke braucht.
 
Hintergrund
Die nächste Gelegenheit, einen Orientierungslauf oder eine Orientierungswanderung (ohne Zeitnahme) in der Region kennenzulernen, gibt es am 27. April an der Universität Trier. Es soll der „Erlebniszugang“ zum Trierer Campus-Gelände sein, wo der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) ab dem 25. April seinen 100. Geburtstag feiern wird. Die Orientierungswanderer können ab 13 Uhr auf die Strecke, die Läufer ab 13.30 Uhr. Gestartet wird in mehreren Altersklassen. Die Strecken sind rund drei, vier und fünf Kilometer lang (jeweils Luftlinie). Für Kinder gibt es eine Strecke mit 1,5 Kilometern Länge. AF

Informationen:  Trimmelter SV, Jürgen Pfannkuchen, Kreuzflur 32, 54296 Telefon: 0651-16588 E-Mail: pfannkuchen44@lotteundlino.de. Online-Anmeldung für den Orientierungslauf (für die Wanderer nicht nötig): bis 21. April unter http://www.czioska-net.de/OL/

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