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Leichtathletik-WM 2017: Gesa Krause nach schwerem Sturz auf Platz Neun

(London) Dramatisches WM-Finale über 3000 Meter Hindernis: Gesa Krause wird unverschuldet in einen Sturz verwickelt Neunte. Die Läuferin des Silvesterlauf Trier e.V. blieb trotzdem in 9:23,87 Minuten nur rund acht Sekunden über ihrem deutschen Rekord. Neue Weltmeisterin wurde überraschend die US-Amerikanerin Emma Coburn in 9:02,58 Minuten.

11.08.2017
Holger Teusch
Vor dem WM-Finale von London hatte Gesa Krause gesagt, es werde wohl das schwerste Rennen ihres Lebens. Aber dass es auf diese Weise schwer werden würde, damit hatte die 25-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier nicht gerechnet.

Nach rund 800 Metern stürzten an einem Hindernis mehrer Läuferinnen. Gesa Krause hatte keine Chance, fiel über die gestrauchelten Afrikanerinnen, bekam von einer hinter ihr ums Gleichgewicht kämpfenden Läuferinnen einen Schlag ab und ihr wurde noch aufs Fußgelenk getreten. Vor der ersten Wassergrabenüberquerung hatte bereits eine Kenianerin Unruhe mit einigen Schupsereien ins Feld gebracht, als sie die Abzweigung zum Hindernis verpasste. Da kam Krause noch gut herum. Als sie sich knapp 400 Meter später wieder aufrappeln musste, waren alle übrigen 14 Finalteilnehmerinnen bereits enteilt.

"Ich war auf dem ersten Kilometer wie benommen", erzählte Krause den Tränen nahe später im ARD-Interview. Verständlich! Ein Jahr Training, auf dieses Rennen ausgerichtet - und dann das! Sie denke vor allem auch an ihren Trainer Wolfgang Heinig, der durch alle Hochs und Tiefs der Saion mit ihr gegangen sei. Die Amerikanerinnen, Weltmeisterin Emma Coburn (9:02,58 Minuten) und die Zweitplatzierte Courtney Frerichs (9:03,77) kennt Gesa Krause gut, laufen sie doch in ihrem Leistungsbereich. Was das bedeutet, wäre sie nicht gestürzt, daran möchte Gesa Krause am liebsten nicht denken.

Tut sie auch nicht. Zumindest nicht vor laufenden Fernsehkameras. "Das ist Hindernislauf. So etwas passiert. Ich habe immer gehofft, dass es nicht mich erwischt", sagt sie. Keine Schuldzuweisungen, kein Jammern, obwohl ihr rechtes Knie vom Sturz violett-blau angelaufen ist. Sie hat auf der Laufbahn gekämpft, obwohl der große Traum von der Medaille unerfüllbar war. Sie sei Neunte geworden. -Genau ihre Position in der Weltjahresbestenliste, sagt sie dann doch mit ein bisschen Ironie.

Blickt aber gleich wieder nach vorne: "In zwei Wochen ist das Diamond League Finale in Zürich. Vielleicht kann ich da zeigen, was ich wirklich drauf habe", sagt sie. Von London geht es postwendend zurück ins Höhentrainingslager nach Davos in der Schweiz. Aufgeben, das tut Gesa Krause nicht!

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