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Viel Berg, viel Spaß beim Weinstraßen-Traillauf

(Leiwen) 385 Läufer kommen beim fünften Trail Römische Weinstraße ins Ziel. Die meisten waren begeistert, auch wenn einige Streckenmarkierungen verschwunden waren. Die ehemalige deutsche Marathonmeisterin Silke Optekamp verpasste auch eine Abzweigung und so den Sieg über 30 Kilometer. Augen auf halten gehört zum Traillauf aber dazu.

24.07.2017
Holger Teusch
Eigentlich ist es ein Unding: Der einzige Traillauf im Leichtathletikbezirk Trier nennt sich „Römische Weinstraße“. Dabei kommen die meist grobstolligen Laufschuhsohlen der Teilnehmer nur sporadisch mit Straßen in Berührung. Am Anfang und Ende geht es vom beziehungsweise zum Leiwener Sportplatz ein bisschen über Asphalt. Aber das war's schon. Rauf und runter durch Wälder, über Felder und auch einfach mal die Mosel-Weinberge hoch und runter, Natur pur mit wahrweise 450 oder 1100 Höhenmeter auf der 15- und 30-Kilometer-Distanz, das ist der Trail Römische Weinstraße (TRW).

Dass der Lauf etwas Besonderes ist, zeigt sich auch an den Teilnehmern, die anders als bei anderen Laufveranstaltungen dieser Größenordnung auch aus dem Saarland, Nordrhein-Westfalen, Luxemburg, Belgien, Frankreich und den Niederlanden anreisten. 445 hatten sich angemeldet. 385 erreichten das Ziel. Unter den zwölf Läufern (von 397 gestarteten), die ausgestiegen, hat sich laut Organisationsleiter Markus Krempchen vom eigens gegründeten TRW-Verein niemand ernsthaft verletzt.

Ärgerlich war für Krempchen allerdings, dass auf der 30-Kilometer-Strecke einige Markierungen entfernt worden seien. Einige Läufer seien deshalb einen extrem steilen Hang hinunter geklettert. 21 Sportler bogen außerdem an einer Stelle, an der ein Streckenposten, der kurzfristig abgesagt hatte, fehlte, falsch ab und liefen nur gut 26 Kilometer. „Es sind immer nur die ersten 30 bis 40 Läufer, bei denen sich jemand verläuft. Ab dem Mittelfeld passiert überhaupt nichts mehr“, erklärt Krempchen das Phänomen mit zu wenig Konzentration auf die Streckenführung. Denn die Augen auf zu halten gehöre beim Traillaufen einfach mit dazu.

Zu den Läufern, denen auf der Königsdistanz am Ende vier Kilometer fehlten, gehörte auch die ehemalige deutsche Marathonmeisterin Silke Optekamp (Mönchengladbach). So siegte bei ihrer Traillaufpremiere die Koblenzer Triathletin Margit Klockner. Birthe Hilmes von der LG Meulenwald Föhren wurde mit einer Viertelstunde Rückstand Fünfte. Bei den Männern kommt der Gewinner mit Paul Ruick ebenfalls vom Rhein. Der 30-Jährige aus Boppard ließ, die letzten Kilometer mit nur einem Schuh zurücklegend, in 2:43:23 Stunden den Saarländer Timo Schmidt (2:46:42) und Titelverteidiger Bertil Muller aus Luxemburg (2:47:09) hinter sich. Bester Teilnehmer der Region Trier war als Sechster in 2:48:12 Stunden Daniel Koppi vom Trierer Team getFit.

Über 15 Kilometer war die Lebacherin Sandra Naudorf in 1:19:19 Stunden die Schnellste. Bei den Männern lag der Franzose Frederic Viry in 1:03:34 Stunden exakt zwei Minuten vor Oliver Ewen vom PST Trier.

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden“, sagte Markus Krempchen zum fünften TRW. 2018 werde es voraussichtlich eine Neuauflage geben. „Nächstes Jahr gibt es aber auf jeden Fall Veränderungen“, sagt der 45-Jährige. So soll auf Wunsch vieler Trailspezialisten wieder ein Rennen jenseits der Marathondistanz hinzukommen, verrät er.

Ergebnisse:
Frauen:
7,5 km:
1. Sarah Tackett 49:50 Minuten.
15 km: 1. Sandra Naudorf (Lebach/W40) 1:19:19 Stunden, 2. Claudine Bausch (Luxemburg/W35) 1:23:58, 3. Carolin Straßburg (RT Grafenberg) 1:24:35, 4. Yvonne Engel (LT Schweich) 1:25:25, 6. Katharina Bobermann (Triteam Eifelgold/W45) 1:31:37, 7. Isabelle Bourscheid 1:33:18, 9. Claudia Dahlem (Dienstagslatscher Trier/W50) 1:35:51, 10. Désirée Joerg (Trail Römische Weinstraße e.V./W20) 1:36:19. U20: Marie Gregetz 2:32:24. W30: Christina Haas 1:37:43 (beide Team getFit). W55: Marita Kohl (Silvesterlauf Trier e.V.) 1:43:36.
30 km: 1. Margit Klockner (Koblenz/W30) 2:47:45 Stunden, 2. Jessica Schaaf 2:48:39, 3. Tatiana Quaesada 3:07:13, 4. Josy Goerzen (W50) 3:08:47, 5. Birthe Hilmes (LGM/W40) 3:13:32, 6. Jasmine Jacoby (Recup Runners/W35) 3:27:32. U23: Franziska Klein 4:29:39. W55: Carine Binsfeld 4:42:24.
Männer:
7,5 km:
1. Claude Rocco 44:23 Minuten.
15 km: 1. Frederic Viry (Frankreich/M50) 1:03:34 Stunden, 2. Oliver Ewen (PST/M30) 1:05:34, 3. Johannes Scherer (PSV Wengerohr) 1:06:10, 4. Krijn Bustraan (Niederlande/M40) 1:08:35, 5. Alwin Nolles (LGM) 1:09:54, 6. Thomas Koch (Ausdauerteam.de Morbach) 1:09:52, 7. Thomas Ulbrich (M45) 1:14:14, 10. Thomas Nolles (LGM) 1:15:00. U20: Johannes Thein (Rudergesellschaft Trier) 1:18:31. M20: Johannes Müller (Tri Post Trier) 1:23:17. M35: Sven Janas (TuS Wehlen) 1:17:08. M55: Ralf Salm (TG Konz) 1:19:15. M65: Ferdinand Kremer (LT Schweich) 1:41:26.
30 km: 1. Paul Ruick (Boppard/M30) 2:43:23 Stunden, 2. Timo Schmidt (Saarbrücken/M45) 2:46:42, 3. Bertil Muller (Luxemburg/M35) 2:47:09, 6. Daniel Koppi (Team getFit) 2:48:12, 7. Christian Ginter 2:48:37, 8. Ralf Rhein (PST/M50) 2:49:20, 10. Robert Torkuhl 2:50:44. M60: Toni Kremer (TuS Ahbach) 3:31:29.
Abkürzungen: LGM = LG Meulenwald Föhren, PST = Post-Sportverein Trier

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