Der Herbst ist da, die Tage werden kürzer. Auf den Laufstrecken gewinnen Signalfarben nun die Oberhand. TV-Laufkolumnist Rainer Neubert macht da keine Ausnahme.
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Nicht immer hat der goldene Oktober diesen Namen verdient. Zu viele Tage sind trüb, nass und grau. Wahre Läufer hindert das nicht daran, ihre Fitness zu verbessern. Auch nicht das abnehmende Tageslicht in den Morgen- und Abendstunden. Wer also nicht im Dunklen tappen will, muss aufrüsten. Stirnlampe, Reflektoren, Warnweste und ähnliche Dinge warten darauf, wieder aus dunklen Ecken an das schwindende Tageslicht geholt zu werden.
Niemand hat Angst vorm schwarzen Mann. Läufer werden zu Leuchtbojen. Wir erstrahlen, vornehmlich in Neongelb. Böse Zungen behaupten, wir würden das tun, um Aufmerksamkeit auf uns zu lenken, uns Willensstarke, die dem inneren Schweinehund mit Leuchtigkeit die kalte Schulter zeigen. Aber natürlich geht es Früh-, Spät- und Schlechtwetterläufern vor allem um Sicherheit.
Wir blinken nur deshalb wie Schaufensterreklamen, um nicht unter die Räder zu kommen. Und die Leuchte am Stirnband soll außerdem Stolperfallen aufspüren. Hochschauen kommt vor dem Fall. Aber Vorsicht bei Gegenverkehr auf Lauf- und Radwegen! Nicht nur durch unterbeleuchtete Zeitgenossen droht Kollisionsgefahr. Wenn die Stirnleuchte zum Flakscheinwerfer mutiert, ist zu viel Blendwerk im Spiel. Und wenn ich deshalb noch einmal beim Lauf an der Mosel fast in den Fluss falle, werde ich wirklich sauer.
Signalfarben haben im Herbst bei Läufern Hochkonjunktur.
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