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Nationale Spitze und ein Weihnachtsmann beim Adventslauf in Zell

Jahresbester und -zweitbester starten am Sonntag an der Mosel - Nora Schmitz Favoritin bei den Frauen

(Zell) Deutschlands schnellster 1000-Meter-Läufer Abdi Uya Hundesa und zweitbester Hindernisläufer Nico Sonnenberg kämpfen am Sonntag (13. Dezember) beim Zeller Raiffeisenbank-Adventslauf um den Sieg. Mehr als 500 Läufer, darunter auch ein Schokolade verteilender Weihnachtsmann werden erwartet.

10.12.2015
Holger Teusch
Sicher, ob er im vierten Anlauf an der Mosel gewinnen kann, ist sich Nico Sonnenberg nicht. „Ich bin mal gespannt, ob die Vorbereitung in diesem Jahr für den Sieg ausreicht“, sagt der Hindernisspezialist aus Frankfurt, der direkt aus dem Trainingslager in Kenia an die Mosel kommt. Obwohl der 24-Jährige mit Bestzeiten von unter 14 Minuten (5000 Meter) und 30 Minuten (10 000 Meter) und als zweitschnellster deutscher 3000-Meter-Hindernisläufer des Jahres (8:40,54 Minuten) zur nationalen Spitze gehört, wird es eine schwere Aufgabe für den ehemaligen deutschen Jugendmeister, der vor vier Jahren in Zell sein Comeback feierte.

Denn mit Abdi Uya Hundesa (LG Lahn-Aar-Esterau) will der jahresschnellste 1000-Meter-Läufer im DLV (2:20,84 Minuten) und Hallen-DM-Bronzemedaillengewinner sein Adventslauf-Debüt feiern. Der gebürtige Äthiopier, der als politischer Flüchtling anerkannt ist und auf die deutsche Staatsbürgerschaft wartet, habe das Potential, den Fünf-Kilometer-Veranstaltungsrekord von 14:16 Minuten zu knacken, glaubt Klaus Klaeren.

Der Verbandstrainer aus Mertesdorf könnte damit seinen fünften Athleten zum Adventslauf-Sieg führen. Viermal (2005-07, 2011) siegte Klaeren-Schützling Marc Kowalinski, der auch in Zell dabei sein wird. Der 37-Jährige vom Post-SV Trier (PST) plant allerdings keinen Start im sogenannten „Raserlauf“, sondern erstmals im Staffelrennen (14 Uhr). Zusammen mit Stefan Henn von der Trierer Sportakademie hat er in den vergangenen Wochen jugendlichen Flüchtlinge auf den Teamwettbewerb über viermal zirka 1000 Meter trainiert. „Die Jungs freuen sich schon riesig“, erklärt Kowalinski, dass die Motivation bei den meist aus Syrien stammenden 14- bis 17-Jährigen groß ist.

Aussichtsreichster Starter aus der Region im Hauptrennen um 14.45 Uhr dürfte Yannik Duppich werden. Der ehemalige Cross-EM-Teilnehmer von der LG Vulkaneifel verbesserte sich in diesem Jahr auf 14:38,82 Minuten über 5000 Meter und bringt gleich auch den Belgier Christoph Gallo (AC Eifel) mit. Aus Nordrhein-Westfalen hat sich außerdem dem 5000-Meter-DM-Siebte Thorben Dietz (LG Dorsten) angesagt. Quasi als Lokalmatador tritt der für die LG Rhein-Wied startende deutsche Jugendmeister Moritz Beinlich aus Kaisersesch in der Eifel.

Während die Männer aus der Region nur Außenseiterchancen auf den Sieg haben, könnte bei den Frauen die Erste wieder aus der Region kommen. PST-Läuferin Nora Schmitz darf nach dem dritten Platz vor einem Jahr nun nach dem obersten Podestplatz schielen. Mit dabei ist unter anderem aber auch die deutsche Duathlon-Nachwuchsmeisterin Madleina Jahner aus Ahrweiler und Schmitz Vereinskameradin Chiara Bermes.

Selbst in den Nachwuchsrennen ist der Adventslauf hochkarätig, unter anderem mit der deutschen U16-Vizemeisterin Anna Rodenkirch besetzt. Gegen die 15-Jährige vom PSV Wengerohr dürften es über 1050 Meter auch viele Jungen schwer haben. Manch einer dürfte im abschließenden „Genießerlauf“ auch extra langsamer machen, wenn der Weihnachtsmann Süßigkeiten verteilt - natürlich an die Zuschauer, aber auch an Läufer, die einen Energiestoß brauchen.

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