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Sterne des Sports: Tarforster Flüchtlingsprojekt als Dritter bei Landessiegerehrung ausgezeichnet

(Mainz) Ein dritter Platz für den FSV Trier-Tarforst und zwei Förderpreise für die Eifeler Vertreter TuS Arzfeld und SV Alsdorf-Niederweis – das war am Montagabend die regionale Ausbeute bei der Landessiegerehrung des Vereins-Wettbewerbs „Sterne des Sports“ in der Mainzer Staatskanzlei.

14.11.2016
Björn Pazen
Werner Gorges hätte am 23. Januar 2017 gerne Bundespräsident Gauck in Berlin getroffen, doch der Traum ging knapp nicht in Erfüllung für den Vorsitzenden des FSV Trier-Tarforst. Sein Verein war sehr optimistisch zur Landessiegerehrung des Wettbewerbs „Sterne des Sports“ in die Mainzer Staatskanzlei gereist. „Wir hoffen schon darauf, unter die ersten Drei zu kommen“, sagte Gorges am Montagabend, bevor der „Oscar des Breitensports“ auf Landesebene vergeben wurde.
Am Ende freuten sich Gorges und seine Mitstreiter über den dritten Platz und ein weiteres Preisgeld von 1000 Euro, nachdem das Projekt „Ich und du“ schon 1500 Euro als Regionalsieger im Kreis Trier-Saarburg erhalten hatte. Gemeinsam mit der Grundschule Trier-Tarforst sowie weiteren Organisationen und Unternehmen setzt sich der FSV für Flüchtlingskinder in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber ein. „Wir sorgen bei ihnen für strahlende Gesichter, Spaß und Bewegung. Wir wollen ihnen Freude am Sport vermitteln und sie auch langfristig für den Vereinssport begeistern“, sagte Gorges bei der Präsentation. Bis zu 40 Kinder betreuen die Übungsleiter des FSV, teilweise in gemeinsamen Sportstunden mit der Grundschule. „Uns geht es auch darum, die deutsche Kinder und die Flüchtlingskinder zusammenzubringen“, sagte Gorges.

Die Hoffnung der Trierer auf einen Spitzenplatz wurde noch erhöht, als Sportminister Roger Lewentz und Karin Augustin, die Präsidentin des Landessportbunds, in ihren Grußworten die Bedeutung des Sports für die Integration von Flüchtlingen betonten. Da hörten auch die Vertreter des TuS Arzfeld (Kreis Bitburg-Prüm) auf, die ebenfalls zu den sieben Vereinen zählten, die sich für die Landessiegerehrung qualifiziert hatten.
Auch die Westeifler unter ihrem Vorsitzenden Timo Weber hatten sich für die „Sterne des Sports“ mit einem Flüchtlingsprojekt beworben. Bei ihnen stand die Vernetzung im Vordergrund, der Verein kümmert sich in allen Bereichen des täglichen Lebens – von Behördengängen bis zu Arztbesuchen oder der Möbelsuche – um die Flüchtlinge, hat sogar einen eigenen Integrationsbeauftragten im Vorstand. Lohn der Bemühungen war nach dem Sieg auf lokaler Ebene in der Eifel ein Landes-Förderpreis, dotiert mit 500 Euro.

Das gleiche Preisgeld erhielt auch ein zweiter Verein aus dem Eifelkreis: der SV Alsdorf-Niederweis, der für seine nachhaltige Nachwuchsarbeit in Form eines Jugendlagers ausgezeichnet wurde, das in diesem Jahr zum 40. Mal veranstaltet wurde. „Wir schaffen es, die Kinder weg von ihren Smartphones zu bekommen. Das geht nur als Team“, sagte Christian Illigen, der Vorsitzende des Vereins, der schon überrascht war, es überhaupt nach Mainz geschafft zu haben - und dort auch von Jurymitgliedern wie Paralympics-Silbermedaillengewinnerin Marin Mohnen unterstützt wurde.
In Mainz sicherten sich am Montagabend zwei Mainzer Vereine den Doppelsieg beim Wettbewerb, der vom Deutschen Olympischen Sportbund sowie den Volks- und Raiffeisenbanken seit 2004 veranstaltet wird. Der Mainzer Schwimmverein wird Rheinland-Pfalz am 23. Januar 2017 in Berlin mit einem besonderen Projekt vertreten: denn der Verein unterhält ein öffentliches Schwimmbad, das von der Kommune aus Kostengründen geschlossen werden sollte. Dafür gab es 2500 Euro und das Ticket nach Berlin. Den zweiten Platz sicherte sich der Mainzer Ruderverein mit dem Projekt „Rudern gegen Krebs“ für krebskranke Kinder und Jugendliche.